Trainer Terzic verlässt FSV Werdohl zum Saisonende

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Die Tage von Alen Terzic bei der FSV Werdohl (links, im Gespräch mit Musa Sesay) sind gezählt. Der Trainer entschied sich gegen einen Verbleib am Riesei und beendet sein Engagement zum Saisonende.

Werdohl - Nach nur einer Halbserie muss die FSV Werdohl erneut auf Trainersuche gehen. Alen Terzic hat die Mannschaft des Fußball-Landesligisten beim Training am Donnerstagabend darüber informiert, dass er in der kommenden Saison nicht mehr als Coach am Riesei zur Verfügung stehen wird. Ein Nachfolger für den 34-jährigen Iserlohner steht noch nicht fest.

Als Grund für seine Demission führte Terzic „die begrenzte sportliche Perspektive“ an. Der langjährige Trainer des Liga-Rivalen Borussia Dröschede hatte erst zu Beginn des Jahres in Werdohl Marco Sadowski abgelöst, von dem sich die FSV Ende November getrennt hatte. „Wir spielen momentan gegen den Abstieg. Aktuell deutet nicht viel darauf hin, dass sich diese Zielsetzung in der kommenden Saison korrigieren lässt“, erläuterte Terzic seine Entscheidung im Gespräch mit unserer Zeitung.

Es ist insbesondere die schwache Trainingsbeteiligung, an der sich der Iserlohner stört. Viele Akteure aus dem aktuellen FSV-Kader können aufgrund ihrer beruflichen Situation nur eingeschränkt an den drei Einheiten wöchentlich teilnehmen. „Daran lässt sich schwer etwas ändern“, räumt Terzic zwar ein. Dennoch gilt nach seiner Einschätzung: „Unter den derzeitigen Trainingsvoraussetzungen ist es schwierig, das Team zu entwickeln und auf ein anderes Niveau zu bringen.“ Dass er seine Entscheidung erst so spät traf, hatte offenbar einen einfachen Grund: „Ich habe natürlich auch nach Lösungen gesucht. Deshalb hat es ein bisschen länger gedauert.“

Den hohen zeitlichen Aufwand mit den Fahrten von Iserlohn nach Werdohl wollte der 34-Jährige ebenso wenig als Grund für die Trennung von der FSV anführen wie mögliche Kontakte zu anderen Klubs. „Ich habe weder einen anderen Verein in der Hinterhand noch plane ich, ein Jahr Pause zu machen“, konnte der Trainer zu seiner sportlichen Zukunft noch keine Aussage treffen.

Carsten Minker, Sportlicher Leiter der FSV, zeigte sich von Terzic’ Entscheidung nicht überrascht. „Das war ein Stück weit abzusehen“, so der 40-Jährige. „Trotzdem ist es eine enttäuschende Sache, dass wir in einer für uns so unzufrieden stimmenden Saison zwei Trainer verschlissen haben, die beide gesagt haben: Das, was ich hier vorfinde, ist – gemessen am Trainingsbetrieb – landesliga-inakzeptabel“, ergänzte Minker. Die Beweggründe des noch amtierenden Coaches nannte der Sportchef „absolut verständlich“ und gestand mit Blick auf die vielen beruflich bedingten Fehlzeiten: „Der Kader ist da vielleicht etwas unglücklich zusammengestellt.“ Andererseits sei es bei den Verpflichtungen der Spieler schwierig, „da wirklich Einfluss zu nehmen“.

Einen Plan für Terzic’ Nachfolge – dem dritten FSV-Trainer binnen zwölf Monaten – gibt es noch nicht. Auch, ob der neue Mann erneut ein externer Kandidat sein wird oder jemand aus dem Umfeld des Vereins, ist offen. Minker deutete lediglich an: „Wir brauchen den besten Trainer für die FSV. Das muss nicht unbedingt der sein, der woanders den größten Erfolg gehabt hat.“ Zudem genießt erst einmal die Sicherung des Klassenerhaltes Priorität.

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