Gold und Bronze als tolle Ausbeute

Siegertypen: Michael Meyer (links) und Mario Faroß.

TURIN -   Die wochenlange Schinderei mit zweimal täglichem Training hat sich gelohnt: Die Senioren-Taekwondoka Michael Meyer (Lüdenscheid) und Mario Faroß (Iserlohn) kehrten als deutsche Medaillengewinner von den „World Masters Games“ in Turin ins Sauerland zurück (wir berichteten). Glücklich, aber auch kaputt. „Denn das war eine richtig harte Nummer“, bekennt Meyer, dem mit „Gold“ in der Klasse der über 45-Jährigen über 80 Kilogramm der ganz große Wurf mit dem Gewinn der Goldmedaille gelang.

Dank Unterstützung durch das Fitness-Studio Feelgood konnte sich das Olympic Taekwondo-Duo optimal auf das große Welttreffen der über 35-jährigen Athleten in den olympischen Sportarten vorbereiten können. Gut 19 000 Sportler aus aller Welt trafen sich in der norditalienischen Metropole. „Das war alles toll organisiert“, befand Meyer die riesigen Meldestationen für die einzelnen Sportarten, die kostenlosen Bustranfers für die Sportler und die ermäßigte Unterbringung in sehr guten Hotels.

So konnten er und sein Teamkollege Mario Faroß, der in der gleichen Gewichtsklasse bei den über 35-Jährigen startete, entspannt in die Wettkämpfe gehen, bei denen Meyer-Sohn Florian diesmal im Rollentausch das Coaching bei Vater Michael und bei seinem Teamkollegen übernahm, und Madita Kleppe für ein „Rundum-Sorglospaket der beiden Kampfsport-Senioren sorgte.

Mario Faroß hatte in der ersten Runde ein Freilos, griff danach gegen Gürkan Demir aus der Türkei in den Wettkampf ein. Faroß geriet zu Beginn mit 0:2 gegen einen aggressiv auftretenden Kontrahenten in Rückstand, konnte dann aber schnell den Ausgleich erzielen und direkt in Führung gehen. Mario profitierte in der dritten Runde von der Topvorbereitung und der daraus resultierenden Kondition und gewann den Kampf mit 7:4.

Im Halbfinale traf er auf Haris Husic aus Bosnien-Herzegowina. Dieser hatte leichte Größenvorteile und ging zu beginn durch einen Kopftreffer mit 3:0 in Führung. Faroß konterte ebenfalls mit einem Kopftreffer, zog sich beim Ausgleich zum 3:3 aber einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu und musste gehandicapt weitermachen, gewann Runde zwei aber mit 2:0 zum 5:3.

Angeblicher Kopftreffer verärgert Sauerländer

In Runde drei monierten die Lüdenscheider eine Fehlentscheidung, die dem späteren Goldmedaillengewinner per angeblich Kopftreffer einen hauchdünnen 6:5-Erfolg bescherte, so dass dem verärgerten Bergstädter „nur“ Bronze blieb.

Michael Meyer, der ebenfalls mit einem Freilos begann, hatte es dann mit dem US-Open-Sieger von 2012 und des „European Masters 2011“, dem Schweden Per-Eric Hedlund zu tun. Meyer kämpfte ausgesprochen konzentriert, ließ nichts anbrennen und siegte 5:1. Nächster Gegner war der siebenfache Kickboxweltmeister Markus Zadra aus Italien, der sich als richtig „harter Brocken“ erwies. Der Kampf war bis zur zweiten Runde völlig ausgeglichen. Meyer setzte in der Schlussrunde aber einen Kopftreffer und siegte verdient 5:2. Im Finale traf der Bergstädter auf den Norweger Rickard von Weymarn. Von Anfang an ließ Michael Meyer keine Zweifel aufkommen, wer den Titel mit nach Hause nehmen würde, hatte technische Vorteile und machte den Gegner mit Fauststößen regelrecht mürbe. Ein Kopftreffer reichte dann zum 5:1 und zur Goldmedaille für den Vorstandssprecher des Lüdenscheider Stadtsportverbandes.

Jörg Hellwig

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