Frauenfußball

Auch Coach Glänzel geht

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Bricht seine Zelte am Honsel wieder ab: Aufstiegserfolgscoach Carsten Glänzel.

Lüdenscheid – Kaum zwei Wochen ist es her, da herrschte Jubel, Trubel, Heiterkeit am Honsel. Die seit 2013 eigenständig geführte Frauenfußball-Abteilung des LTV 61 feierte ihren bis dato größten Erfolg, klopfte mit einem 5:2 gegen Hohenlimburg II den Landesligaaufstieg fest. Inzwischen aber gibt's am Honsel lange Gesichter, denn der aktuelle Personalbestand ist ernüchternd. Mindestens zehn Spielerinnen werden gehen,  Neuzugänge sind nicht in Sicht, und daher zog Meistertrainer Carsten Glänzel am Freitag die Konsequenzen: Er informierte den Verein, dass er nach einjähriger Tätigkeit wieder gehen wird.

Und der 46-Jährige hat auch schon ein neues Engagement, wird gemeinsam mit Boris Decker das Trainergespann beim Westfalenliga-Absteiger Borussia Dröschede bilden. „Dass es so weit gekommen ist, hätte ich noch vor Wochen nicht gedacht. Die Entwicklung macht mich einfach nur traurig und tut gewaltig weh. Gemeinsam mit Sascha Paar, Thomas Gabel und Bernd Michels haben wir zuletzt noch viel versucht, was aber nicht von Erfolg gekrönt war. Ich habe letztlich keine vernünftige sportliche Perspektive mehr gesehen, und das tut gerade nach einem Aufstieg verdammt weh“, so Glänzel.

Die negative Entwicklung aus seiner Sicht begann Ende des vergangenen Jahres. „Nachdem bekannt wurde, dass sich mit dem FFC Lüdenscheid ein reiner Frauenfußball-Verein in der Bergstadt mit ehemaligen LTVern um Marco Lagoudakis und Ralf Buchmüller gegründet hat, wurde sehr schnell offensichtlich und auch kommuniziert, dass mindestens fünf Spielerinnen von uns zum FFC wechseln werden. Dazu wollte uns Zülal Yigit schon in der Winterpause Richtung Dröschede verlassen, wir haben uns dann aber darauf verständigt, dass sie bis zum Saisonende hier bleibt. Von daher war klar, dass wir auf jeden Fall auf die Suche nach Neuzugängen gehen müssen. Mit Geschäftsführer Michael Meyer bin ich dann überein gekommen, dass ich mich als Trainer in erster Linie auf die Mission Aufstieg konzentriere und er aufgrund seines besseren Netzwerks um die Verpflichtung von Spielerinnen. Da ist aber mehr oder weniger nichts passiert“, übt Glänzel deutliche Kritik.

Und so war die Freude nach den Feierlichkeiten in Windeseile verflogen. Bereits einen Tag nach dem perfekt gemachten Aufstieg gab Yigit ihren definitiven Abgang nach Dröschede bekannt, dorthin auch Fabienne Buschinski, die bisherige Kapitänin Nadine Schiefelbein und der Trainer selbst wechseln, zum FFC verabschiedet sich mit Dilara Acar, Marie-Christine Stötzel, Merle Hempel, Nina Lagoudakis, Ana Teresa Schönenberg, Anna und Lena Hilger ein Septett. In der Summe also zehn Spielerinnen, nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ ein enormer Aderlass.

Landesligaplatz einnehmen

Wie aber geht es angesichts dieses Aderlasses beim LTV 61 weiter? Klar dürfte sein, dass für den Spielbetrieb der Saison 2019/20 nur noch eine Mannschaft gemeldet wird (die Reserve spielte in der Kreisliga) – aber in welcher Spielklasse? „Stand jetzt wird eine Mannschaft für die Landesliga gemeldet“, so Thomas Gabel. Der Abteilungsleiter Männerfußball wollte eigentlich kürzer treten, fühlt sich der Frauenfußball-Abteilung aber emotional noch sehr verbunden, denn neben dem verstorbenen Thomas Schmidt war er maßgeblich daran beteiligt, dass Frauen- und Mädchenfußball beim LTV 61 installiert wurde. Gemeinsam mit dem 2. Vorsitzenden Bernd Michels und „Rückkehrer“ Sascha Paar strickt Gabel jetzt an einem konkurrenzfähigen Kader, wobei auch die Trainerfrage schnell beantwortet werden muss.

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