KSC und RSV stellen das Positive in den Vordergrund

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Taktische Besprechung im strömenden Regen: KSC-Interimscoach Martin Liedtke (re.) und Baris Moumin.

Kierspe - Zurück zur Normalität: Nach einer turbulenten Woche mit dem Rücktritt von Bayram Celik (RSV Meinerzhagen) und der Trennung von Sven Krahmer (Kiersper SC) waren im Volme-Derby beide Seiten bemüht, das Sportliche wieder in den Vordergrund zu stellen.

Von Axel Meyrich

Und unterm Strich konnten alle Beteiligten mit dem Ergebnis leben. Irgendwie zumindest. Die Gastgeber, weil ein Teil der Verfolger patzte, während dem weiter akut abstiegsbedrohten RSV in Sachen Moral nicht der geringste Vorwurf zu machen war.

Schiedsrichter Alessandro Cordi (Hagen) hatte im mittlerweile zünftigen Sauerländer Landregen gerade zur Pause gepfiffen, da schüttelte RSV-Kapitän Antonio Petrini noch immer in einem durch den Kopf: „Ganz ehrlich: Ich spiele den Ball. Selbst über eine gelbe Karte hätte ich mich aufgeregt...“ Der Referee freilich sah’s ganz anders, entschied nach Petrinis Zweikampf mit Jan Thomas auf „Notbremse“. Eine Wahrnehmung, die das Gros der Zuschauer als grenzwertig hart beurteilte, die das Spielgeschehen in den folgenden 80 Minuten aber prägte.

Zweites "Rot" ein Versehen

Und noch ein zweites Mal zückte der Unparteiische an diesem Tag „Rot“, dieses Mal allerdings aus Versehen. Meinerzhagens Kevin Ihns sollte eigentlich nur verwarnt werden, Cordi erwischte aber den roten Karton. Kurzzeitige Schnappatmung bei Ihns und dem RSV-Anhang, doch die Infarkt-Gefahr war schnell gebannt, als der Irrtum bemerkt wurde. Nichtsdestotrotz: Die bevorstehende Sperre von Petrini und der Ausfall von Robin Engel, der nach der Pause mit einer Schienbeinverletzung ausgewechselt und per Rettungswagen ins Krankenhaus gefahren wurde, machen die Position des RSV nicht leichter. „Unser Kader gibt es nicht her, solche Ausfälle zu kompensieren“, hatte RSV-Interimscoach Mehmet Aydin direkt nach dem Schlusspfiff noch keine rechte Idee, wie in den kommenden Wochen die so wichtigen Zähler gegen den Abstieg in die Kreisliga A gesammelt werden können.

Niederschelden, Wenden, Salchendorf und Rothemühle heißen die im Mai noch wartenden Kontrahenten. Leicht geht anders. Letztlich bleibt dem RSV nur eines: Die weitere Kultivierung der Primärtugenden Kampf und Engagement – so wie sie im Derby trotz Unterzahl vorgelebt wurden.

Nur die Punkte zählen

Und die Hoffnung, dass der KSC – natürlich auch aus verständlichem Eigennutz – sein direkt nach dem Spiel gegebenes Versprechen wahr macht. „Natürlich werden wir alles tun, um die direkte Konkurrenz der Meinerzhagener zu schlagen“, sagte KSC-Sportchef und Interimstrainer Martin Liedtke. „Wir sind froh, dass wir gewonnen haben nach der turbulenten Woche. Einige Dinge haben wir gut umgesetzt, andere müssen wir besser machen.“ Gegen die „Kellerkinder“ aus Klafeld und Siegen besteht Gelegenheit zur Feinjustierung, ehe es auf der Zielgeraden der Saison Ernst wird mit den Spielen gegen die Verfolger im Aufstiegskampf. Schlechter geworden ist die Kiersper Position jedenfalls nicht. Und das allein zählt.

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