14 Tore am Felderhof: Derby als Muster ohne Wert

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Für dieses Foulspiel an Philipp Stumpf sah Hellas-Abwehrspieler Baris Moumin am Sonntagnachmittag die Rote Karte.

KIERSPE - Die große Frage im Vorfeld der Partie lautete: Kommt der SV Hellas Lüdenscheid überhaupt zum Felderhof oder nicht? Nun: Mit einer Not-elf nahm das abgeschlagene Bezirksliga-Schlusslicht die Auswärtsaufgabe beim Tabellenzweiten Kiersper SC wahr, blieb im wahrsten Sinne des Wortes chancenlos und kam mit 0:14 (0:10) unter die Räder.

Von Thomas Busch

„Es wäre Wettbewerbsverzerrung gewesen, hier nicht anzutreten, denn nach Attendorn sind wir schließlich auch gefahren“, bewies Hellas-Trainer Niko Lagoudakis im Hinblick auf die in der Endabrechnung eventuell noch relevante Tordifferenz Sportsgeist. Zur Erinnerung: Beim Spitzenreiter in der Hansestadt hatten die Griechen vor zwei Wochen mit 0:12 verloren. Ansonsten bleibt festzuhalten, dass das von Beginn an ungleiche Duell ein Muster ohne Wert war und für den KSC lediglich den Charakter einer allenfalls bedingt aussagekräftigen Trainingseinheit hatte.

Das, was sich auf dem holprigen Kiersper Naturrasen genau abspielte, ist schnell erzählt. 90 Minuten lang ging’s nur in eine Richtung, die Verlegenheitsmannschaft der Gäste verbuchte ihrerseits nicht einen einzigen Torschuss. Auf der Gegenseite schwang sich Hellas-Keeper Apostolos Vlassakidis der letztlich 14 Gegentreffer zum Trotz zum besten Akteur der Hellenen auf, parierte nach einer Viertelstunde unter anderem einen Foulelfmeter von Till Becker. Apropos Foulelfmeter: Insgesamt vier Mal deutete Schiedsrichter Marco Cremer gestern auf den Punkt, wobei er sich in der 34. Minute bei Baris Moumins Foul an Philipp Stumpf völlig gnadenlos gab und neben dem berechtigten Strafstoß auch noch die Rote Karte gegen den Bergstädter verhängte, weil er dessen mitnichten überhartes Einsteigen als Notbremse wertete. Da hätte es sicherlich auch der gelbe Karton getan, zumal der KSC zu diesem Zeitpunkt bereits mit 6:0 führte...

In Überzahl legten die Kiersper bis zum Pausenpfiff noch vier weitere Tore nach, geizten nach dem Seitenwechsel dann aber lange Zeit mit weiteren Treffern. Unter dem Strich verpassten die Volmestädter, die im vierfach erfolgreichen Viktor Hense ihren besten Schützen hatten, einen noch höheren Sieg, sonderlich hadern mochte Trainer Sven Krahmer nach der anderthalbstündigen Farce jedoch nicht.

Kiersper SC: Feist – Musalf (70. Hoffmann), Hüttebreucker, Inchingoli, Jonen, Stumpf (82. Jäger), T. Becker, Kalman, Batgün (82. L. Becker), Aktas, Hense

Hellas Lüdenscheid: Vlassakidis – Moumin, Gerdes, Dablias, Tsavos, Sahin, Kiriakidis, Matovic, Moschopoulos (22. F. Busch), Gomez-Capote, S. Busch

Schiedsrichter: Cremer (Finnentrop)

Tore: 1:0 (11.) Hense, 2:0 (12.) Hense, 3:0 (17.) T. Becker, 4:0 (18.) Musalf, 5:0 (23.) Stumpf, 6:0 (25.) Aktas, 7:0 (34./Foulelfmeter) Kalman, 8:0 (36.) Stumpf, 9:0 (44./Foulelfmeter) Inchingoli, 10:0 (45.) Hense, 11:0 (69./Foulelfmeter) Jonen, 12:0 (72.) Aktas, 13:0 (80.) Hense, 14:0 (88.) Jäger

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