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„Phantomspiel“ bei den E-Junioren sorgt für Verstimmung

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Von: Svenja Meyrich

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Kreis-Jugendausschuss Detlef Dräger
Verärgert ob eines „Phantomspiels“ bei der E-Jugend: Detlev Dräger, Chef des Kreis-Jugendausschusses. © Axel Meyrich

Nein, wirklich amüsiert war Detlev Dräger am Freitagabend im Vereinsheim des RSV Meinerzhagen nicht. Zumindest nicht, als der Vorsitzende des Kreis-Jugendausschusses den Jugendleitern von einem „Phantomspiel“ in der E-Jugend-Kreisliga A berichtete.

Meinerzhagen - Dräger sprach davon, sich „verarscht“ gefühlt zu haben, gar von „krimineller Energie“. Doch was war überhaupt passiert? – Am Samstag, 11. Juni, stand der letzte Spieltag der Kreisliga-A-Meisterrunde zwischen Türkiyemspor Plettenberg und dem TuS Grünenbaum auf dem Spielplan. Weder für den sieglosen Tabellenletzten aus dem Oestertal noch Kreispokalsieger TuS Grünenbaum (4.) ging es um irgendetwas. Im Portal fussball.de ist bis heute ein 4:4-Unentschieden hinterlegt, Halbzeitstand 2:2. Allein: Das Spiel hat nie stattgefunden.

Dreisbach: „Legen keine Steine in den Weg“

Denn: Der Gast aus Halver hatte die Möglichkeit, an diesem Tag an einem internationalen Turnier in Frankfurt teilzunehmen – und tat dies auch. Bis hierhin alles kein Drama, doch die Team-Verantwortlichen beider Klubs einigten sich, das Spiel dennoch als gespielt hinzustellen. „Das Ergebnis hat mich misstrauisch gemacht“, berichtete Staffelleiter Rüdiger Dreisbach am Freitag. „Der Kreispokalsieger tritt in Bestbesetzung an und spielt nur 4:4 gegen das Schlusslicht? Da habe ich dann recherchiert.“ Lange Rede, kurzer Sinn: Auf Nachfrage und interner Nachforschungen gaben beide Clubs das Vergehen sofort zu. „Es war schlichtweg Unwissenheit unserer Mannschaftsverantwortlichen“, sagte TuS-Jugendleiter Tom Herberg gegenüber unserer Zeitung. Von krimineller Energie, so Herberg, wolle er allerdings in diesem Zusammenhang keinesfalls sprechen.

Und auch Rüdiger Dreisbach klang am Freitagabend bald wieder versöhnlich. „Ich bin doch der Letzte, der Euch Steine in den Weg legt, wenn ihr die Möglichkeit habt, an einem internationalen Event teilzunehmen“, so der Staffelleiter, „das ist ein Zwei-Minuten-Telefongespräch und wir haben das geklärt.“ Zum Beispiel dergestalt, dass eine Mannschaft darauf verzichtet anzutreten. Das würde 30 Euro kosten. Jetzt wird es für Türkiyemspor und den TuS deutlich teurer. Jeweils 200 Euro müssen beide Clubs berappen.

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