Eishockey, DEL

Jason O‘Leary verlässt die Roosters am Saisonende in Richtung Langnau

Trainer und Schiedsrichter im Gespräch
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Cheftrainer Jason O‘Leary verlässt die Roosters.

Die Iserlohn Roosters müssen sich nach einem neuen Trainer umsehen: Jason O‘Leary wurde am Montagnachmittag in seiner Schweizer Heimat als neuer Trainer vorgestellt.

Iserlohn – Cheftrainer Jason O'Leary verlässt die Iserlohn Roosters am Saisonende: Bereits am frühen Montagnachmittag hatte eine Zeitung in Bern erfahren, dass O'Leary neuer Chefcoach der SCL Tigers aus Langnau in der Schweizer National League wird. Offenbar waren die Sauerländer, als die Meldung den Weg ins Netz fand, selbst noch nicht lange über die (finale) Entscheidung O'Learys informiert. Auch die Mannschaft dürfte die Nachricht aus den Medien und nicht von ihrem Cheftrainer selbst erfahren haben.

„Das war schon sehr überraschend, aber auf der anderen Seite wissen wir auch, dass das Business nicht stillsteht“, sagt Christian Hommel, „gerade in der jetzigen Zeit ist es nicht verwerflich, wenn sich jemand einem neuen Club anschließt. Wir können ihm einfach nur viel Glück wünschen.“

Liest man zwischen den Zeilen, bleibt der Ärger nicht verborgen. Niemand verleidet O'Leary diese sportliche Chance und seine anderen Gründe, aber die kurzfristige Ankündigung. „Seine neue Stelle wird sich besser mit seinem privaten Umfeld verbinden lassen, das war ein wichtiger Teil seiner Entscheidung“, sagt Hommel weiter. O'Learys Kinder Leben in der Schweiz bei seiner geschiedenen Frau. Langnau, die Heimat der Tigers liegt ganz in der Nähe.

O‘Leary verlässt Roosters am Saisonende in Richtung Langnau

„Ich werde den Seilersee schweren Herzens verlassen, aber nach so einem schwierigen Jahr ist mein Platz in Zukunft bei meinen Kindern. Ich habe hier viele gute Leute in der Stadt und im Verein kennengelernt und arbeite gerne mit ihnen zusammen, aber die Distanz zwischen mir und meinen beiden Jungs ist mit so vielen Reisebeschränkungen einfach zu groß“, begründet O’Leary seine Entscheidung.

Schon vor wenigen Wochen gab es Gerüchte, dass die Blau-Weißen ihren Cheftrainer von allen Aufgaben entbunden hätten, beide Seiten dementierten. Davor aber hatten die Gespräche zwischen O'Leary und den SCL Tigers wohl schon begonnen. Seit über einem Jahr ist der Kanadier beim derzeit Vorletzten im Gespräch, aufgrund besonderer Verbindungen. O'Learys ehemaliger Torhüter-Trainer Marc Eichmann, beide haben vier Jahre lang in Langenthal zusammengearbeitet, ist aktuell Sportchef der Tigers. Weil es beim Club gerade gar nicht läuft und man den Vertrag mit dem bisherigen Cheftrainer Rikard Franzén nicht verlängern wollte, kam jetzt wieder O'Leary in den Fokus des Clubs. Das hat auch mit seinem Ruf als Ausbilder junger Talente zu tun, genau das wollen die Schweizer in der Zukunft tun.

Ich habe hier viele gute Leute in der Stadt und im Verein kennengelernt und arbeite gerne mit ihnen zusammen, aber die Distanz zwischen mir und meinen beiden Jungs ist mit so vielen Reisebeschränkungen einfach zu groß!

Jason O‘Leary

„Wir sind überzeugt, dass die Zukunft nur mit einer klaren und kompromisslosen Positionierung als ambitionierter Ausbildungsclub sportlich und wirtschaftlich erfolgreich gestaltet werden kann“, sagt der Verwaltungsratspräsident der SCL Tigers, Peter Jakob. Da passt O'Leary ins Konzept. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Jason O’Leary als Headcoach und Alexander Mellitzer als Assistenten unsere Wunschkandidaten gewinnen und sie von unserem Weg überzeugen konnten“, betont Eichmann.

„Ich finde es sehr schade, dass ich nur zwei Jahre an diesem Projekt in Iserlohn habe arbeiten können, gerade weil Christian Hommel in diesem Sommer einen so hervorragenden Job gemacht hat. Aber wir haben noch einige Spiele vor uns und wollen unbedingt unser Ziel, die Playoffs erreichen“, betont O'Leary. Das bleibt zu hoffen. Der Sport aber hat seine eigenen Gesetze und die sorgen manchmal auch dafür, dass Wünsche wie diese nicht in Erfüllung gehen. Viele Trainer, die ihren Abschied angekündigt haben, werden von den Leistungen der aktuellen Mannschaft überrollt.

Sollten die Sauerländer sportlich Probleme bekommen, wird das unmittelbar mit der heute verkündeten Nachricht in Verbindung gebracht. Fakt ist allerdings auch, dass die Sauerländer jetzt ausreichend Zeit haben, den Markt zu sondieren und einen neuen Cheftrainer zu verpflichten. Ob Brad Tapper in dieser Situation eine Rolle spielt, bleibt abzuwarten. Die Entscheidung von Montag dürfte belegen, dass die Roosters allerdings nicht von Null anfangen werden. Die ganz große Liebe war es möglicherweise dann doch nicht mehr.

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