FSV-Trainer Sander beklagt den „Torklau“ in Menden

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Emre Aydin (rechts) und die FSV Werdohl hatten sich bei der 1:2-Niederlage in Menden kämpferisch nichts vorzuwerfen. Spielerisch aber sah Trainer Manuel Sander Luft nach oben.

Werdohl - Der 2:0-Erfolg im Westfalenpokal am vergangenen Donnerstag gegen Westfalenligist Westfalia Wickede hat gezeigt, wozu die FSV Werdohl an einem guten Tag in der Lage ist. In der Fußball-Landesliga läuft die Elf von Trainer Manuel Sander nach dem 1:2 beim BSV Menden der Musik indes weiter hinterher. Für Ärger beim Coach sorgte eine Szene in der Schlussphase.

Da hatte Robert Bierkoch in Minute 84 des zweiten MK-Derbys binnen einer Woche die Kugel nach einer Freistoßflanke endlich zum 2:2-Ausgleich über die Linie gedrückt. Zumindest dachten das alle auf der Werdohler Bank – bis Schiedsrichter Philipp Hagemann die Aktion zurückpfiff. Allerdings nicht, wie es zunächst schien, wegen einer Abseitsposition von Bierkoch, sondern wegen eines vermeintlichen Foulspiels. Wer da wann wen angegangen sein soll, war aber nicht zu erkennen.

Entsprechend lautstark und vehement fielen die Proteste der FSV-Spieler und -Offiziellen aus. Im Falle von Sander wurde es Hagemann zu bunt – er schickte den Trainer auf die Tribüne. „Ich habe den Schiri nur gefragt, was los war. Da meinte er, das hätte jeder gesehen“, schilderte der Coach die Situation aus seiner Sicht und schob nach: „Er hat uns ein reguläres Tor geklaut.“

Sei’s drum: So ärgerlich die Szene aus Werdohler Sicht war, so wichtig ein Punktgewinn für die in der Liga weiter arg gebeutelte FSV auch gewesen wäre, so eindeutig ist auch für Sander, dass der Referee nicht der einzige war, dem im Huckenohl-Stadion Verfehlungen vorzuwerfen waren. „Fußballerisch geht es definitiv besser, da waren viele Unkonzentriertheiten drin“, äußerte sich der 31-Jährige kritisch zur Vorstellung seiner Schützlinge, die sich kämpferisch freilich am Optimum bewegten und bis zur letzten Sekunde nichts unversucht ließen, irgendwie noch Zählbares aus dem Nordkreis mitzunehmen.

Beide Mannschaften erhoben indes die taktische Disziplin zur obersten Spielerpflicht – entsprechend wenig Aufregung gab es lange Zeit in beiden Strafräumen. „Werdohl hat kompakt gestanden, das wussten wir ja vorher. Es war wie erwartet schwer für uns“, bilanzierte BSV-Trainer Sven Nieder, der den Sieg seines Teams „über die gesamte Spielzeit schon verdient“ fand.

Sander hingegen wertete die Art und Weise der achten Niederlage in der neunten Landesliga-Partie als „bezeichnend in unserer Situation“. Denn die, so viel ist bei allen sichtbaren Fortschritten unstrittig, hat sich noch nicht verbessert, steht die FSV mit drei Punkten doch weiterhin auf dem 14. Rang, der am Saisonende den Abstieg bedeuten würde.

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