Jugendspruchkammer setzt Signal: Ein Jahr Sperre

Hagen -  Es war ein deutliches Urteil, das die Kreisjugendspruchkammer Hagen am Freitagabend in einem Fall aussprach, der schon knapp vier Monate zurückliegt. 500 Euro Geldstrafe und eine bundesweite Funktionssperre von einem Jahr erhielt ein Spielervater, der zum Tatzeitpunkt Mitglied beim TuS Plettenberg war und als Vater eines F-Jugendspielers des TSV Oestertal im Juni bei einem Turnier in Herscheid einen Schiedsrichter tätlich angegriffen hatte.

Von Wesley Baankreis

Leicht tat sich die Hagener Spruchkammer unter der Leitung von Stefan Bieberbick (Gevelsberg) nicht bei der Urteilsfindung zu einem Fall, der im FLVW-Kreis Lüdenscheid hohe Wellen geschlagen hatte. „Schlimm genug, dass es zu einem F-Jugend-Spiel überhaupt eine Fallakte für eine KJSK gibt“, sagte Bieberbick direkt zu Beginn der Sitzung.

Rückblende: Es war der 13. Juni, als bei einem F-Jugend-Turnier des TuS Herscheid im Halbfinale zwischen dem TSV Oestertal und TuRa Brügge kurz vor Ende beim Stand von 1:2 der Vater eines TSV-Kickers den von TuRa Brügge gestellten Schiedsrichter zunächst beleidigte und nach Aufforderung, hinter die Bande zu gehen, tätlich angriff. Über einen Einspruch gegen das Urteil der Lüdenscheider KSJK und die zwischenzeitliche Abgabe an die BJSK landete der Fall am Freitag in Hagen.

Beschuldigter gesteht seinen Fehler ein

Und hier nahm der beschuldigte Spielervater selbst Stellung zum Vorfall an jenem Tag im Juni. Die ihm vorgeworfene Tat bestritt er. „Das Spiel wurde nicht korrekt gepfiffen. Es war sehr emotional und ich hätte mich nicht so ausdrücken sollen. Ich habe den Schiedsrichter aber nur an die Schulter gepackt, er ist dann wie vom Blitz getroffen zu Boden gefallen“, beteuerte der Beschuldigte in Sachen tätlicher Angriffe seine Unschuld.

Eine andere Sicht der Dinge hatten die beiden einzigen anwesenden Zeugen, die den Vorfall selbst miterlebt hatten. Sowohl der angegriffene Unparteiische als auch der Trainer der Brügger F-Jugend zeichneten trotz leichter Unstimmigkeiten mit Blick auf die vorangegangenen Beleidigungen in Richtung des Schiedsrichters ein anderes Bild und bestätigten den tätlichen Angriff.

Kammer folgt Schilderung des Schiedsrichters

Am Ende folgte die Spruchkammer dieser Schilderung und verhängte neben der hohen Geldstrafe, für die der TuS Plettenberg als Verein des Spielervaters die Sicherheit trägt, und der Sperre auch ein Ordnungsgeld von Höhe von 100 Euro gegen den TSV Oestertal, der zudem 50 Euro für die Abwesenheit des als Zeugen geladenen Jugendtrainers berappen muss. Die Kosten des Verfahrens tragen zu 90 Prozent der Beschuldigte und zu zehn Prozent der TSV Oestertal.

Dass das Urteil so deutlich ausfiel, begründete sich Hagener KJSK ebenso simpel wie einleuchtend. „Es ist letztlich egal, ob geschlagen, gewürgt oder getreten wurde. Es war ein tätlicher Angriff auf einen Schiedsrichter. So etwas geht trotz aller Emotionen überhaupt nicht“, so der Vorsitzende.

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