Luft für Werdohl wird nach Derby-Niederlage dünner

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Lukas Kessler (rechts, im Zweikampf mit Dragan Petkovic) blieb beim attraktiven Kreisderby in Dröschede ein Torerfolg für die FSV Werdohl versagt.

Werdohl - Von irgendwoher in der Nähe der Trainerbänke kam die Frage, die irgendwie kommen musste: wie es denn für Alen Terzic sei – auf der „falschen“ Seite. „Ein bisschen komisch. Aber für jetzt wird es schon irgendwie gehen“, entgegnete der Trainer von Fußball-Landesligist FSV Werdohl schmunzelnd bei seiner Rückkehr zu Borussia Dröschede. Jenen Verein, den Terzic jahrelang erfolgreich trainiert hatte.

Viele Umarmungen und auch ein paar Frotzeleien gehörten für den Iserlohner beim MK-Derby am Freitagabend, das die FSV trotz einer ansprechenden Leistung mit 2:3 verlor, einfach dazu. „Es war wie immer schön, nach Dröschede zurück zu kehren. Aber das Ergebnis hätte ich mir natürlich anders gewünscht“, so das wenig überraschende Fazit des Werdohler Coaches.

Einmal mehr musste Terzic seine Elf verletzungsbedingt auf zentralen Positionen umbauen. Im Tor vertrat Simon Felbick Stammkeeper Markus Grete, der sich im Spiel gegen Meschede eine Knöchelverletzung zugezogen hatte. Die wird ihn vermutlich in den kommenden Wochen weiter zum Zuschauen verdammen.

Und in der Innenverteidigung feierte Redouane El Alami ein Comeback, der seit Terzic’ Amtsantritt zu Beginn des Jahres nur noch in der zweiten Mannschaft zum Einsatz gekommen war. Das Resultat dieser neuerlichen Umbaumaßnahmen konnte sich sehen lassen. „Wir haben defensiv deutlich besser funktioniert als in den Wochen zuvor“, betonte der FSV-Trainer.

Auch wenn diese Analyse keineswegs unzutreffend erschien, gelang es den Werdohlern trotzdem nicht, der offensiven Schlagkraft der Borussen um Doppeltorschütze Arif Et gänzlich die Wucht zu nehmen. Aber auch die Hausherren wurden von einer kompakt verteidigenden und mit offenem Visier nach vorne agierenden FSV immer wieder in Bedrängnis gebracht. 90 hochinteressante Minuten, die aus Werdohler Sicht einen kleinen, aber feinen Makel hatten: Sie brachten keine Punkte.

Deren drei verbuchte am Wochenende hingegen die Konkurrenz im Abstiegskampf aus Menden (2:0-Überraschungserfolg in Finnentrop) und Hüsten (2:1 gegen Schlusslicht Siegen II). Damit überholte der BSV die Terzic-Elf dank des besseren Torverhältnisses in der Tabelle – und auch die vor Wochen vermeintlich schon abgeschriebenen Hüstener sind plötzlich nur noch fünf Zähler entfernt.

„Es hat sich schon etwas geändert“, gab Terzic angesichts des geschmolzenen Polsters zu, das einst zwölf Punkte dick war. Andererseits: „Nach wie vor haben wir alles in der eigenen Hand. Wir haben aufsteigende Tendenz.“ Und geht es nach den Werdohlern, soll die am Pfingstmontag gegen den SV Hohenlimburg zu Zählbarem führen. - Von Christian Müller

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