Relegationswettkampf für TSV eine „Wundertüte“

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Was für Tobias Göhner und den TSV Kierspe 79/04 am Samstag in Bergisch Gladbach möglich ist, ist im Vorfeld sehr ungewiss.

Kierspe -  Um den Aufstieg in die 3. Bundesliga der Kunstturner geht es am Samstag für die Riege des TSV Kierspe 79/04. In der Paffrath-Vierfachsporthalle im nur knapp 60 Kilometer entfernten Bergisch Gladbach steht ab 10 Uhr der Relegationswettkampf an, an dem neben dem WTB-Oberliga-Meister aus der Volmestadt noch Hessen-Primus KTV Fulda sowie die Letztplatzierten der beiden Drittliga-Staffeln, der TV Hösbach und der USC München, teilnehmen.

Von Thomas Busch

Für die TSV-Turner ist der Wettkampf gewissermaßen eine „Wundertüte“. „Schau’n wir ‘mal, was dabei herauskommt“, fällt auch dem Trainer der Kiersper, Uwe Hütz, eine Einschätzung schwer.

Unstrittig ist, dass der Schritt auf DTB-Ebene für den TSV ein sehr großer wäre. Klar ist freilich genauso, dass anno 2014 die Chance auf einen Aufstieg via Relegation größer ist als sonst – und zwar deshalb, weil statt zwei Drittliga-Plätzen diesmal deren drei vergeben werden. Kurz gesagt: Drei von vier Startern kommen durch.

Ob letztlich aber der TSV Kierspe dabei sein wird, bleibt abzuwarten. Das hat mehrere Gründe. Zum einen ist das Wettkampfsystem ein anderes als jenes, das den heimischen Turnern aus Ober-, Verbands- und Landesliga bestens bekannt ist. Geturnt wird in Bergisch Gladbach nämlich nach dem Code de Pointage, wie die auf nationaler und internationaler Ebene gültigen Wertungsvorschriften offiziell bezeichnet werden. Die darin enthaltenen Elemente unterscheiden sich teilweise nicht wenig von denen der in den Landesverbänden praktizierten KM-Übungen; Uwe Hütz erwartet, dass sich das für die Kiersper vor allem am Barren, am Reck und zum Teil an den Ringen bemerkbar machen wird. „Deshalb haben wir an ein paar unserer Übungen etwas geändert“, erklärt der TSV-Coach. Allzu große Möglichkeiten blieben seinen Schützlingen und ihm hier indes nicht, denn die Zeitspanne zwischen dem letzten Oberliga-Wettkampf und der Relegation betrug gerade einmal vier Wochen.

Als zweite Erschwernis kommt dann noch die personelle Situation hinzu: Mit „Beppo“ Jatzkowski (krank) und wohl auch dem angeschlagenen Alexander Schröder werden voraussichtlich zwei feste Größen der Aufstiegsriege passen müssen. Am Barren wird deshalb mit Sam Scholz ein weiterer Youngster in die Bresche springen, Schröders Part am Seitpferd soll zusätzlich Kevin Meisel übernehmen. Mit Ausnahme von Jatzkowski und Schröder stehen im Bergischen Land jedoch alle anderen Turner zur Verfügung – nach überstandenem Außenbandanriss auch André Bienlein, zudem hat auch Routinier Reiner Welter sein Kommen zugesagt.

Der schon erwähnte Code de Pointage bringt übrigens noch zwei weitere Änderungen mit sich. Die eine betrifft die Mannschaftsstärke: Während auf WTB-Ebene bis zu 15 Turner in einem Wettkampf aufgeboten werden können, umfasst der Mannschaftsbogen im DTB nur zehn Aktive. Zweiter Unterschied: An jedem Gerät kommen nicht nur drei, sondern vier Turner in die Wertung, d. h. ein klassisches Streichergebnis gibt es nicht. Dafür aber hat jede Riege an drei der sechs Geräte einen „Joker“. Konkret bedeutet das, dass an drei Geräten nach vier absolvierten Übungen noch ein fünfter Turner ins Rennen geschickt werden darf. Dieser kommt dann definitiv in die Wertung, während die schlechteste der vier zuvor erturnten Noten entfällt.

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