Fußball

Leinen los für den Kapitän

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Julian Kroll (links), startet am Samstag im Derby mit der FSV in die neue Saison.

Werdohl – Wenn am Samstag um kurz vor 16 Uhr die Kicker von Landesliga-Neuling TuS Langenholthausen und der FSV Werdohl zum Auftakt-Derby in die Düsterloh-Arena einmarschieren werden, dann wird Julian Kroll bei den Gästen vom Riesei vorangehen.

Der 30-Jährige, der eine schwierige Saison 2018/19 hinter sich hat, ist bei den Lennetalern nicht nur kickender Co-Trainer, sondern auch Kapitän. Ein Führungsspieler, auf dessen Schultern große Verantwortung lastet. Als Fitim Zejnullahu, unter dessen Regie Julian Kroll einst beim VfB Altena trainierte, Mitte Februar als neuer Cheftrainer der FSV Werdohl vorgestellt wurde und damit klar war, wer in diesem Sommer am Riesei das Kommando vom Duo Nils Böttcher/Marco Polo übernehmen wird, da war auch für Julian Kroll klar, dass er bei den Werdohlern eine weitere Saison dranhängen wird.

Kroll gab als erster Spieler Zusage für neue Saison

Der Lüdenscheider war der erste Spieler aus den eigenen Reihen, der Sportchef Carsten Minker seine Zusage gab und damit direkt ein Zeichen setzte. „Als klar war, dass Fitim neuer Trainer wird, da habe ich keine Sekunde gezögert. Er ist ein guter Freund und ein sehr guter Trainer“, sagt Julian Kroll, der nun in sein viertes Jahr bei der FSV geht und nach einem langen Leidensweg pünktlich zum Saisonstart wieder fit ist. Rückblende: Im März 2018 zog sich der FSV-Leitwolf im damaligen Landesliga-Gipfeltreffen beim RSV Meinerzhagen, der ja bis in die Oberliga durchmarschierte, einen Kreuzbandriss zu. Die Diagnose, die für Fußballer im Ranking bitterer Diagnosen eine Spitzenposition einnimmt, war sowohl für Kroll als auch für die FSV eine Hiobsbotschaft. „Dir muss am Tag nach der Verletzung klar sein, dass du dich jetzt nicht hängen lassen darfst. Du musst dir klar machen, dass du jetzt hart arbeiten musst, um zurückzukommen. Sonst sieht es schlecht aus“, sagt Julian Kroll – und ließ sich nicht hängen.

Nach der langen Zwangspause arbeitete der Lüdenscheider intensiv an seinem Comeback, das sich letztlich aber hinziehen sollte. Es gab kleinere Rückschläge im Aufbautraining, zudem ließen Böttcher/Polo Vorsicht walten bei einem Einsatz des Leitwolfs. Knapp ein Jahr absolvierte Kroll letztlich kein Punktspiel für die FSV. Die vergangene Serie, in der sich der 30-Jährige freilich mehr Einsatzzeiten gewünscht hätte, hat er längst abgehakt. Mit großer Vorfreude nahm „Jules“ mit der FSV schon Ende Juni die Vorbereitung auf die neue Spielzeit auf. „Die ersten zwei Wochen waren richtig gut“, sagt Julian Kroll, der im Testspiel beim SV Deilinghofen/Sundwig dann aber einen Schlag auf das lädierte Knie bekam und das Pensum reduzieren musste.

Faktor Teamgeist wird entscheidend sein

In den vergangenen zwei Wochen konnte der 30-Jährige aber schmerzfrei trainieren. „Ich fühle mich gut und bin fit. Und habe jetzt richtig Bock auf den Start“, so Kroll, den Fitim Zejnullahu - wie schon seine Vorgänger Böttcher/Polo – wieder zum Kapitän ernannte. Auf dem Platz ist der 30-Jährige der verlängerte Arm des Coaches, will als echter Führungsspieler auf der Sechser-Position vorangehen, mit seiner Zweikampfstärke und -härte, Laufbereitschaft und auch Routine seine überwiegend jüngeren Mitspieler mitreißen. Kroll gilt auf der „Sechs“ als Fighter, als Abräumer. Für Schönspielerei und zarte Töne ist er nicht gemacht, im Gegenteil. Krolls Spiel ist eher Heavy Metal.

Auch abseits des Platzes weiß Kapitän Kroll um seine Verantwortung und Vorbildfunktion, kümmerte sich in diesem Sommer von daher verstärkt um die Eigengewächse und die externen Neuzugänge. „Die Neuen haben sich gut eingefunden, die passen alle zu uns. Und auch die A-Jugendlichen sind super aufgenommen worden. Die Stimmung in der Kabine jedenfalls ist super. Es macht Spaß“, betont der Lüdenscheider. Natürlich weiß „Jules“, dass die FSV nach dem erneuten personellem Umbruch vor einer kniffligen Landesliga-Saison steht und setzt daher auf den Faktor Teamgeist. „Wir müssen als Mannschaft zusammenrücken, jeder muss für den anderen kämpfen“, sagt der Kapitän, „die Qualität ist ja da. Und Tempo haben wir auch.“ Nichtsdestotrotz sieht der 30-Jährige die FSV im Auftakt-Derby am Samstag eher in der Rolle des Außenseiters. „Langenholthausen hat in seinem Kader viel Qualität, bei uns gab es einen Umbruch“, so Kroll, „ich sehe dennoch reelle Chancen, da zu punkten.“ Der FSV-Kapitän scheint bereit, Leinen losfür ihn und das Team!

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