Handball, Verbandsliga

Viel Ballast für 60 Minuten

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Der Moment, in dem das Hinspiel entschieden wurde: Während die SGSH Dragons den 23:22-Sieg am Riesei bejubeln, suchen die HSV-Handballer zumindest eine Teilschuld bei den Unparteiischen.

Für die SGSH Dragons und die HSV Plettenberg/Werdohl geht es im direkten Duell (Sa., 16.30 Uhr, Sporthalle Löh) um die bessere Ausgangslage im finalen Kampf und den Verbandsliga-Klassenerhalt.

Es geht nach den Ergebnissen des vergangenen Wochenendes um diese eine Frage: Wer schafft es noch, die Verbandsliga zu halten? Die SGSH Dragons II oder die HSV Plettenberg/Werdohl? Ein Happy-End für beide dürfte es kaum geben in dieser Spielzeit.

Tiefschläge auf beiden Seiten, Fehler bei Kaderzustammenstellung 

Bis zum vergangenen Samstag war die Hoffnung noch eine andere gewesen. Dann verloren die Dragons 14:24 in Recklinghausen. 14 Tore in einem Spiel – hätte es nicht eine Liga tiefer den Auftritt der Mendener Wölfe-Reserve in Letmathe gegeben (8:23), man hätte von rekordverdächtiger Harmlosigkeit in der Offensive reden können. Die HSV traf es genauso bitter: Auch hier ein vermeintliches Vier-Punkte-Spiel im Abstiegskampf, auch hier am Ende ein überaus ernüchterndes 22:31 am Ende.

Vom Start betrachtet kommt die Situation im märkischen Südkreis nicht von ungefähr. Bei der HSV wurden im Sommer Protagonisten, die für eine gehobene Qualität standen (Keeper Rico Witt und Rückraum-Ass Philip Trattner) nicht adäquat ersetzt. Es folgte eine Durststrecke und ein Zwischenhoch. Vieles erklärlich durch verletzungsbedingte Ausfälle. Unterm Strich aber ist der Kader in Werdohl und Plettenberg doch sehr dünn besetzt, viel Qualität zum Nachfassen in der Reserve gibt es nicht.

Abstieg wäre für beide Vereine dramatisch

In Halver und Schalksmühle muss die Herangehensweise an das Unternehmen Verbandsliga mindestens als sehr optimistisch bezeichnet werden. Auch hier verlor das Team im Sommer vor allem viele erfahrene Kräfte, die das Team über Jahre getragen hatten. All dies gepaart mit einer Vorbereitung, die holprig gewesen ist, sorgten für den totalen Fehlstart (0:10 Punkte). Inzwischen wurde nachgebessert, um den Super-GAU (Abstieg) zu verhindern. Der polnische Ex-Internationale Maciej Dmytruszynski sein Karriereende noch einmal unterbrochen. Und auch Routinier Alexander Trimpop ist aus dem Kreisliga-Team zurück. Zudem hilft Kreisläufer Steffen Prior aus der Ersten Mannschaft aus. 

Was für die Dragons gilt, gilt indes nicht minder für die HSV-Handballer. Ein Abstieg in die Landesliga wäre auch eine Art sportlicher GAU für den Verein, der vor gar nicht so langer Zeit unter Trainer Friedhelm Ziel auch einmal das Wort Oberliga im Kontext mit Zielsetzungen in den Mund genommen hat. Ein Abstieg der HSV würde die Kräfteverhältnisse im Südkreis weiter zementieren. Erst die SGSH Dragons, dann noch einmal die SGSH Dragons – und dann womöglich auf Sicht lange nichts. Wie schwer es ist, Spieler für ein Landesliga-Engagement zu gewinnen, erfährt aktuell gerade die HSG Lüdenscheid.

Am Samstag geht es um mehr als nur den Klassenerhalt. Es geht eben auch um die Perspektiven für die Zukunft, um den Handball-Status quo im märkischen Südkreis. Das ist eine ganze Menge Last für 60 Minuten Handball. Auch wenn es kein Endspiel ist, die Sieger und Verlierer in diesem Wettstreit erst Anfang Mai feststehen werden..

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