Handball, Landesliga-Splitter

Ein oder zwei Punkte bis zur Glückseligkeit

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Mittelmann Julius Hahn muss am Samstag gegen Hohenlimburg den Weg zum Erfolg suchen, auch wenn es wehtut, wie hier gegen Volmetals Sokat (l.) und Kandolf.

Kreisgebiet - Noch zwei Spielrunden stehen in der Handball-Landesliga an. Während die HSG Lüdenscheid sich den Klassenerhalt direkt sichern will, kommt die HSV Plettenberg/Werdohl wohl nicht um die Relegation herum.

HSG Lüdenscheid – HSG Hohenlimburg (Samstag, 14 Uhr):  „Ein Punkt ist das Minimalziel“, gibt HSG Lüdenscheids scheidender Coach Friedhelm Ziel die untere Marke auf dem Weg zum Ligaerhalt vor, wenn der Landesligist mit seinen 17 Zählern am Samstag zur ungewohnten Mittagszeit (14 Uhr, Sporthalle Bergstadt-Gymnasium) den Namensvetter aus Hohenlimburg empfängt.

Dieser Zähler könnte nämlich am vorletzten Spieltag zum Ligaerhalt reichen, wenn die DJK SG Bösperde (16 Punkte) in harzfreier Halle beim Tabellendritten TG Voerde unterliegt. Dann nämlich hat die HSG den besseren direkten Vergleich auf ihrer Seite wie auch im Duell mit Letmahe (14), das aber ohnehin zum Saisonfinale noch nach Bösperde muss. „Zumindest sichert uns der Punkt die Chance, dann am letzten Spieltag mit einem Sieg bei Absteiger Wellinghofen alles klar zu machen“, unterstreicht der Coach noch einmal die Bedeutung des Duells mit der Truppe vom Ex-Lüdenscheider Faruk „Bierdeckel“ Brahimi, am Samstag.

Zwar hatte Hohenlimburg zuletzt die Reserve gestärkt, um deren „Überleben“ in der Bezirksliga zu sichern, aber dennoch noch ein Team aufs Parkett der Rundturnhalle geschickt, das ein aber arg gerupftes Aufgebot aus Olpe mit 34:24 regelrecht auseinandernahm. Tempospezialist Schachulski, Rückraum-Shooter Bauer, Spielmacher Wetzel, Keeper Fritzsche in Verbindung mit dem reaktivierten Abwehrspezialisten Bogdan Wittke. und Co. verkörpern nach wie vor höheres Liganiveau.

Zudem ist offen, mit welcher Besetzung der Gast in der BGL-Halle auflaufen wird, denn nach Abschluss seiner Doktorarbeit steht auch Philipp Wittke dem Vernehmen nach wieder zur Verfügung. Die Hausherren sind zum personellen Improvisieren gezwungen, die Liste der Ausfälle mit Duda, Hurlbrink, L. Weichelt, Lausen, Fenner und Behnke-Schoos sowie jüngst Plischka (alle verletzt bzw. Karriereende) ergänzen auch Keeper Ferizi (privat verhindert) und Kreisläufer Nitsch (als Surflehrer nach Heiligenhafen), ist irre lang, wird durch Gruber, Ritthaler und Celikkaya sowie Müller (alle Reserve) halbwegs kompensiert. Doch Ziel klagt nicht, stellt sich der Herausforderung und hat sein Team intensiv vorbereitet. „Im Hinspiel haben wir nur 19 Gegentore kassiert, Voraussetzung für eine Wiederholung ist eine konzentrierte Angriffsleistung mit sicheren Abschlüssen, um Hohenlimburg nicht zu seiner starken Gegenstoßwaffe einzuladen.“

Gevelsberg-Silschede – HSV Plettenberg/Werdohl (Samstag, 19.15 Uhr):  „Noch zwei Spiele, dann machen wir einen Haken hinter die Saison“, sagte Kai Henning nach der 21:32-Heimniederlage der HSV Plettenberg/Werdohl gegen den HSC Haltern-Sythen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es aber nicht bei diesen beiden Spielen bleibt, ist seit Sonntag ein Stück größer geworden. Denn Letzter der Verbandsliga können die Lennetaler nach der Niederlage des TV Halingen in Hattingen nicht mehr werden, besser als Vorletzter nach den Erfolgen von Teutonia Riemke und der SGSH Dragons II aber wohl auch nicht. Denn dazu müssten in den beiden letzten Runden noch mindestens drei Punkte her, und die Bochumer dürften keinen mehr holen.

Letzteres ist angesichts der Riemker Gegner Westfalia Hombruch und Haltern-Sythen zwar nicht unwahrscheinlich, aber gleichsam unerwartet kämen drei Zähler der HSV am morgigen Samstag bei der HSG Gevelsberg-Silschede (19.15 Uhr, Sporthalle Gevelsberg-West) und zum Ausklang gegen den TuS Bommern am 11. Mai in Böddinghausen. Bliebe es also bei Rang 13, winkt die Relegation gegen den Vorletzten der Staffel 1. Hier ist die Ahlener SG II nach dem Abzug von sechs Punkten wegen des Einsatzes des in der ersten Mannschaft festgespielten Niklas Seifert in drei gewonnenen Begegnungen erster Kandidat. Ahlen trennen aber nur zwei Zähler von Schlusslicht TuS Nettelstedt II. Ergo muss hier noch abgewartet werden. Und ob die Relegation überhaupt zum Erfolg führt, hängt davon ab, ob Oberliga-Meister LIT Tribe Germania aus Minden und Hille den Sprung in die 3. Liga schafft.

Aktuell gibt es somit auch nach Ostern noch einige ungelegte Eier, kann die HSV nur von Spiel zu Spiel denken. Und da wäre zunächst der morgige Auftritt beim Rangfünften. Im Hinspiel gab es gegen die HSG Gevelsberg Silschede mit 22:34 die höchste Heimniederlage. Damals zählte das Team von Trainer Sascha Simec noch zu den Titelanwärtern, bis Mitte Februar blieb dies auch so. Doch aus den folgenden acht Spielen gab es mit fünf Punkten nur einen mageren Ertrag, zuletzt wurde dreimal in Folge verloren – die Chance selbst auf den zweiten Platz und die Oberliga-Relegation ist somit futsch. Wie bei den Lennetalern, so ist auch bei der HSG der Akku leer.

Beide Teams müssen mit einem kleinen Kader auskommen, der Belastung zollen gerade die Leistungsträger nun Tribut. „Die Euphorie ist in Gevelsberg sicherlich dahin. Es ist schwer einzuschätzen, ob es nur ein Sommerkick wird“, kennt Henning seinen Kollegen Simec zwar als sehr ehrgeizigen, aber auch realistischen Coach. „Wir können nur versuchen, den Favoriten so lange es geht zu ärgern, wie das gegen Haltern ja 45 Minuten gut geklappt hat“, sagt der HSV-Coach, der am Dienstag trainingsfrei gab und deshalb im Bezug auf die Besetzung des Kaders die gestrige Einheit abwarten musste.

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