Kraftdreikampf: Kirsten Schwade holt Meistertitel

Die Lüdenscheider Kraftsportlerin Kirsten Schwade.

Essen - Bei den Deutschen Meisterschaften des Bundesverbandes Deutscher Kraftdreikämpfer (BVDK) in Essen konnte am Wochenende die Lüdenscheiderin Kirsten Schwade einen weiteren Erfolg im laufenden Sportjahr für sich erzielen – und dass, obwohl sie keine Spezialistin im Kraftdreikampf, also die Kombination aus Kniebeugen, Bankdrücken und Kreuzheben, ist.

In ihrem erst dritten Wettkampf in dieser Disziplin sicherte sie sich den Titel in ihrer Altersklasse. Insgesamt nahmen nur rund 100 Kraftsportler an dem Wettbewerb teil. Die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) kam ihrer Kontrollpflicht umfangreich nach.

„Eine Vorbereitung auf den Wettkampf war nicht möglich, da formelle Probleme hinsichtlich meiner Startberechtigung bestanden. Völlig unwissend, ob man mich starten lässt, fuhr ich am Samstag nach Essen, weil ich auf der Startliste stand und die Startgebühr und die Doping-Gebühr bezahlt waren“, sagt Schwade, die erst nach dem Wiegen bei der Anmeldung erfuhr, dass sie starten darf. Da eine getrennte Wertung nach „Raw“ und „Equiped“ nicht erfolgte, nahm die Bergstädterin „Raw“ – das heißt ohne jegliches unterstützendes Material – teil. „Dabei erfuhr ich, dass auch keine Kniebandagen erlaubt sind. Dies löste bei mir eine Panikattacke aus, weil meine alten Knie kaputt sind und ich eigentlich ein ärztliches Verbot für Kniebeugen und Kreuzheben habe. Also lieh ich mir von einer bekannten Wettkampfteilnehmerin Neoprenstulpen für die Knie, die zulässig sind, so dass ich wenigstens mit einem warmen Gefühl den Knien Sicherheit vorgaukeln konnte“, erklärt Schwade.

Ein alter Fuchs im Wettkampfsport

Aber mit gehöriger „Konzentration und dem stolzen Gefühl ein alter Fuchs im Wettkampfsport zu sein“, brachte die Lüdenscheider Kraftsportlerin einen weißen Wettkampf zustande – alle drei Kampfrichter hoben bei ihren drei Versuche in der Kniebeuge, dem Bankdrücken und dem Kreuzheben das weiße Fähnchen und werteten die Versuche als gültig.

„Von den Gewichten her war die Leistung nicht überwältigend“, räumt Schwade ein. Mit 70 Kilogramm bei der Kniebeuge, 72,5 Kilogramm beim Bankdrücken und 117,5 Kilogramm beim Kreuzheben, also einem Gesamtgewinn von 260 Kilogramm, blieb sie fünf Kilogramm unter ihrer Leistung bei ihrem ersten Kraftdreikampf. Schwade: „Damals habe ich allerdings mit einem Drückershirt beim Bankdrücken und festen Kniebandagen antreten dürfen. Aber alleine die Tatsache, dass ich als einzige Teilnehmerin in der Alterklasse 3 angetreten bin, zeigt doch, dass die Anstrengung eines Kraftdreikampfes anderen Frauen meines Alters zu hoch ist.“ J mam

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