Jubiläumsturnier in der Idylle

Die Reitabteilung des RFZV Neuenrade-Küntrop fiebert dem Dressurspektrum vom 9. bis 11. August entgegen: Lukas Honseler mit dem Westfalen „Phänomen“ und Nachwuchsreiterin Antonia Hammecke. Die angehende Pferdefachwirtin Wiebke Kabelmacher in der Seniorenklasse und Marie Simon (rechts) in der Juniorenklasse werden die Lokalmatadorinnen beim Turnier am Gevener Weg sein. Foto: Schwarze

KÜNTROP Ein Sandberg türmt sich auf dem Reitgelände des RFZV Neuenrade-Küntrop auf. Mit seinem Trecker befördert der Pferdewirtschaftsmeister Peter Strässer den Abbau: Schaufel für Schaufel wird der Sand abgetragen und nach einem System auf dem Reitplatz verteilt. „Rund 40 Tonnen Sand kommen auf den Platz drauf“, sagt der Hausherr am Gevener Weg. Die Vorbereitungen für das vom 9. bis zum 11. August stattfindende Dressurspektrum laufen auf Hochtouren.

Ähnlich wie der Landwirt muss auch der Pferdewirt sein Feld bestellen: Und so kommt die Egge zum Einsatz, damit der zu mehreren kleinen Haufen gebildete Sand auf dem Reitplatz geebnet werden kann. „Für unsere Reiterinnen und Reiter wollen wir besten Bedingungen bieten“, teilt Margot Strässer mit. Und zur Jubiläumsausgabe – das Turnier findet bereits zum zehnten Mal statt – arbeiten die Vereinsmitglieder noch akribischer: Sabine Gregory und Ursula Fröhlich pflegen die Beete, stutzen die Hecken. „Was die beiden leisten ist außergewöhnlich, eine wirklich mühselige Arbeit: Im Frühjahr ist alles mit Unkraut übersät und jetzt sieht hier alles fast wie im Bilderbuch aus“, bewundert Strässer das Geschick bei der Bepflanzung rund um das Dressureck, in dem die M-Dressur, die S-Klasse*** und auch die Kür unter freiem Himmel stattfinden wird – dieser floristische Wall befindet sich direkt hinter dem einen Ende und garniert den Blick der Zuschauer auf das Sauerlandpanorama. Im besten Fall soll auch der naheliegende 22,5 Meter hohe Motte-Turm integriert werden. „Dort oben könnten ja dann die Wertungsrichter Platz nehmen“, übermittelt Strässer einen derzeit im Verein kursierenden Witz. Für die Zuschauer wäre der Ausblick vom Turm auf Gelände und Sauerland reizvoll, „vielleicht kann der Turm ja zum Jubiläumsturnier geöffnet werden“, hofft Strässer, dass die Stadt Neuenrade ihrer Anfrage entgegenkommt.

Am Gevener Weg kommt zusammen, was zusammen gehört: Pferdesport und landschaftliche Idylle – dieses besondere Flair ist ein Markenzeichen für das Dressurspektrum. So locken nicht nur die insgesamt 20 000 Euro Preisgeld überregionale Reitsportler an den Gevener Weg, sondern auch die besondere Atmosphäre, die Frau Strässer als „familiär und gemütlich, aber trotzdem sportlich ambitioniert“ bezeichnet. Schließlich befinden sich im Wettbewerbsprogramm Grandprix-Prüfungen auf internationalem Standard. Die Volte, Traverse oder auch die Galopppirouette mit bis zu 360° können auf dem Küntroper Geläuf verfolgt werden. Als Matadorinnen des heimischen Vereins starten bei den Seniorinnen die Auszubildende Wiebke Kabelmacher und bei den Nachwuchstalenten Marie Simon ins Turnier.

Die Strässer-Tochter Carmen, die auf ihrem Westfalen „Phänomen“ schon Preise bei vorigen Spektren gewinnen und mit ihm auch das Goldene Reiterzeichen erreichen konnte, wird nicht teilnehmen können, als Zuschauerin das Geschehen aber interessiert verfolgen. „Wer glaubt: ,Bei der Dressur muss ich ja still sitzen und da passiert auch nichts’, soll mal vorbei kommen und sich vom Gegenteil überzeugen. Beim Sport geht es spannend und auf der Tribüne gesellig zu, diese Kombination ist uns wichtig“, äußert Strässer.

Bei gutem Wetter wird es am Sonntag eine Oldtimer-Show geben, außerdem werden die Ortsnachbarn einen Vorgeschmack auf ihren Bauernmarkt geben. Weiteren Anreiz, das Turnier zu besuchen, soll die Jubiläumstombola bieten: Eine Kutschfahrt mit Picknick oder ein Rundflug im Segelflugzeug sind nur zwei der attraktiven Preise. „Ohne das Engagement der Sponsoren könnte das Turnier in dieser Form nicht stattfinden“, äußert Strässer – denn die Auflagen durch den Verband und die finanziellen Belastungen haben zugenommen. Sand gibt es am Gevener Weg in Hülle und Fülle, doch der Kies ist begrenzt.

Rund 500 Meldungen hat der RFZV Neuenrade-Küntrop für sein vom 9. bis 11. August stattfindendes Dressurspektrum vorliegen. Unter den Teilnehmern befinden sich auch wieder hoch dekorierte Reiter aus dem Stall des Mannschaftsgoldmedaillengewinners Hubertus Schmidt. Die verschiedenen Prüfungen finden auf dem Dressurplatz und in der Halle statt.

Das Turnier beginnt am Freitag um 10 Uhr mit der Dressurpferdeprüfung und hat für die Junioren um 17 Uhr mit der ersten Wertungsprüfung im Rahmen des Hitzblech-Pokals den ersten Höhepunkt. Hochklassigen Dressursport im Seniorenbereich gibt es am Samstag (ab 8.30 Uhr) und Sonntag (ab 9.30 Uhr) zu sehen. Die Dressurprüfung Kl. S*** (Intermediaire II) wird dabei mit besonderer Spannung erwartet. Der Nachwuchs wetteifert am Sonntag (13 Uhr) um die Jugendtrophy des Märkischen Reiterverbandes. Den Abschluss des Turniers bildet die Dressurprüfung Kl. S** (Intermediaire-I-Kür).

Von Nico Schwarze

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