FSV Werdohl geht mit Alen Terzic in die neue Saison

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Der alte Trainer ist zugleich der neue: Alen Terzic (links, im Gespräch mit Musa Sesay) hat sich nach neuerlichen Gesprächen mit der Vereinsführung in dieser Woche entschieden, Trainer der FSV Werdohl zu bleiben.

Werdohl - Mit dieser Entwicklung hätten in der heimischen Fußball-Szene wohl die wenigsten gerechnet: Alen Terzic widerruft seine am 22. Mai ausgesprochene Absage und bleibt auch in der neuen Saison Trainer beim Fußball-Landesligisten FSV Werdohl.

Diese Entscheidung traf der Iserlohner am Donnerstagabend in Abstimmung mit dem Sportlichen Leiter Carsten Minker und dem Vorsitzenden Thomas Dinter.

Heute vor 43 Tagen hatte sich Terzic entschieden, der FSV nach Ablauf der vergangenen Spielzeit den Rücken zu kehren. Als Grund gab der 34-Jährige damals vor allem die fehlende sportliche Perspektive an. Seither arbeitete Sportchef Minker fieberhaft an einer Nachfolgelösung. Doch die Suche nach einem neuen Coach gestaltete sich angesichts des späten Zeitpunktes schwierig.

Ungeachtet dessen schob der Verein dem Vernehmen nach konzeptionelle Veränderungen an, die Terzic schon weit vor seiner vorläufigen Entscheidung contra FSV angemahnt hatte: Verjüngung des Kaders, Optimierung von Abläufen um die Mannschaft herum. „Der Verein war sehr aktiv dabei, einige Dinge zu verändern“, zeigte sich Terzic im Gespräch mit unserer Zeitung am Freitag beeindruckt: „Entscheidend war für mich auch die Art und Weise, wie Carsten Minker und Thomas Dinter sich um mich bemüht haben.“

In den vergangenen Tagen hatte der FSV-Vorsitzende noch einmal Kontakt zu dem Trainer aufgenommen. Schließlich entstand eine – für Landesliga-Verhältnisse durchaus kurios – Telefon-Konferenz durch halb Europa: von Minker aus Werdohl über den in Kroatien im Urlaub weilenden Terzic bis hin zu Dinter, der derzeit auf Mallorca Ferien macht. Am Dienstag dieser Woche saßen Minker und Terzic nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub dann rund dreieinhalb Stunden zusammen, um die Möglichkeit einer erneuten – oder je nach Sichtweise: weiteren – Zusammenarbeit auszuloten. „Ich hatte mich schon auf eine Pause eingestellt“, sagte der Coach. Dann aber schlug bei ihm das Pendel erneut in Richtung Werdohl aus: „In den vergangenen Tagen hat es sich klar in diese Richtung abgezeichnet.“

Minker hatte schon in der vergangenen Saison nie einen Hehl daraus gemacht, dass er mit dem Iserlohner am liebsten auch in die neue Spielzeit gehen wollte. Ist Terzic am Ende also Wunsch- und Notlösung zugleich? Klares „Nein“ vom Werdohler Funktionär: „Aufgrund der fachlichen Kompetenz von Alen kann man nicht von einer Notlösung sprechen. Es ist für uns einfach eine glückliche Fügung.“

Alles andere als glücklich verlief für die FSV bekanntlich die vergangene Saison. Erst mit einem Schlussspurt brachte die Elf den Klassenerhalt unter Dach und Fach. Die Zusammensetzung der Mannschaft hat sich vor dem Trainingsauftakt (voraussichtlich am kommenden Dienstag) verändert. Erfahrene, teilweise strategisch wichtige Figuren wie Murat Kaya, Redouane El Alami, Fisnik Zejnullahu oder Damiano Intravaia haben sich verabschiedet. Perspektivspieler wie Benjamin Zekovic oder Philipp Fischer aus der A-Jugend des TuS Plettenberg rücken auf. „Natürlich ist uns Substanz verloren gegangen“, gab Terzic zu, und erläuterte: „Uns steht ein Übergangsjahr bevor, in dem es in erster Linie darum gehen wird, die Landesliga weiter zu sichern.“ Anderseits: „Zu einer sportlichen Perspektive gehört nicht nur die Tabellenposition.“

Die personelle Planung ist noch nicht abgeschlossen. „Wir und Alen selbst sind der Ansicht, dass wir den Kader weiter auffrischen und verjüngen mussen. Darum sind wir weiter bemüht“, betonte Minker – wissend, dass der Markt Anfang Juli nicht mehr allzu viele Optionen bietet. Aber wer weiß: Vielleicht gelingt der FSV auf dem Transfermarkt ja die nächste Überraschung.

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