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Landesliga: Mehr Absteiger, weniger Aufsteiger, zwei Staffel-Modelle

Handball Zweikampf
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Die HSG Lüdenscheid (Foto) und die HSV Plettenberg/Werdohl sind aus dem Altkreis Lüdenscheid in der Männer-Landesliga dabei.

Die Eckdaten für die Saison der Handball-Landesliga stehen. Am Donnerstagabend stellte der Verband den Vereinen zwei Spielmodelle vor. Nun dürfen die Vereine wählen.

Kreisgebiet – Es war der letzte digitale Staffeltag im Handballverband Westfalen: Nach den Ober- und Verbandsligen waren am Donnerstagabend die Landesligisten dran. Erst die Frauen, dann die Männer – die Spieltechniker des Verbandes, Andreas Tiemann und Bernd Kuropka, hatte geladen, und neben den Vereinsvertretern war auch HV-Präsident Willi Barnhusen der Einladung zum Austausch im Rahmen einer Videokonferenz gefolgt.

Tiemann stellte den Vereinen in bewährter Manier zwei Spielmodelle vor. Durch den vermehrten Aufstieg in den vergangenen beiden Spiel bei gleichzeitiger Aussetzung des Abstiegs sind die Spielebenen deutlich voller geworden, greifen die üblichen Modelle mit Anzahl der Staffeln und entsprechender Sollstärke nicht mehr.

Klar machte Tiemann im Rahmen der Konferenz indes eines: Ziel des Verbandes ist es, die Spielebenen mittelfristig wieder auf das Niveau der Vor-Corona-Zeit zurückzuführen. Das bedeutet: weniger Aufsteiger, mehr Absteiger. „Wir wollen es in einer angemessenen Zeit auf die alten Zahlen zurückführen“, sagte Tiemann, „angemessen sind sicherlich keine zehn Jahre. Aber wir werden auch nichts über Knie brechen.“ Dem Chef der Spieltechnik schwebt eher ein Zeitraum von drei bis vier Jahren vor.

Mehr Absteiger, weniger Aufsteiger, zwei Staffel-Modelle

Die Vereine dürfen nun bis Montag aus zwei Spielvarianten wählen (siehe Übersicht), wobei in keiner Variante bereits jetzt feststeht, wie viele Mannschaften am Ende absteigen müssen. Ein wenig kurios: Sollten die Männer-Landesligisten Variante 1 (kleinere Staffeln, komplette Hin- und Rückserie) wählen, gibt es nur zwei Aufsteiger zur Verbandsliga, in Variante 2 wären es per Definition drei. „Wir können“, sagte Tiemann, „aber sicher noch darüber reden, die Zahl der Aufsteiger auch in der ersten Variante auf drei zu erhöhen.“

Und sonst? Der Saisonstart liegt definitiv auf dem ersten September-Wochenende fest, ganz gleich, welches Spielsystem am Ende gewählt wird. Bis zum Montag – also relativ kurzfristig – werden die Vereine ihre Rückmeldung geben müssen, welches Modell sie favorisieren und auch, ob sie sich regionale Gruppen oder eine offene Auslosung der Staffeln wünschen.

Gemeinsam wollen wir das Unwort des Jahres endlich überwinden.

Andreas Tiemann (Vizepräsident Spieltechnik des HV Westfalen)

Bei einer Auslosung könnte es zum Beispiel sein, dass die Handballer aus Lüdenscheid oder Werdohl bis nach Minden reisen müssten. Dieser Aspekt der Abfrage dürfte eine eher rhetorische Frage sein.

Ob ab September mit einem Testkonzept gespielt werden muss oder nicht – die Verantwortlichen des Verbandes ließen diese Frage offen. Die Zeit wird es zeigen, welche Anforderungen der Spielbetrieb an die Vereine stellen wird. Zu gegebener Zeit wird der HV im Videoformat darüber unterrichten, in welche Richtung es sich bewegen wird.

Prekäre Schiedsrichter-Situation: Hoffen auf Sonntagstermine

Hohe Anforderungen wird der Spielbetrieb mit deutlich mehr Spielen auf jeder Ebene an den Verband stellen – vor allem im Schiedsrichterbereich, denn während es immer mehr Mannschaften in der Ober-, Verbands- und Landesliga geworden sind, trifft dies für die Referees nicht unbedingt zu.

So wünscht sich der Verband, dass die Vereine die Heimspiele „aufgrund der prekären Schiedsrichter-Situation paarig“ auf den Samstag und den Sonntag verteilen. „Jedes Sonntag-Heimspiel hilft uns“, stellte Andreas Tiemann fest und nahm am Ende die Vereine mit auf den Weg in der Hoffnung auf eine halbwegs normale Spielzeit 21/22. „Gemeinsam“, sagte Tiemann, „wollen wir das Unwort des Jahres endlich überwinden.“

Landesliga Männer (68 Mannschaften, Altkreis-Starter HSG Lüdenscheid und HSV Plettenberg/Werdohl)

Variante 1:

  • sechs Staffeln (12/12/11/11/11/11)
  • die jeweils Gruppenersten spielen in einer einfachen Runde die beiden Aufsteiger aus
  • die Gruppenletzten steigen auf jeden Fall ab, weitere Absteiger hängen von den Oberligen und Verbandsligen ab

Variante 2:

  • fünf Staffeln (14/14/14/13/13)
  • einfache Runde
  • danach spielen die Plätze eins bis sechs in drei Gruppen um den Aufstieg (einfache Runde, Punkte werden mitgenommen); die Gruppensieger steigen auf, es gibt also in diesem Fall drei Aufsteiger zur Verbandslig
  • die Plätze sieben bis 14 spielen in vier Gruppen gegen den Abstieg (einfache Runde; Punkte werden mitgenommen)

Landesliga Frauen (58 Mannschaften Altkreis-Starter HSG Lüdenscheid)

Variante 1:

  • fünf Staffeln (12/12/12/11/11)
  • normale Runde
  • die fünf Gruppenersten spielen in einer einfachen Runde die beiden Aufsteiger aus (eventuell Wochenspieltage)
  • die Gruppenletzten steigen auf jeden Fall ab

Variante 2:

  • vier Staffeln (15/15/14/14)
  • einfache Runde
  • danach spielen die Plätze eins bis sechs in vier Gruppen um den Aufstieg (Hin- und Rückrunde, Punkte werden mitgenommen). Die Gruppensieger steigen auf.
  • die Plätze sieben bis 15 spielen in vier Gruppen gegen den Abstieg (Hin- und Rückrunde, Punkte werden mitgenommen)

Die Zeitplanung bis zum Start:

  • 21. Juni: Abgabe der Rückmeldung zu gewünschten Staffelgrößen etc.
  • 24. Juni: eventuell Auslosung der Staffeln (für den Fall, dass nicht nach geographischen Gesichtspunkten eingeteilt wird)
  • bis 1. Juli: Anlegen der Staffeln
  • bis 1. August: Vereinseingabe der Heimspieltermine
  • bis 15. August: Abgabe der Abfrage zu Trikots und Zeitnehmern
  • 4./5. September: Saisonstart

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