Fußball-Oberliga

Eine Lehrstunde in Sachen Effizienz

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Auch dieser Ball fand nicht den Weg ins Tor: Ewald Platt (Bildmitte) beim Kopfstoß.

Siegen – Dem RSV Meinerzhagen ist es nicht gelungen, die starke Leistung aus dem Westfalenpokalspiel gegen den SC Verl (4:1) in die Meisterschaft zu transportieren. Sein erstes Oberliga-Auswärtsspiel beim 1. FC Kaan-Marienborn verlor er mit 0:4 (0:1).

Vier Tore schlechter als der Gegner war der RSV zwar ganz sicher nicht, die Käner hatten ihm aber zwei entscheidende Dinge voraus: Weder leisteten sie sich vermeidbare Fehler vor dem eigenen Tor noch zeigten sie vor des Gegners Gehäuse Nerven.

Für die in nahezu unveränderter Formation aufgelaufenen Meinerzhagener Pokal-Helden – nur Platt musste für Gräßer weichen – hätte die Partie nicht schlechter beginnen können. Es lief die sechste Minute, als Hakan Demir den Ball in der Vorwärtsbewegung an Kaans Mittelfeldspieler Johannes Burk verlor, der seinen Kapitän Daniel Waldrich bediente, welcher wiederum RSV-Keeper Focher noch umkurvte und zum 1:0 einschob.

Es dauerte etwa bis zur 20. Minute, bis die Meinerzhagener in einem bis dahin verteilten Spiel offensiv ins Rollen kamen. Auffällig war dabei jedoch: Die Demir/Ermes-Elf tat sich schwer, zum Abschluss zu kommen.

So hatte der RSV trotz klarer optischer Überlegenheit bis zum Halbzeitpfiff nur zwei echte Torchancen – einen Kopfball von Marcel Kandziora (27.) und einen Flachschuss von Julian Jakobs aus spitzem Winkel (45.+2), wobei FC-Torhüter Christian Bölker in beiden Fällen zur Stelle war.

Dass die angeschlagenen Jakobs und Treude zur Pause in der Kabine bleiben mussten, trug gewiss nicht dazu bei, die Stimmung bei den Gästen zu heben. Eine ausreichende Erklärung dafür, dass sie speziell in der Anfangsviertelstunde nicht an ihre Drangphase anknüpfen konnten, war das aber auch nicht.

RSV nutzt klare Chancen nicht

Noch weniger aber waren die verletzungsbedingten Wechsel die Ursache für das überraschende 2:0; dieses ging vielmehr auf die Kappe von Johannes Focher. Der Schlussmann hatte den Ball kurz auf Demir gespielt und wie gefordert zurückbekommen, stoppte die Kugel aber mit dem Fuß anstatt sie nach vorn zu schlagen. Lukas Duda spritzte dazwischen, und schon war’s passiert (59.)...

Mit dem nun folgenden zweiten Doppelwechsel setzten die Meinerzhagener alles auf eine Karte und rochen auch am Anschlusstreffer. Doch als Demir in der 70. Minute aus weniger als fünf Metern an Bölker scheiterte und 180 Sekunden mit einem Kopfball neben das Tor Pech hatte, dämmerte dem RSV-Anhang so langsam, dass es im Siegener Osten wohl nichts zu holen geben würde.

Nachhaltig untermauert wurde diese Ahnung wenig später: Nach einer abgewehrten Flanke der Gäste kam Kaans Joker Nino Saka vor Sven Wurm an den Ball, zündete kurz vor der Mittellinie den Turbo und legte dem mitgelaufenen Waldrich das 3:0 auf (76.).

Ins Bild passte danach, dass auch Can Sakar den Ball aus fast identischer Position wie zuvor Hakan Demir nicht im Tor unterbrachte (81.). Stattdessen führte auf der Gegenseite auch der vierte Torschuss des 1. FC Kaan-Marienborn zum Erfolg: Kohsuke Tsuda ließ den Regionalliga-Absteiger zum vierten Mal jubeln (87.). Für den RSV, der wenig später vom pünktlichen Schlusspfiff erlöst wurde, war dieser Nachmittag auch eine Lehrstunde in Sachen Effizienz.

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