Handball-Landesliga

Landesliga-Neustart: Nocke wünscht sich Annullierung der bisherigen Spiele

Handballtrainer in der Auszeit
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Stephan Nocke rechnet nicht mit einer schnellen Rückkehr in die Sporthalle.

Am Dienstagabend wird über die Saisonfortsetzung in den Spielklassen des HV Westfalen beraten. Stephan Nocke, Trainer des Landesligisten HSG Lüdenscheid, bleibt skeptisch.

Lüdenscheid – Am Dienstagabend treffen sich die Vertreter der Männer-Mannschaften aus den Spielklassen des Handball-Verbandes Westfalen in einer Videokonferenz, um zu beraten, wie es mit der Saison 20/21 weitergehen kann. Die Landesliga-Konferenz findet ab 18 Uhr statt. Was wünscht sich die Basis? Sportredakteur Thomas Machatzke hat mit Stephan Nocke, Trainer des Handball-Landesligisten HSG Lüdenscheid, darüber gesprochen.

Stephan Nocke, am Dienstagabend kommen Staffelleitung und Vereine zusammen: Welches Ergebnis wünschen Sie sich?
Das ist eine sehr gute Frage. Wünsche hat man viele, aber letztlich sind wir von der Politik abhängig. Wenn ich ehrlich bin, sehe ich uns nicht vor März oder April in der Sporthalle. Solange die Zahlen steigen und auch der Impfstoff noch nicht da ist, bleibt doch immer ein Restrisiko. Ich glaube nicht, dass die Vereine und Verbände da etwas anderes beschließen. Mein Wunsch wäre, dass wir vielleicht im Februar wieder trainieren können. Es fehlt einem was…
Wie könnte eine Saisonfortsetzung denn in Bezug auf das Spielsystem aussehen? Was halten Sie für plausibel?
Ich persönlich bin dafür, alle bisherigen Spiele zu annullieren, was natürlich aus unserer Perspektive auch gut wäre, denn wir haben ja zweimal verloren. Ich würde versuchen, eine einfache Runde durchzubekommen und so die Auf- und Absteiger zu ermitteln. Eine Alternative ist, die Saison komplett zu annullieren und dann im Herbst neu zu starten. Natürlich kann man auch die bisherigen Spiele mitnehmen und die einfache Runde spielen und vielleicht Play-offs anschließen wie in der 3. Liga. Letztlich muss aber alles in der Zeit durchführbar sein.

Natürlich kann es da sein, dass sich der Nachwuchs umorientiert. Wir müssen sehen, dass er uns nicht wegläuft, denn dann bricht uns die Basis weg. 

Stephan Nocke (HSG Lüdenscheid)
Der Lockdown setzt allen zu. Wie ist denn die Stimmung in Ihrer Mannschaft?
Sehr gut. Die Jungs bekommen Aufgaben, die auch gut abgearbeitet werden. Wir haben eine WhatsApp-Gruppe, in der die Laufzeiten eingetragen werden. Ich erstelle eine Tabelle und werte sie mit einem Athletiktrainer aus. So weit es geht, gibt es dann noch Aufgaben, die in Zweier-Gruppen zu erledigen sind. Alle ziehen gut mit, die Jungs haben Spaß bei dem, was sie da machen müssen.
Das Handballjahr 2020 ist praktisch ein Streichergebnis: Befürchten Sie, dass Ihr Sport nachhaltig Schaden nimmt?
Auch das ist eine schwierige Frage: Bis zur 4. Liga, also im Bereich, in dem Geld bezahlt wird und alles mit Sponsoren professioneller aufgestellt ist, kann man es vielleicht etwas besser auffangen als im Breitensportbereich. Wir sind da sehr auf die Einnahmen aus den Spieltagen angewiesen. Aber ich will nicht schwarzsehen, auch wenn wir aufpassen müssen. Das Vereinsleben leidet. Natürlich kann es da sein, dass sich der Nachwuchs umorientiert. Wir müssen sehen, dass er uns nicht wegläuft, denn dann bricht uns die Basis weg. Viele Nachteile für den Handball hat das Corona-Jahr auf jeden Fall gehabt!
Stephan Nocke, vielen Dank für das Gespräch!

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