Handball

Keine Nachahmer für den Weg des Handballkreises Lenne-Sieg

Handballer beim wurf
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Die TS Evingsen hatte eigentlich eine Aufstiegsrunde zur Landesliga spielen wollen. Daraus könnte nun nichts werden.

Muss der Handballkreis Lenne-Sieg mit seinen freiwilligen Runden für freie Aufstiegsplätze zurückrudern? Nach den Entscheidungen über die Saisonfortsetzung in den Kreisen Industrie und Iserlohn/Arnsberg liegt das zumindest nahe...

Kreisgebiet – In den Sporthallen läuft dieser Tage nicht viel. Was den Handballsport an der Basis angeht, läuft sogar eher gar nichts. Das allerdings ist längst keine Garantie dafür, dass nichts schieflaufen kann. Im südlichen Westfalen zeigen die Kreise gerade, wie eine Planung in Zeiten, in denen nichts läuft, nicht laufen sollte.

Der Handballkreis Lenne-Sieg steht nun davor, seine Idee von einer freiwilligen Runde um Aufstiegsplätze revidieren zu müssen. Zur Erinnerung: Der HV Westfalen hatte mit dem Abbruch der Saison in dem Rahmen, in dem sie eigentlich geplant worden war, den neuen Plan verbunden, im Frühjahr Aufstiegs- und Sommerrunden anzubieten.

Die Idee: Alle interessierten Mannschaften sollten – wenn es wieder erlaubt ist – eine Möglichkeit zu Wettkämpfen bekommen. Ambitionierte Teams zudem, die viel Zeit, Geld und Energie in Aufstiegsprojekte gesteckt haben, sollten die Möglichkeit bekommen, vielleicht doch eine Klasse nach oben klettern zu können.

Keine Nachahmer für den Weg des Handballkreises Lenne-Sieg

Ein Plan, den man gut finden kann. Im Handballkreis Lenne-Sieg jedenfalls gehörte man zu den Befürwortern der HV-Strategie und schloss sich dieser an. Nach einer Umfrage, an der sich alle Vereine im Kreis beteiligten, lag beim Chefplaner des Kreises, Roland Janson (Altena), auch auf dem Tisch, welche Mannschaften sich für einen Aufstieg interessieren würden. Sogar bei den Mannschaften, die aus dem Kreis Lenne-Sieg in der Bezirksliga spielen, zum Beispiel der TS Evingsen. Sauber geplant, sauber umgesetzt. So weit, so gut.

Die Bezirksligen haben derweil seit Abschaffung der Bezirke im Spielbetrieb einen Sonderstatus: „Kreisübergreifender Spielbetrieb“, ist das Projekt überschrieben, das seitdem ein wenig eigenwillig unterwegs ist. Der Kreis Hellweg zum Beispiel hat eine eigene Bezirksliga und ermittelt seinen eigenen Aufsteiger zur Landesliga.

Die übrigen fünf Kreise des ehemaligen Süd-Bezirks (Industrie, Iserlohn/Arnsberg, Hagen-Ennepe/Ruhr, Dortmund und Lenne-Sieg) füttern mit ihren Mannschaften die Bezirksligen Ruhrgebiet und Südwestfalen, aus denen dann in Summe fünf Mannschaften am Ende einer Saison aufsteigen dürfen. Die Staffelleitung ist autark, den Hut haben bei den Bezirksligen die Kreise auf, der HV Westfalen hat damit nichts zu tun.

TS Evingsen: Doch keine Aufstiegsrunde?

So mutete es schon ein wenig seltsam an, dass die Kreisvertreter im südlichen Westfalen bereits am 26. November festlegten, die Saison in den Bezirksligen abbrechen zu wollen, wenn der Spielbetrieb bis Mitte März nicht wieder aufgenommen sein würde. Damit ging man seinerzeit schon einen Schritt weiter als es der Verband tat.

Die Saison, sie ist nun in den Bezirksligen abgebrochen. Doch was noch offen war: Wie würde die Verbindungsklasse zwischen HV Westfalen und den Kreisen mit möglichen Aufstiegsregelungen umgehen, wenn im HV und auch im Kreis Lenne-Sieg Aufstiegsmöglichkeiten geschaffen werden sollten? Die endgültige Antwort steht aus. Es sieht aber wohl so aus, dass es keine Aufsteiger in den Bezirksligen geben wird – die TS Evingsen zum Beispiel, die inzwischen wieder individuell das Training für eine mögliche Runde aufgenommen hat, dürfte ihr Vorhaben dann als direkt wieder erledigt betrachten.

Nach dem Kreis Iserlohn/Arnsberg (wir berichteten) hat nämlich auch der Kreis Industrie nun einen Saisonabbruch beschlossen und gleichzeitig festgelegt, ohne Auf- und Absteiger diese Spielzeit beenden zu wollen. Nur noch Freundschaftsspiele bis zum Sommer (wenn möglich), danach ein Re-Start in den alten Klassenbesetzungen. Ihr Vorgehen wollen diese Kreise auch für die Bezirksligen als Vorgehen vorschlagen. In den Kreisen Dortmund und Hagen-Ennepe/Ruhr soll es ähnliche Tendenzen geben, wie der Lenne-Sieg-Kreisvorsitzende Klaus Krass auf Anfrage durchblicken ließ. Allerdings gibt es aus diesen Kreisen noch keine endgültigen Statements.

Klaus Krass: „Einheitliche Lösung sinnvoll“

Der Kreis Lenne-Sieg stünde somit jedenfalls mit seinem Weg, der auch der Weg des HV Westfalen ist, auf seiner Ebene alleine da. Wenn die Bezirksligen keine Mannschaften aufnehmen, müsste der Kreis Lenne-Sieg auch keine Aufsteiger ermitteln. Das ist zumindest in dem Kontext bitter, weil man Mannschaften Erklärungen abgefragt und damit auch Hoffnungen geweckt hat.

Klaus Krass sollte zur Bezirksliga-Thematik in dieser Woche mit den Vertretern der Nachbarkreise zusammenkommen. Die Richtung für diese Abstimmung ist nun wohl vorgezeichnet. So wird Krass vor allem mit seinem Kreisvorstand in Klausur gehen müssen, um ein weiteres Vorgehen abzustimmen. Auf Anfrage stellte der Lennestädter fest: „Am Ende wird es sinnvoll sein, einheitlich vorzugehen in den Kreisen, aber das muss ich jetzt erst einmal in meinem Vorstand abstimmen.“ Am Ende dieser Klausur dürfte stehen, dass Lenne-Sieg einlenken wird auf den Weg der anderen Kreise. Richtig oder falsch? Die Meinungen werden auseinander gehen. Unstrittig aber ist, dass der Weg bis zu diesem Ergebnis am Ende ein zumindest in Teilen unglücklicher gewesen sein wird.

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