Abbruchspiel geht in „Verlängerung“

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Am Montag wird die Spruchkammer-Verhandlung fortgesetzt.

Lüdenscheid - Die drei beschuldigten Spieler kamen zu Wort, ebenso vier gestellte Zeugen vom TuS Ennepe sowie deren drei vom RSV Meinerzhagen – doch letztlich reichte das nicht, um am Montagabend vor der Kreisspruchkammer die Vorkommnisse rund um das abgebrochene D-Liga-Spiel vom 27. September zwischen TuS Ennepe II und RSV Meinerzhagen III aufzuklären bzw. ein Urteil zu fällen.

Nach rund drei Stunden stellte der Kreisvertreter Torsten Franke den Antrag, die Sitzung zu vertagen, und diesem Antrag schlossen sich auch die Vereinsvertreter Frank Kalinowski (TuS-Geschäftsführer) und Götz Ander (2. RSV-Vorsitzender) an. Grund: Mit dem damaligen Referee Halil Kurtal und dem Hagener Referee Reiner Gillitzer, der das Folgespiel pfiff, waren elementar wichtige Zeugen am Montagabend verhindert. Beide werden jetzt für den kommenden Montag geladen, wenn die Verhandlung an gleicher Stelle ab 19 Uhr im „Friedrichshof“ fortgesetzt wird.

Die drei angeklagten Akteure, die vom KSK-Vorsitzenden Heiko Kölz per einstweiliger Verfügung bis Montag gesperrt worden waren, bleiben bis dahin weiter gesperrt. „Ein wenig Licht ins Dunkel haben wir aber dennoch schon bekommen“, zog Kölz nach Vernahme der vermeintlichen „Sünder“ und Zeugen zudem ein erstes vorsichtiges Zwischenfazit.

Auslöser-Faktoren ließen sich bereits aufklären

Insbesondere die auslösenden Faktoren für die damaligen Tumulte ließen sich schon fast in Gänze aufklären, wiesen eine hohe Übereinstimmung mit dem Sonderbericht von Kurtal auf. Danach hatte der TuS in Minute 68 das Tor zum 1:4 erzielt, anschließend wollte sich ein Enneper Spieler den Ball holen, um das Spiel schnell fortsetzen zu können. Den aber rückte ein RSV-Akteur nicht heraus, woraufhin ihn der TuS-Spieler laut Kurtal gewürgt haben soll. „Ich habe ihn nicht gewürgt, sondern ihm über den Kopf gewischt, nachdem er mich vorher weggedrückt hat“, sah der 22-Jährige den Sachverhalt ein wenig anders. Der 26-jährige Meinerzhagener indes sprach von einem klaren Würgegriff, gab dann aber anstandslos zu, als Reaktion den Enneper geschlagen zu haben, woraufhin dieser zu Boden ging.

Ob „Kopfwischer“ oder Würgen, auch die weiteren Zeugen bestätigten im Großen und Ganzen diese auslösenden Faktoren, was indes danach alles passierte, blieb weitestgehend noch im Dunkeln. Übereinstimmend wurde zwar berichtet, dass sich die Situation wieder zu entspannen schien, doch es folgten urplötzlich weitere Eskalationen.

Schiri Kurtal hatte diesbezüglich einen weiteren RSV-Akteur (Nummer 10) ausgemacht, der auf besagten Enneper Spieler zustürmte und auf ihn einschlug. Vom TuS gestellte Zeugen berichteten zudem davon, dass der RSVer auf den TuS-Akteur eingetreten habe, was dieser aber vehement bestritt: „Ich bin wie viele andere dorthin gelaufen, wollte nur schlichten. Dann bin ich von hinten angegriffen worden und habe mich gewehrt. Bewusst geschlagen und getreten habe ich zu 1000 Prozent nicht.“

Wenig erhellende Zeugenaussagen

Was folgte, waren wenig erhellende Aussagen von Zeugen, die allgemein von Rudelbildungen und Schlägereien in Rot und Weiß erzählten, aber niemanden identifizieren konnten (oder wollten?). Der Verdacht liegt allerdings nah, dass zumindest der 26-jährige Meinerzhagener noch auf einen weiteren TuS-Akteur eingetreten, zudem ein an diesem Tag verletzter TuS-Spieler mit der Krücke tätlich geworden sein soll.

Auf ein Neues also am Montag...

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