Zwei Highlights, ein Tiefpunkt

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Ob als Kreisvorsitzender oder wie hier als Pokalspielleiter – Klaus Scharf ist ein Dauerbrenner im Fußballkreis Lüdenscheid. Für das Jahr 2018 zieht der Meinerzhagener ein durchwachsenes Fazit.

Kreisgebiet - Was den Meisterschafts-Spielbetrieb angeht, so sind die heimischen Fußballer mittlerweile in die Winterpause gegangen. Im Gespräch mit Marc Kusche lässt der Meinerzhagener Klaus Scharf, Vorsitzender des Fußballkreises Lüdenscheid, das Jahr aus seiner Sicht Revue passieren.

Herr Scharf, was waren für Sie in 2018 die Höhepunkte, was die Tiefpunkte?

Scharf: Highlight Nummer eins war, dass wir uns im wahrsten Sinne des Wortes erkämpft haben, dass zumindest in der laufenden Saison unser A-Liga-Meister direkt in die Bezirksliga aufsteigt. Ob das allerdings so bleibt, wird der Verbands-Fußball-Ausschuss, wann auch immer, entscheiden. Dazu ist es natürlich sehr erfreulich, dass wir nach dem erneuten Aufstieg des RSV Meinerzhagen in die Westfalenliga wieder eine echte Speerspitze im Kreis haben. Tiefpunkt war zweifellos die Entwicklung bei Phoenix Halver, da sieht man, was passiert, wenn der Hauptmäzen plötzlich eine Lungenentzündung bekommt. Trotz guten Personals steigt die 1. Mannschaft mit Pauken und Trompeten aus der Bezirksliga ab, zwei von drei Mannschaften werden für diese Spielzeit vom Spielbetrieb zurückgezogen. Das hat es im Kreis noch nie gegeben. Die werden sich auch nicht wieder anmelden, sodass wir leider erneut zwei Teams verloren haben. Das ist einfach nur traurig.

Kommen wir zur laufenden Spielzeit...

Scharf: Meinerzhagen ist auch in der Westfalenliga auf einem guten Weg. Ich persönlich halte allerdings einen erneuten Aufstieg, dann in die Oberliga, noch für verfrüht. Aber nach dem, was man so alles hinter vorgehaltener Hand hört, sollen die Planungen in und nach der Winterpause auf Aufstieg ausgerichtet werden. Positiv hat mich die FSV Werdohl nach ihrem großen personellen Aderlass überrascht, die in der Landesliga richtig gut dasteht. Insbesondere erfreulich, dass dort auch talentierter Nachwuchs zum Zug gekommen ist und sich toll entwickelt. In den beiden Bezirksliga-Staffeln ist der Kiersper SC die größte Enttäuschung. Auf dem Papier steht eine gute Mannschaft, und jetzt geht es nur um den Klassenerhalt. Das ging schon damit los, dass der Cheftrainer in der Hauptvorbereitungszeit nicht da war, für mich nicht nachvollziehbar. Umso positiver ist das Abschneiden von RW Lüdenscheid in der Staffel 6. Die junge Mannschaft spielt einen wirklich attraktiven Fußball, hat aber leider das Pech, dass es mit der SpVg Hagen 11 eine Übermannschaft gibt. Aber vielleicht klappt es ja mit dem Aufstieg über die Relegation, was allerdings sehr schwierig ist. Größtes Sorgenkind ist aber der TuS Grünenbaum, ich fürchte, dass sich da eine traurige Negativserie fortsetzt.

Inwiefern?

Scharf: Mit Grünenbaum, dann SC Lüdenscheid und zuletzt Phoenix Halver sind unsere drei letzten A-Liga-Meister direkt wieder abgestiegen – und das zumeist nicht einmal knapp. Für mich ist das ein Indiz dafür, dass einfach unterschätzt wird, dass der Sprung in die Bezirksliga ein sehr großer ist. Man muss nicht unbedingt großartig personell aufrüsten, sondern einfach mehr Aufwand betrieben. Und das scheint nicht der Fall zu sein. Es kann doch nicht angehen, dass Grünenbaum mit mehr als 30 Punkten Vorsprung Kreisliga-Meister wird und jetzt in der Bezirksliga mit schon acht Punkten Rückstand zum rettenden Ufer in die Winterpause gegangen ist. Ich hoffe nur, dass der neue A-Liga-Meister, es sieht ja nach dem TuS Neuenrade aus, daraus seine Lehren zieht. Mit dem Thema Bezirksliga beschäftigen sie sich auf jeden Fall, haben schon gesagt, dass sie dann gerne in der Staffel 4 spielen würden.

Zu Ihnen persönlich: Sie sind jetzt seit gut achteinhalb Jahren Kreisvorsitzender, dazu seit rund fünf Jahren Pokalspielleiter. Wie lange soll das noch gehen?

Scharf: Mein Gott, wie die Zeit vergeht. Nein, im Ernst: Im April ist Kreistag, da werde ich noch einmal für drei Jahre als Vorsitzender kandidieren, Dann aber ist definitiv Schluss. Ich bin jetzt 69 Jahre alt, von daher sind dann irgendwann auch Jüngere gefordert, Verantwortung zu übernehmen. Es wird aber schon im April einige personelle Veränderungen geben, darauf kommen wir im Vorfeld des Kreistages noch einmal zurück. Wir sind schon auf der Suche nach geeigneten Kandidaten, würden uns über Zuwachs sehr freuen.

Noch ein letzter Punkt: Immer wieder werden auch wir gefragt, wann das Kreissportgericht, das zuletzt im Januar zusammengekommen ist, mal wieder tagt. Oder gibt es keine Fälle?

Scharf: Ein schwieriges Thema. Die leichteren Fälle werden ja durch Einzelrichter-Entscheid abgehandelt, aber es gibt schon noch einige Vorkommnisse, die verhandelt werden müssten. Wann das ist, weiß ich aber nicht, wir als Vorstand haben da auch keinen direkten Einfluss auf das Kreissportgericht. Aus meiner Sicht wäre es aber wünschenswert, dass zeitnäher verhandelt wird.

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