Handball

HSG zwingt "Unbesiegbare" in die Knie

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Elf Tore zum Sensationssieg über den bislang ungeschlagenen Spitzenreiter: Phil Lausen.

LÜDENSCHEID – Die Fans standen längst, der Jubel kannte beinahe keine Grenzen in der BGL-Sporthalle: Als Rechtsaußen Calvin Broscheit vier Sekunden vor Schluss einnetzte, hatte die Handball-Landesliga auf der Saisonzielgeraden noch ihre kleine Sensation: Die HSG Lüdenscheid brachte dem überlegenen Tabellenführer und künftigen Verbandsligisten Westfalia Hombruch seine erste Saisonniederlage bei, setzte sich am Ende hauchdünn mit 26:25 (14:9) durch und hat weiter sogar noch Chancen auf Rang drei in der Endabrechnung.

Dabei hatte dier Partie 60 Minuten lang Hochspannung geboten, die Zuschauer zwei rote Karten im umkämpften Duell ebenso gesehen wir letztlich zwei Teams, die infolge der Kraftanstrengung körperlich förmlich auf dem „Zahnfleisch gingen“. Die Bergstädter gingen gegen den ersatzgeschwächten Gast (ohne Berghoff, Bergmann, Hoffmann und Keeper Humberg mit nur acht Feldspielern) sofort hoch konzentriert zu Werke und spielten die vielleicht beste erste Halbzeit der Saison.

Die 5:1-Abwehr funktionierte gut, aber ganz auszuschalten war die ausgezeichnete Westfalia-Offensive natürlich nicht. Doch da hatte die HSG das große Plus auf ihrer Seite, den einmal mehr überragenden Schlussmann Marcel Kämmerer. Der machte vor dem Wechsel den ganz großen Unterschied und ermöglichte den Gastgebern eine ständige Führung brachte. Vom 3:3 (7.) ging's über 6:4 (11.), 10:6 (18.) mit deutlichem Vorsprung in Richtung Halbzeit.

Rote Karten gegen Ole Sasse und Beckmann

Und das Duell der Toptorjäger entschied Vorjahresschützenkönig Phil Lausen gegen den Hombrucher Ole Sasse klar zu seinen Gunsten in der konzentriert abschließenden HSG-Offensivabteilung. Sechs Mal hatte der Bergstadt-Hüne eingenetzt, zwei Mal der aktuelle Leader der Torschützenliste, als es beim Stand von 14:9 für die entfesselt aufspielende HSG zum direkten Duell der Tor-Giganten kam: Sasse griff Lausen von hinten schwerst regelwidrig in den Wurfarm, geriet beim gemeinsamen Sturz unter den Bergstädter. Folgenreich: Zur roten Karte Sasses gesellte sich – weit schlimmer - eine Verletzung im Ellenbogengelenk, die seinen Transport in die Sportklinik bedingte.

Direkt nach Wiederbeginn stellte die HSG dann auf dem Feld prompt wieder den Gleichstand her: Beckmann griff in Arm und Gesicht von Müller, auch hier war „rot“ die Folge. Ein Ausfall, der für das Team von Trainer Volker Schnippering aber vielleicht sogar schwerer wog als der von Ole Sasse für die Gäste, denn die Bergstädter hatten nunmehr mit Lausen nur nch einen echten Rückraumshooter auf dem Parkett, auf den sich die Hombrucher Deckungsschwergewichte Feldmann und Asshoff konzentrieren konnten.

Gestützt auf einen nun sehr starken Steinhauer zwischen den Pfosten machte die gute 6:0-Abwehr der Hombrucher den Hausherren das Leben von Minute zu Minute schwerer. Und weil vorn Müller, Torben Sasse und auch Feldmann noch ein Trio aus dem Rückraum erfolgreich abschloss, zudem Außen Thues knabberte Hombruch ganz langsam Stück für Stück vom HSG-Vorsprung ab. Vom 16:14 (38.) an wurde die Partie zum echten Krimi, weil sich die HSG Fehlversuche und einige leichtsinnige Ballverluste erlaubte. Als die Lauritsch-Sieben beim 17:17 erstmals wieder ausglich (42.) schien die Wende in der Luft zu liegen. Nitsch, Broscheit und Lausens Energieleistung sorgten noch einmal für ein 20:18 der Bergstädter.

Ein 3:0-Lauf bescherte Hombruch die erste Führung des Spiels (20:21, 50.), die es beim 23:24 (55.) wiederholte. Der gerade zuvor schon einmal erfolgreiche Co-Trainer Kroll, auf der „letzten Rille“ Torgarant Lausen und schließlich Calvin Broscheit mit dem finalen Akt ließen dann aber doch die HSG hauchdünn triumphieren, der ein gewaltiger Adrenalinstoß dann auch noch die Kraft zum gewaltigen Schlussjubel verschaffte.#

HSG: Kämmerer, Ferizi (n.e.) - Hurlbrink, Füller (3), Plate (3/2), Beckmann (1), L. Weichelt (2), Kroll (2), Lausen (11), Lenz (n.e.), Fenner, Broscheit (3), Nitsch (1)

Westfalia: Hering (1.-19.), Steinhauer (ab 19.) - Bothmann, Asshoff (1), T. Sasse (5), J. Sasse (4/2), O. Sasse (2), Thues (5), Müller (4), Feldmann (4)

Schiedsrichter: Diebecker/Wiggeshoff (Menden)#

Zeitstrafen: HSG 2 plus rote Karte gegen Beckmann (grobes Fouls/31.23), Westfalia 2 plus Rote Karte gegen Ole Sasse (grobes Foul/29.37)

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