FSV Werdohl erlebt in Altenhof ein Déjà-vu

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Marcus Brüll (rechts) und die FSV Werdohl verloren in Altenhof phasenweise die taktische Ordnung – und dadurch in letzter Konsequenz auch das Spiel.

Werdohl - Die Bilder glichen sich: Wieder in Wenden, wieder deutlich verloren, wieder keine Punkte, wieder ein frustrierter Trainer, der noch lange nach Spielschluss auf der Bank verweilte: Die Talfahrt der FSV Werdohl in der Fußball-Landesliga hat sich mit der 2:4-Niederlage beim FC Altenhof fortgesetzt.

Seine Spieler waren längst in der Kabine, waren teilweise sogar schon umgezogen wieder herausgekommen, als FSV-Trainer Alen Terzic wie schon nach dem 1:5 in Hünsborn in der Vorwoche in Gedanken versunken auf seiner Bank saß. „Wir hatten zu Beginn der ersten Halbzeit gleich zwei gute Chancen, danach kam Altenhof besser ins Spiel“, setzte der sichtlich gereizte 35-Jährige zu einer betont sachlichen Analyse an. Tatsächlich hätten Rejhan Zekovic und Florian Neuke in der Frühphase der Begegnung die Werdohler Führung besorgen können. Stattdessen mutierte eine verunglückte Flanke von Altenhofs Henrik Stahl zu einem Torschuss, den FSV-Torwart Markus Grete so nicht auf dem Zettel hatte. Das Geschoss schlug über dem Keeper zum 1:0 für den FCA ein.

Bis zum zweiten Gegentreffer hielt die gebeutelte Werdohler Elf die Begegnung einigermaßen offen, wenngleich klar erkennbar war, dass die Hausherren ballsicherer, schneller, selbstbewusster in ihrem Offensivspiel waren. Nach dem Seitenwechsel schwammen der FSV spätestens mit dem 2:0 durch Tobias Stevens (51.) die Felle davon. „Das zweite Tor fällt zu früh. Danach haben wir für ein paar Minuten komplett die Ordnung verloren, fehlte auch die Intensität“, fuhr Terzic fort.

Das führte zum dritten und vierten Gegentor, die dritte Pleite im dritten Landesliga-Spiel war zementiert. Die späten Tore für sein Team durch Robin Breitenbach und Kosta Sarris waren nach Einschätzung des Trainers nichts weiter als „Ergebniskosmetik“.

Auch in Altenhof fehlten der FSV mit Robert Bierkoch, Falk Fischer, Marius Maus, Bartos Mura und Musa Sesay mehrere potenzielle Stammkräfte wegen Verletzungen, Urlaub oder Sperren. Auch in Altenhof konnte Terzic nur A-Jugendliche und den auf Landesliga-Niveau unerfahrenen Tayfun Poyraz aus der zweiten Mannschaft einwechseln.

Sind die Gründe für die Niederlage also einzig in der Personalsituation zu suchen? Langes Schweigen, Überlegen bei Terzic, die Kiefer reiben aneinander. Man hat den Eindruck, dass der Iserlohner gerne explodieren würde. Ob ihn das Nachfragen nervt oder eher die Tatsache, dass er angesichts des kleinen Kaders und der noch kleineren Trainingsgruppe momentan eher als Verwalter denn als Trainer agieren muss, wird vorerst sein Geheimnis bleiben.

Weniger geheim ist, dass die FSV dringend Punkte braucht, ihre ersten dieser Saison. Am besten schon am Donnerstagabend im vorgezogenen Spiel gegen den FC Lennestadt (19 Uhr, Riesei-Stadion).

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