Fußball

Komplizierte Suche nach den Bezirksliga-Aufsteigern

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Bezirksliga oder gar Landesliga? Die C-Junioren von RWL und SCL dürfen noch hoffen.

Kreisgebiet - Der Fußballnachwuchs wartet weiterhin auf eine Entscheidung für den Seniorenbereich. Wieso und weshalb, lesen Sie hier: 

Der Verbands-Fußball-Ausschuss (VFA) des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) hat in der Vorwoche seine Empfehlung zur Saisonwertung für den Männer- und Frauenbereich formuliert, wird sie am morgigen Mittwoch an das Präsidium und die Ständige Konferenz aussprechen. Diese sieht eine Wertung der Spielzeit 2019/20 mit Aufsteigern, aber ohne Absteiger vor. Unklar ist lediglich das Szenario: Wird nach der Hinrunde gewertet oder nach der aktuellen Tabelle (gegebenenfalls wie beim Handball mit Quotientenregelung). 

Der Fahrplan soll dann wie folgt aussehen: Am 11. Mai tauschen sich die Mitglieder der Ständigen Konferenz (die 29 Kreisvorsitzenden und acht Präsidiumsmitglieder) über die Empfehlung aus. Anschließend wird sie auf einem außerordentlichen Verbandstag zur finalen Abstimmung gestellt. Aufgrund von Fristeinhaltungen wird dieser erst im Juni stattfinden können. 

Was aber bedeutet das für die Nachwuchsfußballer? Für die ist erst einmal Anfang April beschlossen worden, dass der Westfalenpokal-Wettbewerb abgebrochen wird. „Für unseren Kreis und insbesondere RW Lüdenscheid eine ganz bittere Pille, denn so ein Los bekommst du als Spieler oder Trainer oftmals nur einmal“, verweist Detlev Dräger als Vorsitzender des Lüdenscheider Kreis-Jugend-Ausschusses (KJA) auf das entgangene Drittrunden-Heimspiel der A-Junioren vom Nattenberg gegen den FC Schalke 04. 

Ansonsten steht der Meinerzhagener mit seinen Ausschussmitgliedern noch in der Warteschleife, was die Wertung der Saison für den Nachwuchs betrifft. Nachdem sich mehr als 88 Prozente der FLVW-Vereine für einen vorzeitigen Saisonabbruch ausgesprochen hatten, plädierte auch eine klare Mehrheit der 29 Kreis-Jugend-Ausschüsse für einen Abbruch mit Wertung. „Und dabei werden wir uns mit Sicherheit daran orientieren, was letztlich für den Männer- und Frauenbereich entschieden wird“, so Dräger, der dementsprechend davon ausgeht, dass es ein finales Ergebnis für die Jugend erst nach dem außerordentlichen Verbandstag der Senioren geben wird: „Das wird dann im Rahmen eines außerordentlichen Verbands-Jugendtages geschehen, der aufgrund der Pandemie im schriftlichen Umlaufverfahren über die Bühne gehen wird.“ 

Überkreisliche Ebene 

Natürlich aber haben Dräger und Kollegen diverse Szenarien schon durchgespielt und spielen sie noch weiter durch. Stichwort überkreisliche Teams: Zehn Mannschaften aus dem heimischen Kreis sind in den Bezirksligen bei A-, B- C- und D-Junioren aktiv – und diese zehn Vertretungen sieht Dräger für den Fall „Nur Aufsteiger, keine Absteiger“ auch in der Saison 2020/21 in der Bezirksliga. „Ich würde unseren Kreis sogar als kleinen Gewinner sehen, denn wir haben ja gleich mehrere Mannschaften gehabt, die noch um den Klassenerhalt bangen mussten“, verweist Dräger auf die FSV Werdohl (A und B), SC Plettenberg (B), TuS Grünenbaum und SC Lüdenscheid (jeweils D). Und der Meinerzhagener hat die Hoffnung, dass es im Falle eines vermehrten Aufstiegs über „Wildcards“ gar noch für einen Landesligisten reichen könnte, „denn bei den C-Junioren kämen RW Lüdenscheid und/oder der SC Lüdenscheid dafür in Frage.“ 

Apropos SC Lüdenscheid – für den Wehberg-Klub hat Dräger noch einen besonderen Tipp parat, ehe es zu einem bösen Erwachen kommt. „Die D-Junioren-Bezirksligisten müssen unabhängig vom sportlichen Klassenerhalt bis spätestens zum 12. Mai eine Zulassungserklärung beim Verbands-Jugend-Ausschuss einreichen, was RW Lüdenscheid und der TuS Grünenbaum schon getan hat“, mahnt er die SCL-Offiziellen zu Eile. 

Kreisebene

Usus ist bis dato, dass die Kreisliga-Meister der einzelnen Kreise bei A-, B-, C- und D-Junioren in Aufstiegsrunden ihre Qualifikanten für die Bezirksligen ermitteln. Diese aber wird es diesmal aufgrund der Pandemie nicht geben. Im Umkehrschluss heißt das, dass die Meister aller 29 Kreise in diesen Altersklassen wohl direkt aufsteigen werden, was größere Ligen und/oder zusätzliche Bezirksligen zur Folge haben dürfte. 

Dementsprechend wird der KJA irgendwann Mannschaften benennen, was in der Regel die Tabellenersten (nach der Hinrunde oder aktuell) sein sollten. Sollte man meinen, doch so einfach ist es nicht, wie Dräger an gleich mehreren Beispielen verdeutlicht. „In der A-Junioren-Kreisliga führt der Kiersper SC mit zwölf Punkten Vorsprung, verfügt aber ebenso wie der TuS Ennepe auf Platz zwei über keine B-Jugend. Da muss auch mal die Frage erlaubt sein, ob ein Aufstieg überhaupt Sinn macht. Bei den D-Junioren ist RW Lüdenscheid II als Tabellenführer nicht aufstiegsberechtigt, da die Erste schon in der Bezirksliga spielt. 

Dazu kommt der LTV 61 als Spitzenreiter bei den C-Junioren, der uns schon frühzeitig schriftlich mitgeteilt hat, dass er an einer Aufstiegsrunde nicht teilnehmen wird. Vielleicht aber hat man am Honsel aber jetzt die Meinung geändert, nachdem klar ist, dass es nun Direktaufsteiger geben wird. Kurzum: Wir werden noch viele Gespräche mit den Vereinen, die für den Aufstieg in Frage kommen, führen müssen. Das geht pro Liga bis einschließlich des Tabellenvierten. Ich würde nicht nur nach dem Tabellenstand bewerten, sondern es muss auch eine Perspektive da sein“, verdeutlicht Dräger seine persönliche Einschätzung. 

Und unabhängig davon, welche vier Mannschaften letztlich aufsteigen werden, deutet sich für den Kreis Lüdenscheid sehr zur Freude von Dräger eine Rekordzahl für die überkreisliche Ebene an: „Ich bin mir sicher, dass wir 14 Mannschaften noch nie gehabt haben.“ 

Wann die aber überhaupt wieder auf Tore- und Punktejagd gehen dürfen, steht ob der Pandemie in den Sternen – auch für Dräger: „Ganz ehrlich: Ich weiß nicht, ob meine Phantasie reicht, daran zu glauben, dass Amateurfußball in diesem Jahr noch stattfinden kann."

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