MZV-Serie: Übungsleiter der Woche

„Tausendsassa“ seit 43 Jahren unermüdlich für den Verein im Einsatz

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Juliane Doege ist für den LTV 61 immer am Ball, seit 42 Jahren nicht nur Übungsleiterin und „Kümmerin“, sondern auch als Freizeit-Organisatorin

Lüdenscheid - Trainer und Übungsleiter im Sport: Auf der einen Seite sind da die „Profis“, die in der Bundesliga oder bei Olympia im Rampenlicht stehen und viel Geld verdienen. Auf der anderen Seite gibt es im Sport aber auch unzählige Trainer und Übungsleiter, die ehrenamtlich oder für eine kleine Aufwands-Entschädigung in der Halle oder auf dem Sportplatz stehen.

Drei „Generationen“ von Vorsitzenden des zweitgrößten Sportvereins in der Kreisstadt Lüdenscheid, dem Lüdenscheider TV von 1861, wussten und wissen, was sie an ihr hatten oder haben: „Allzweckwaffe“ oder „Tausendsassa“ nennen sie gern und liebevoll „ihre“ Parade-Übungsleiterin Juliane Doege, die in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder aushalf und aushilft, wenn es bei den 61ern an irgendwelchen Ecken hakt, Gruppenleiter ausfallen oder organisatorische Aufgaben zu lösen sind. 

Juliane Doege ist immer für „ihren“ Klub zur Stelle, wenn er ruft, und engagiert sich weit über das Maß von „normalen“ Übungsleitern hinaus für ihre Fitness-Gruppen, organisiert fernab vom sportlichen Geschehen auch kulturelle wie gesellschaftliche Höhepunkte, die längst einen festen Platz im Kalender ihrer Schützlinge einnehmen. Juliane Doege ist „Übungsleiterin der Woche“ und beantwortet die Fragen von Sportredakteur Jörg Hellwig. 

Eigener Wunsch oder die Überredungskunst eines anderen? Was ist der Antrieb für Ihre Übungsleiter-Tätigkeit? Wie sind Sie dazu gekommen? 

Es war schon mein eigener Wunsch, solch eine Übungsleitertätigkeit zu übernehmen. Ich hatte immer Freude an Bewegung, aber ohne den ganz großen Leistungsdruck und war schon für den Lenne-Volme-Turngau und die Volkshochschule als Übungsleiterin tätig, als vor 43 Jahren der „Hilferuf“ vom LTV 61 kam, weil sich die damalige Übungsleiterin der der Dienstags-Frauen-Gymnastik, Brunhilde Becker, aufgrund gesundheitlicher Probleme von ihrer Tätigkeit zurückziehen musste. Seitdem bin ich jetzt in meiner Dienstagfrauengruppe in der Übungsleiterfunktion an Bord des LTV 61, leite insgesamt fünf Gruppen, nämlich noch zwei Fitnessgruppen an den Donnerstagen und auch die Nordic Walker montags und mittwochs. 

Der Faktor Zeit spielt für viele Menschen eine entscheidende Rolle. Viele haben keine Zeit für eine Übungsleiter-Tätigkeit. Wie viel Zeit investieren Sie pro Woche? Und: Wie geht das Umfeld damit um? Gibt es Kritik? 

Ich nehme mir gerne Zeit für die Übungsleitertätigkeit und investiere dabei etwa zehn Stunden pro Woche, wobei es mir die familiäre Unterstützung, die ich genieße, auch leicht macht, diese Zeit zu erübrigen. Auch mein Umfeld und mein Partner tolerieren mein Engagement für den Verein.

Stichwort Ziele: Geht es Ihnen um konkrete sportliche Ziele bei der Arbeit als Übungsleiterin oder eben auch um gesellige Aspekte?

Das kann ich ganz klar mit einem „sowohl als auch“ beantworten. Da wir mit unseren Gruppen keine Wettkämpfe bestreiten, geht es mir in erster Linie darum, dass die Gruppenmitglieder auch im Alter vor allem gesund, fit und beweglich bleiben. Aber die Geselligkeit kommt in meinen Gruppen sicher nicht zu kurz. So stehen bei uns regelmäßig Tagesfahrten, Theaterbesuche, Wanderungen und nicht zuletzt auch gemeinsame Feiern auf dem Programm. Vor allem aber auch Reisen, so waren wir schon in der Provence, Toscana und Cornwall und fahren jetzt im Mai in Normandie und Bretagne. Zunächst einmal steht aber in dieser Woche der „Blaue Donnerstag“ auf dem Programm. Da werden wir schön essen, singen, tanzen und feiern.

 

Stichwort Selbstkritik: Als Trainer bzw. Übungsleiter beurteilen Sie Ihre Schützlinge, üben Kritik, um sie zu verbessern. Wenn Sie auf sich selbst schauen, was gibt es denn dann zu kritisieren und zu verbessern?

Ich bemühe mich natürlich, meine Gruppen nicht zu überfordern, sondern auf die Befindlichkeiten der Teilnehmerinnen Rücksicht zu nehmen und das Übungsprogramm auch der „Tagesform“ der Einzelnen anzupassen. In Sachen Kritik an meiner eigenen Person, da muss ich sagen, dass ich endlich auch einmal lernen muss, „Nein“ zu sagen. 

Frau Doege, vielen Dank für das Gespräch!

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