Gangart nach dem KSC-Treffer immer ruppiger

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Bereitete den einzigen Treffer der Partie vor: Kierspes Mittelfeldspieler Philipp Stumpf (links).

KIERSPE -  Seine Mannschaft hatte soeben durch ein 1:0 (1:0) gegen die SG Hickengrund drei Punkte zum Saisonstart unter Dach und Fach gebracht, doch Sven Krahmer, Trainer des Fußball-Bezirksligisten Kiersper SC, schritt mit „dickem Hals“ über den Kunstrasenplatz des Felderhofstadions.

Eine „Frechheit“ sei die Leistung des Schiedsrichters gewesen, echauffierte sich der KSC-Coach, und sprach damit aus, was offenbar auch manch anderer Kicker auf und neben dem Platz dachte.

Doch was war geschehen? Das Tor des Tages in Minute 25 hatte für erhitzte Gemüter gesorgt. Die Entstehung: Beim Kampf um den Ball im Mittelfeld waren die Akteure zu Boden gegangen, woraufhin Referee Mohammed-Reza Mahmoudy-Ojghaz (Medebach) weiterspielen ließ – eine umstrittene, allerdings völlig vertretbare Entscheidung. Philipp Stumpf reagierte fix, spurtete zur Grundlinie vor und bediente mustergültig Tom Hoffmann, der aus kurzer Distanz traf.

War die Partie bis dahin ohnehin schon eine rustikale, so wurde die Spielweise beider Mannschaften in der Folgezeit immer ruppiger und rauer. Der Unparteiische ließ zu viele Fouls durchgehen, verzichtete darauf, Hitzköpfe auf beiden Seiten mit Platzverweisen zur Raison zu rufen. Er baute wohl darauf, dass sich die Gemüter während der Halbzeitpause beruhigen würden.

Taten sie aber nicht. Mahnendes und Deeskalierendes von der Seitenlinie blieben Fehlanzeige. Und so war Mahmoudy-Ojghaz um seine Aufgabe an diesem Nachmittag wahrlich nicht zu beneiden, denn auf dem Feld wurde weiter gefoult, provoziert, kommentiert und lamentiert.

Meckern führte dann auch zum einzigen Platzverweis des Spiels: Thorben Struth sah die Ampelkarte und erwies seinem Team somit einen Bärendienst, denn der KSC-Kader wird am nächsten Sonntag in Netphen ohne ihn auskommen müssen. Allerdings hatte Struth unter der rauen Gangart besonders zu leiden – ebenso wie Torschütze Hoffmann, für den die Partie in der Halbzeitpause wegen einer Knöchelverletzung beendet war. Zudem wurde Struth einmal elfmeterwürdig gefoult.

Sechs Minuten Nachspielzeit berechtigt

Zum Aufreger wurde dann auch die Nachspielzeit. Diese hatte der Schiedsrichter – zum Unverständnis, zumindest von Kiersper Seite – auf sechs Minuten taxiert. Gleichwohl war seine Entscheidung absolut richtig. Viele Fouls sorgen für viele Unterbrechungen. So geht reichlich Nettospielzeit flöten.

Sei’s drum. Der KSC überstand auch diese sechs Minuten ohne Gegentreffer und verbuchte somit die ersten drei Punkte auf dem Konto. Dies war auch das einzig Positive, was Trainer Sven Krahmer dem Sonntagnachmittag abgewinnen konnte: „Das einzig Gute am Spiel ist das Ergebnis. Mit der Leistung meiner Mannschaft bin ich unzufrieden.“

Dominic Rieder

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