Werdohl verpasst fahrlässig den „Konter-Knockout“

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Redouane El Alami und die FSV schafften zwischenzeitlich die Wende, um in Überzahl 2:2 gegen Ottfingen zu spielen.

WERDOHL -  Zurecht im Hintertreffen gelegen, über zwei Standards binnen fünf Minuten unverdient in Führung gegangen, fahrlässig beste Konterchancen ausgelassen und in der Nachspielzeit in Überzahl den Ausgleich kassiert: Die FSV Werdohl hat beim gerechten 2:2 (0:1)-Remis gegen den SV Ottfingen wieder einmal ein Wechselbad der Gefühle erlebt.

Rund 140 Zuschauer am Riesei-Kunstrasen sahen zwei grundverschiedene Halbzeiten: Vor dem Pausentee lagen alle Vorteile beim Gast, nach dem Seitenwechsel bei der FSV, die 45 Minuten lang unglaublich schlampig, saft- und kraftlos aufgetreten war. Die Fehlerquote war irre hoch, eine offensive Spielidee und Torchancen gab es nicht.

Ottfingen näherte sich über Scheppe (31./an Grete) und C. Bröcher (33./drüber) zunächst dem Werdohler Tor an, ehe der erst 100 Sekunden zuvor eingewechselte Bienenda zur 1:0-Führung traf (42.). Weiterer auffälliger Unterschied: Gästecoach Holger Burgmann hatte die FSV Donnerstag beim 2:0 in Rothemühle beobachtet und aus dem wenig inspirierenden Auftritt der Minker-Elf den Schluss gezogen, von außen verbal als 12. Mann mitzuarbeiten. Dagegen blieben Impulse von der Werdohler Bank aus, Carsten Minker sparte sich seine Worte für die „Kabinenpredigt“ auf.

In Durchgang zwei entdeckte seine Mannschaft dann in Windeseile ihre Lust am offensiven Fußball. Denn Bierkoch (56.), De Luca (58.) und Maus per Freistoß-Aufsetzer (67.) hatten schon den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterten jedoch am starken Sauermann im Ottfinger Kasten.

Es mussten zwei Ecken von links von Marius Maus zur Wende her: Erst köpfte der eingewechselte Semir Tuz zum 1:1 ein (76.), dann zog Bierkoch geschickt mit Finke und Hennecke zwei kopfballstarke Spieler auf sich, ließ den Ball aber durch zu Zejnullahu, der wieder stramm ins Zentrum legte, wo De Luca nur noch eindrücken musste – 2:1 (81.).

Im Gegenzug parierte Grete prima gegen Bienenda, das 2:2 von Yilmaz gab Referee Wessels nach Rücksprache mit dem Assistenten wegen einer vermeintlichen Abseitsposition nicht (87.) – es schien für die FSV zu laufen, zumal Yilmaz die „Ampelkarte“ sah. Denkste! Dass De Luca (86./Tuz in der Mitte blank), Klamann (88./vorbei) und Sander (90.) ihre riesigen Chancen ausließen, rächte sich gegen zehn Ottfinger in der Nachspielzeit: N. Bröcher traf ins lange Eck – 2:2.

FSV: Grete – Sander, Langenberg, Klamann, Neuke – El Alami (67. Tuz), Bierkoch – Maus, Fischer (68. Zejnullahu) – De Luca, Intravaia (78. Franz)

SVO: Sauermann – Willmes, Finke, Yilmaz, Weller (83. Aljiu) – Kofler, Hennecke – Scheppe (81. Bieker), Tahiri – N. Bröcher, C. Bröcher (40. Bienenda)

Schiedsrichter: Wessels (Herten)

Tore: 0:1 (42.) Bienenda, 1:1 (76.) Tuz, 2:1 (81.) De Luca, 2:2 (90.+1) N. Bröcher – Bes. Vork.: Gelb-rote Karte gegen Yilmaz (SVO/90.) wegen Meckerns

von Lars Becker

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