Auf Kufen zum Edelmetall: Die WM in Winterberg

Die Oberbärenburger Cathleen Martini, die ihre Karriere in Winterberg beendet, und Weltmeister Francesco Friedrich, der mit dem Winterberger Thorsten Margis an den Start geht.

Winterberg - Sport auf messerscharfen Kufen steht in den kommenden zwei Wochen in Winterberg im Mittelpunkt. Die Elite des internationalen Eiskanal-Sports ermittelt dort bei den BMW FIBT Bob & Skeleton Weltmeisterschaften 2015 ihre neuen Titelträger. Zum Auftakt starten bereits am Donnerstag (ab 14.45 Uhr) die ersten Läufe der Zweierbob-Wettbewerbe der Frauen.

Von Martin Meyer

Die Bobbahn in Winterberg ist zum Abschluss des nach-olympischen Winters nach 1995 zum vierten Mal Austragungsort einer FIBT-WM – für die Athleten auf dem Skeleton ist es sogar eine echte WM-Premiere. Rund 300 Sportler aus 28 Nationen erwarten die WM-Organisatoren im Hochsauerland zu den Titelkämpfen, darunter viele Sieger und Medaillengewinner der zurückliegenden Weltmeisterschaften und Olympischen Winterspiele.

Ticketinformationen gibt es unter www.winterberg2015.de. Kinder bis einschließlich 10 Jahre haben freien Eintritt. Veranstaltungen außerhalb des Bahngeländes sind nicht im Ticket enthalten. Die Tageskasse hat an allen Renntagen geöffnet.

In der Auftakt-Woche wird Gold, Silber und Bronze in drei Disziplinen vergeben. Jeweils vier WM-Läufe stehen auf dem Programm im Zweierbob der Frauen (Donnerstag und Samstag) und Zweierbob der Männer (Freitag und Sonntag), bevor am Sonntag auch die neuen Team-Weltmeister ermittelt werden. Die Liste der möglichen Anwärterinnen auf Titel und Medaillen im Zweierbob ist lang. Die WM-Zweite von 2013, Elana Meyers Taylor, könnte die erste Bob-Weltmeisterin aus den USA werden. Zu rechnen ist sicher auch mit Kaillie Humphries. Die Kanadierin bewies bei vier der fünf Saison-Höhepunkte der letzten Jahre ihr goldenes Händchen an den Lenkseilen und wurde 2010 in Vancouver und 2014 in Sotschi Olympiasiegerin sowie 2012 in Lake Placid und 2013 in St. Moritz Weltmeisterin.

Mit Heimvorteil im Rücken geht Anja Schneiderheinze an den Start. Viermal stand die EM-Zweite von 2011 und 2013 im Weltcup-Winter 2014/2015 auf dem Podium, feierte in St. Moritz ihren dritten Weltcup-Sieg und wurde in La Plagne erstmals Europameisterin. An ihrer Seite dabei: Annika Drazek, 19 Jahre alt, Siebte der U18-WM 2011 über 100 Meter und erst seit Januar im deutschen Bob-Team. Neben dem Duo Schneiderheinze/Drazek dürfen sich die Fans übrigens noch auf drei weitere deutsche Frauen-Zweierbobs freuen: Pilotin Cathleen Martini, Weltmeisterin von 2011, will ihre erfolgreiche Karriere in Winterberg entsprechend abschließen, Miriam Wagner kommt als Junioren-Weltmeisterin nach Winterberg, und Stefanie Szczurek feiert auf heimischem Eis ihre WM-Premiere.

Bei den Männern steht Lokalmatador und Titelverteidiger Francesco Friedrich jedenfalls mit auf der Kandidatenliste für den Zweierbob-Titel. Drei Siege feierte der frisch gekürte Europameister im Weltcup-Winter 2014/15 und damit sogar einen mehr als Gesamtsieger Oskars Melbardis aus Lettland. Der lieferte sich über die ganze Saison ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Friedrich und Beat Hefti. Der Schweizer Bob-Pilot, Weltcup-Gesamtsieger 2012 und 2013 auf seiner Heimbahn in St. Moritz WM-Zweiter, war bereits 2007 Weltmeister – damals allerdings als Anschieber von Ivo Rüegg.

Sechsmal stand der Team-Wettbewerb bislang auf dem WM-Programm der Bob- und Skeleton-Athleten. Von den Titelverteidigern sind in Winterberg noch die beiden Bob-Piloten Elana Meyers Taylor und Steven Holcomb am Start. Rekordhalter in Sachen Team-WM ist Deutschland: Viermal ging Gold an eine Mannschaft aus Deutschland – in den Jahren 2011, 2012 und 2013 zudem Silber.

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