Wolfgang Kunde bleibt Boss desKreisjugend-Aussschusses

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Zahlreiche Diskussionen kennzeichneten den Kreisjugendtag der Lüdenscheider Fußballer, KJA-Chef Wolfgang Kunde (rechts) wurde aber einstimmig wiedergewählt.

Lüdenscheid - Der Vorsitzende des Kreisjugendausschusses (KJA) heißt weiterhin Wolfgang Kunde. Einstimmig wurde der Herscheider am Donnerstagabend im Rahmen des Kreis-Jugendtages für eine weitere Amtsperiode von drei Jahren wiedergewählt.

Bestätigt wurden auch die weiteren KJA-Mitglieder, lediglich Fabian Kunde erklärte wegen Amtsmüdigkeit und zu großer beruflicher Belastung seinen Rücktritt als Koordinator Öffentlichkeitsarbeit. Ein Nachfolger ließ sich vorgestern allerdings nicht finden. Zusätzlich in den KJA berufen wurde dafür Detlev Dräger als Stellvertreter von Rüdiger Dreisbach, Koordinator Spielbetrieb. So harmonisch sich das Wahl-Prozedere gestaltete, verlief der restliche Abend im Vereinsheim des LTV 61 am Honsel allerdings nicht – es dominierten Kritik und gegenseitige Anschuldigungen.

Den Reigen eröffnete Dreisbach bei seiner Rückschau auf die Hallenkreismeisterschaften. „Bei nahezu allen Endrunden hat es unschöne Vorfälle gegeben. Abwerbeversuche während laufender Turniere, Theater auf der Tribüne, Übergriffe von Zuschauern, unmögliches Verhalten von Eltern, Trainern und Funktionsträgern, wüste Beschimpfungen auch gegen Turnierleitungen – so kann es nicht weitergehen“, drohte er gar damit, die 2017er-Auflage eventuell aussetzen zu wollen. Das allerdings ging vielen Vereinsvertretern (unentschuldigt fehlten TSV Oestertal, SC Plettenberg und Post SV Lüdenscheid) zu weit. Der Tenor: Man solle sich die Vereine zur Brust nehmen und richtig bestrafen, aus deren Dunstkreis die negativen Vorfälle entstanden seien.

Das Verhalten auf und außerhalb des Platzes prangerten auch weitere Funktionsträger an. Kunde selbst sprach von viel zu vielen Vorkommnissen außerhalb des Platzes durch Zuschauer, Trainer und Übungsleiter, „die uns seit 2013 verfolgen“, KJSK-Vorsitzender Ralf Willschütz bemängelte nach den Erfahrungen seiner Sitzungen zu viele sexistische Beleidigungen, während BJSK-Vorsitzender Andreas Klippert feststellte, dass es überdurchschnittlich viele Fälle mit Beteiligung von Vereinen aus dem Kreis Lüdenscheid gegeben habe.

 Kritik äußerte auch Michael Dregger, Vorstandssprecher von RW Lüdenscheid, brachte diese in gleich mehreren Anträgen zum Ausdruck. Sehr schnell vom Tisch war sein Antrag, das Rändeln von Spielerpässen künftig wegen zu großen bürokratischen Aufwandes abzuschaffen. Das hingegen sahen viele weitere Vereinsdelegierte und auch KJA-Mitglieder anders („Es ist eine Möglichkeit, Betrug vorzubeugen“), lehnten den Antrag mit großer Mehrheit ab. Kontroverser und wesentlich heißer diskutiert wurden Dreggers weitere Anträge.

 So plädierte er dafür, die Kreisauswahlteams in der jetzigen Form zum 30. Juni abzuschaffen bzw. der KJA solle sich bis Ende Mai ein vernünftiges Konzept überlegen. Zu wenig Sichtungen, keine Transparenz über die Kosten der Sichtung, widersprüchliche Kriterien für die Besetzungen der Teams waren nur einige Schlagworte, Eine gut halbstündige Diskussion endete damit, dass Norbert Iwannek, Koordinator Talentsichtung/Förderung, versicherte, „dass wir uns nach vielen guten Vorschlägen bis zur nächsten Tagung im Juli Gedanken machen, was besser oder anders gemacht werden kann.“ Daraufhin zog Dregger seinen Antrag zurück: „Es ist doch schön, dass wir etwas angestoßen haben.“

Für Kopfschütteln – nicht nur beim RWL-Vorstandsmitglied – sorgte dann das Echo seiner letzten beiden Anträge. Dregger plädierte zum einen dafür, über die Lüdenscheider Vertreter beim Verbandsjugendtag den Antrag zu stellen, die Ordnungsgelder grundsätzlich zu halbieren, zum anderen, die Ordnungsgelder im Kreis Lüdenscheid ad hoc pauschal zu halbieren. Schon etwas genervt fegte Kunde dies vom Tisch („Selbst wenn es hier eine Mehrheit geben würde, wird uns der Verband das nachträglich untersagen“), und auch ein Großteil der Delegierten wollte Dreggers Argumentation nicht folgen. Für andere, wie Christoph Wilk vom TuS Herscheid, nicht nachzuvollziehen: „Um was zu erreichen, muss man es zumindest versuchen. Von einer Halbierung würden doch alle profitieren.“

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