FSV-Trainer Terzic schlägt wegen Personalnot Alarm

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Adrian Kocur war einer von drei A-Jugendlichen, die die FSV in Hünsborn als Ergänzungsspieler in die Partie brachte.

Werdohl - Wären die 90 Minuten zuvor nicht gewesen, hätte das Bild fast etwas Idyllisches gehabt: Nach der 1:5-Niederlage der FSV Werdohl gegen RW Hünsborn, der zweiten deutlichen Schlappe am zweiten Spieltag der Fußball-Landesliga, blieb Trainer Alen Terzic bei sommerlichen Temperaturen erst einmal auf der ansonsten verwaisten FSV-Bank sitzen. Doch beim Iserlohner ist die Unzufriedenheit greifbar.

Terzic wirkte nachdenklich und frustriert wie selten zuvor in seiner knapp achtmonatigen Amtszeit am Riesei. „Die Art und Weise, wie wir Gegentore bekommen, ...“, setzte Terzic auf Nachfrage an, ohne den Satz zuende zu führen. Bis zum 2:1 durch Daniel Jung nach etwas mehr als einer Stunde hatte seine Elf die Hünsborner durchaus gut im Griff gehabt, wie auch RW Erlinghausen eine Woche zuvor trotz eines 4:1-Erfolges am Ende das Riesei-Stadion keineswegs im Sturm erobert hatte.

Beiden Partien ist aber gemein, dass es in der letzten halben Stunde jeweils happig wurde für die personell arg dezimierte FSV. In Hünsborn schenkten die Gastgeber den Lennetalern binnen 20 Minuten vier Gegentreffer ein. „Vom ganzen Defensivverhalten viel zu weich“ sei die Vorstellung seiner Mannen in dieser Phase gewesen, kritisierte Terzic und ergänzte mit Blick auf den 1:1-Zwischenstand (57.): „Schade, dass wir den Rhythmus und die Intensität der ersten 20 Minuten der zweiten Hälfte nicht halten konnten.“

Von Sachlichkeit geprägte Sätze waren aus dem Mund des 35-Jährigen in den vergangenen Monaten oft zu vernehmen gewesen. Angesprochen auf die personelle Situation, wurde Terzic aber deutlich. „Wir haben diesmal wieder drei A-Jugendliche reingeschmissen. Keine Spieler, die aus der A-Jugend hochgekommen sind, sondern A-Jugendliche“, erläuterte der Iserlohner die Hereinnahmen von Philip Fischer, Selcuk Öztürk und Adrian Kocur.

In Hünsborn fehlten mit Robin Breitenbach, Robert Bierkoch und Falk Fischer drei Akteure mit Landesliga-Erfahrung, was bei einem schmal besetzten Aufgebot, wie die FSV es hat, ein Schlag ins Kontor ist. Dass es nicht viele Alternativen gibt, war allen Beteiligten vor der Saison klar gewesen. Gleichwohl schlägt Terzic Alarm: „Personell sind wir im Moment schwer konkurrenzfähig.“

Auch an der Trainingsbeteiligung – nach eigener Aussage hatte der Coach seit Beginn der Vorbereitung nie mehr als zwölf Akteure in den Einheiten – stört sich der Iserlohner unverändert. „Wenn man unter der Woche nicht landesligatauglich trainiert, kann man am Sonntag nicht landesligatauglich Fußball spielen“, lautet Terzic’ Gleichung des Misserfolgs.

Der Sportliche Leiter Carsten Minker zeigt grundsätzlich Verständnis für den Ärger seines Trainers. „Eine schlechte Trainingsbeteiligung gefällt keinem Coach“, gesteht der 41-Jährige, der am Sonntag verhindert war und folglich bis Montagmittag mit Terzic noch nicht über die Pleite in Hünsborn gesprochen hatte. Gleichwohl sei der ausgedünnte Trainingsplatz nach Minkers Einschätzung „kein Werdohler Problem. Alle anderen Vereine ärgern sich darüber auch.“

Einmal mehr verteidigte der Sportchef die Personalpolitik. „Dass der Kader nicht mehr so breit ist wie er war, hat auch einen finanziellen Hintergrund“, betonte der Werdohler. Man habe das Aufgebot bewusst von rund 25 auf 19 bis 20 Spieler reduziert. Außerdem: „Hinter jedem Ausfall steckt eine Geschichte.“

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