Fußball: Arbeitstagung der Jugendleiter

TuS Herscheid und RWL in der Kritik

Fußball: Arbeitstagung der Jugendleiter im FLVW-Kreis Lüdenscheid
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„Die Darstellung ist einseitig“: Dirk Fortkamp, Jugendleiter des TuS Herscheid, verwahrte sich gegen die Kritik des Kreis-Jugendausschusses.

„Es waren harte Monate. Aber wir müssen nach vorne schauen“: Detlev Dräger, Vorsitzender des Kreis-Jugendausschusses im FLVW-Kreis Lüdenscheid, eröffnete mit nachdenklichen Worten die Jugendleiter-Arbeitstagung in der Sporthalle am Halveraner Kreisch. Eine Tonlage, die sich bis zum Schluss durch die zweistündige Versammlung zog.

Halver - Tenor sowohl der Vorstands- als auch der Vereinsvertreter: Auch wenn die Corona-Zahlen im Moment auf niedrigem Niveau verharren oder allenfalls leicht steigen: Vorsicht und eine gute Portion Skepsis dominieren mit Blick auf die Frage, ob die Saison 2021/22 im Jugendbereich tatsächlich wie geplant durchgeführt werden kann. Kreis-Chef Klaus Scharf brachte es in seinem Bericht auf den Punkt. „Die Pandemie ist noch nicht vorbei, auch wenn viele so tun. Unsere Devise muss lauten: Vorsicht, Vorsicht, Vorsicht – denn die vierte Welle wird kommen“, so der Funktionär aus Meinerzhagen.

Doch es ging vor den 17 Vereinsvertretern – acht Clubs fehlten teils entschuldigt, teils unentschuldigt, müssen aufgrund der besonderen Umstände der Hochwasserkatastrophe aber kein Ordnungsgeld befürchten – nicht nur um die Pandemie und ihre Auswirkungen. In seinem Bericht schlug Detlev Dräger in einem Themenbereich scharfe Töne an – in Richtung des TuS Herscheid, der in Form einer Jugendspielgemeinschaft auch in der kommenden Saison zusammen mit dem RSV Listertal im Kreis Olpe spielt.

Dräger: „Ihr habt uns beim Bock getan“

„Der TuS Herscheid hat uns sehr enttäuscht, ihr habt uns seit drei Jahren beim Bock getan“, so Dräger in Richtung der Ebbegemeindler, die durch Jugendleiter Dirk Fortkamp am Kreisch vertreten waren. Hintergrund: Laut Dräger hätten die TuS-Verantwortlichen mehrfach versprochen, in den Kreis Lüdenscheid zurückzukehren, sich dann aber mit nicht nachvollziehbaren Begründungen (unter anderem die Zahl der Polizeieinsätze bei Jugendspielen im Kreis Lüdenscheid) mehrfach herausgeredet. Dräger: „Man verliert angesichts solch eines Verhaltens die Lust und fragt sich, wofür machen wir das hier eigentlich.“

Gelegenheit zur Gegenrede bekam Dirk Fortkamp am Ende der Versammlung – und der TuS-Jugendleiter nutzte sie. „Diese Darstellung ist einseitig und entspricht nicht dem, was wir als Begründung für unseren Schritt nach Kaiserau geschickt haben“, so Fortkamp. „Wir haben versucht, unsere Mitglieder zu einer Rückkehr zu überzeugen. Das ist nicht gelungen. Gerade in Pandemie-Zeiten geht es darum, dass wir die Jugendlichen beim Fußball halten. Und das tun wir.“ Die Vereine im Fußball-Kreis Lüdenscheid will der TuS zusätzlich schriftlich über seinen Standpunkt informieren. An der Enttäuschung des KJA-Vorsitzenden änderte das freilich nichts am Freitag.

169 Mannschaften gemeldet

Zweiter „Aufreger“ des Abends: Mike Tenkhoff (TuS Stöcken-Dahlerbrück) prangerte mit deutlichen Worten das Verhalten eines „großen Lüdenscheider Vereins“ (O-Ton) an, der – so der Vorwurf – inzwischen massiv schon im Bereich der E- und F-Jugend Spieler abwerbe. Andere Vereinsvertreter bestätigten diese Praxis. Gemeint war Rot-Weiß Lüdenscheid. Während Detlev Dräger seitens des Kreis-Jugendausschusses wenig Handlungsspielraum sieht („Wir sind da machtlos“), regte Spielbetriebs-Chef Rüdiger Dreisbach einen „runden Tisch“ im Herbst an, um die Thematik zu erörtern.

Einen positiven Trend hatte Rüdiger Dreisbach mit Blick auf die Mannschaftsmeldungen bekanntzugeben. 25 Vereine haben für die neue Saison 169 Mannschaften gemeldet, das sind sechs mehr als in der Vorsaison.

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