FSV Werdohl entdeckt gegen Siegen die Spielfreude

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Mittelfeldstratege Redouane El Alami (links) schaltete sich beim Werdohler 4:0-Sieg gegen die SF Siegen II immer wieder ins Offensivspiel ein und trug sich mit seinem Kopfballtreffer zum 3:0 auch in die Torschützenliste ein.

Werdohl - So entspannt wie nach dem 4:0-Sieg gegen die Zweitvertretung der SF Siegen war Marco Sadowski in seiner Amtszeit als Trainer der FSV Werdohl selten. An diesem Umstand hatte naturgemäß das Ergebnis einen großen Anteil, aber auch die Tatsache, dass der heimische Fußball-Landesligist gegen die Siegerländer vieles von dem umsetzte, was Sadowski fußballerisch von seinen Schützlingen erwartet.

„Wir haben endlich mal ein bisschen mit Kontakten gespielt“, ließ der Werdohler Coach die 90 Minuten gegen die Reserve des Regionalligisten Revue passieren. „Die Bereitschaft, dass wir in die Passstafetten kommen, war da“, ergänzte er. Zeitgleich fiel aber auch die Harmlosigkeit des Gegners auf. „Die Siegener hatten keine Phase, in der sie längere Zeit den Ball hatten“, analysierte Sadowski. Dementsprechend war auch die Hintermannschaft der FSV selten gefordert. Unter dem Strich kamen die Gäste in ihren Offensivbemühungen nicht über die Ansätze hinaus.

Anders sah das bei den Kickern vom Riesei aus, bei denen alle Mannschaftsteile an den Toren beteiligt waren. Das 1:0 erzielte Murat Kaya, der Urlauber Marius Maus in der Innenverteidigung vertrat, das 2:0 ging auf das Konto von Stoßstürmer Gian-Marco De Luca. Selbiger bereitete das 3:0 durch Mittelfeldstratege Redouane El Alami per Flanke mustergültig vor, für das 4:0 war der spielfreudige Lukas Kessler zuständig.

Überhaupt Kessler – seit Wochen überzeugt der Rückkehrer aus Hohenlimburg mit hohem Einsatz, eleganter Technik und Zug zum Tor. Allein: Zählbares sprang bei den schön anzuschauenden Ansätzen bisher viel zu selten heraus. „Das ist genau das, was Luki sich vom Trainerteam oft genug anhören muss. Ein Individualist hört so etwas nicht gerne“, lachte Sadowski.

Umso mehr freute sich der Coach darüber, dass der Knoten gegen Siegen auch bei Kessler platzte. „Solche Spieler brauchst du, die auch mal etwas Außergewöhnliches versuchen“, will der Trainer seinem Offensivkünstler auch zukünftig gewisse Freiheiten einräumen.

Nach sieben Zählern aus den vergangenen drei Begegnungen und dem Sprung auf Tabellenplatz neun scheint die Krise am Riesei der Vergangenheit anzugehören. Gleichwohl warnt Sadowski vor einem allzu intensiven Sicherheitsgefühl.

„Man hat am Wochenende gesehen, dass auch ein Teil der Mannschaften von unten gepunktet hat. Darum war dieser Sieg gegen Siegen enorm wichtig“, so der Lüdenscheider, der am Sonntag in Meschede „ein ganz schweres Spiel“ für seine Schützlinge erwartet. Vermutlich kehrt dann Damiano Intravaia in den Kader zurück, der gegen Siegen grippebedingt kurzfristig passen musste. - Von Christian Müller

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