Triathlon

Traumhafte Location und halsbrecherische Abfahrt

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„Den Lauf habe ich einfach nur genossen“, stellte Jens Ellermann nach der Rückkehr aus Nizza fest.

Nizza – Wann hat man schon einmal die Möglichkeit, sich mit Rad-Weltstars wie Laurent Jalabert oder Alexander Vinokurov zu messen? Der Lüdenscheider Triathlet Jens Ellermann kam in genau diesen Genuss. Die ehemaligen Radprofis sind mittlerweile auf den Triathlon gekommen und starteten zusammen mit Ellermann bei der 70.3-Weltmeisterschaft in Nizza.

„Es war einfach nur ein einmaliges Erlebnis“, leuchten bei Ellermann auch einige Tage nach dem Jahreshöhepunkt noch die Augen, wenn er von seinem Trip in die französische Mittelmeerstadt erzählt. „Ich bin ja davon ausgegangen, dass es hauptsächlich die europäischen Triathleten wären, die hier an den Start gehen, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Viele Starter kamen aus Übersee, verknüpften den Start mit einem Urlaub“, erfuhr Ellermann von den Mitstreitern. Die Entscheidung, in Nizza zu starten, war laut Ellermann auf jeden Fall richtig, denn: „Wo hat man schon azurblaues Wasser und eine so traumhafte Location?“

Schwere Stürze auf der Abfahrt

Leichte Strömung und Wellengang herrschte trotz des beeindruckenden Ambientes, so dass Ellermann mit 33:44 Minuten über die zwei Kilometer Schwimmen zufrieden war. Dann ging es auf die Radstrecke mit einem zehn Kilometer langen Anstieg auf den Col de Vennes. „Da haust du alles raus, was du nur kannst“, so das Fazit. Die schon im Vorfeld bekannte kritische Abfahrt beschreibt Ellermann im Nachhinein als „halsbrecherisch“. „Die war durch die Geschwindigkeitsschwellen und Schlaglöcher einfach nur gefährlich“.

Einige Profis, die wenige Minuten vor den Altersklassenstartern auf die Strecke gingen, mussten auf der Abfahrt schwere Stürze verzeichnen. Als wir vorbeikamen, waren schon hier und da Krankenwagen. Eigentlich Wahnsinn, dass mich hier noch Fahrer überholt haben. Diese konnte ich aber wieder einholen, als es später flacher und die Strecke qualitativ besser wurde.“ Nach 2:51:22 Stunden waren die 90 Kilometer für den Triathleten von TriSpeed Herscheid gesund zu Ende.

Krämpfe bei Ellermann beim Wechsel 

„Trotz der Risiken und dem Fahren am körperlichen und geistigen Anschlag habe ich die Fahrt genossen.“ Beim Wechsel zum Laufen kamen dann kurzzeitig Krämpfe angesichts der Muskelbeanspruchung auf dem Rad. „Die Krämpfe beim Wechsel zum Laufen sind bei mir nichts Neues, daher kann ich gut damit umgehen. Die Laufstrecke war einfach nur traumhaft an der Nizza-Promenade entlang. Auch wenn es kaum Schatten gab bei 28 Grad und schon sehr anstrengend war, habe ich den Lauf einfach nur genossen“, so Ellermann, der letztendlich in 5:03:47 Stunden die Weltmeisterschaft erfolgreich finishte.

„Es wären auf der Laufstrecke vielleicht noch fünf oder sechs Minuten drin gewesen, aber ich wollte es letztendlich auch einfach nur noch genießen.“ Die Platzierung, Platz 1173 und Rang 173 in der Altersklassenwertung war für Ellermann zweitrangig, wenngleich ein Platz unter den besten 200 Triathleten der Welt bei mehr als 500 Startern ihn schon wahnsinnig stolz mache. „Es war für mich eine Riesensaison. Mit der Mannschaft in der NRW-Liga zu bestehen und dann noch die Qualifikation für Nizza, was gibt es Schöneres? Nichts“, sagt Ellermann, der sich für 2021 noch einmal eine WM-Qualifikation vorstellen könnten, wenn der Austragungsort Utah (USA) heißt. „Da ist die Radstrecke noch härter, aber sicherlich nicht so gefährlich.“

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