Fußball

Der Senkrechtstarter vom Düsterloh

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Er kam, sah und traf auf Anhieb: Jan Elias Clement (links) hat in sechs Landesliga-Partien für den TuS Langenholthausen sechsmal getroffen.

Wenn Fußball-Landesligist TuS Langenholthausen am Mittwochabend (19.30 Uhr) im Kreispokal-Achtelfinale beim A-Kreisligisten SV Arnsberg 09 um das Viertelfinal-Ticket spielt, dann wird dieser 90-Minüter auf dem Eichholzsportplatz für Jan Elias Clement ein ganz besonderer sein.

Langenholthausen - Der 20-Jährige, der seit dieser Saison das Trikot des TuS Langenholthausen trägt, kickte vor seinem Wechsel zum Düsterloh ausschließlich für die Arnsberger. „Ich habe 14 Jahre da gespielt, kenne die Mannschaft und den Verein in und auswendig“, sagt Clement, der sich das Pokalduell zwischen seinem alten und neuen Team zwar „nicht gewünscht“, sich nach der Auslosung aber auf das schnelle Wiedersehen eingestellt hat: „Ich freue mich jetzt darauf, die alten Kollegen zu treffen. Dieses Spiel ist für mich wirklich sehr besonders.“

Beim SV Arnsberg 09 war Jan Elias Clement sowohl im Nachwuchs- als auch im Seniorenbereich Führungsspieler und Torjäger und weckte mit seinen Leistungen das Interesse anderer Klubs, zu denen eben auch der TuS Langenholthausen um Trainer Uli Mayer zählte. Den Verein hatte der 20-Jährige bis dato noch nie gewechselt, im Frühjahr dieses Jahres aber nahm er das Angebot vom Düsterloh an, weil er nach Jahren auf Kreisebene eine neue sportliche Herausforderung suchte. „Ich habe mir lange den Kopf darüber zerbrochen“, sagt der Industriemechaniker, der nach ersten Telefonaten mit Uli Mayer zu einem Treffen fuhr, an dem neben dem Coach auch TuS-Präsident „Charly“ Grote sowie die Akteure Dominik Beutler und Jan Apolinarski teilnahmen. „Es war top, dass bei dem Gespräch auch zwei Führungsspieler dabei waren“, sagt Clement beim Blick in den Rückspiegel. Sein Gefühl nach diesem Treffen sei ein sehr gutes gewesen, zugesagt am Düsterloh aber habe er etwa eineinhalb Monate später. „Ich habe mir ein bisschen Zeit gelassen“, lacht der 20-Jährige, für den der Sprung in die Landesliga nach etlichen Jahren in der Kreisliga „ein neuer Reiz“ gewesen sei.

Ich fühle mich beim TuS sehr wohl und wurde hier sehr gut aufgenommen.

Jan Elias Clement

Der Wechsel in die Düsterloh-Arena war für Jan Elias Clement, den Uli Mayer nach dem 4:2-Sieg am Sonntag gegen RW Erlinghausen als „Straßenzocker“ bezeichnete, die richtige Entscheidung, wie er heute sagt. „Ich fühle mich beim TuS sehr wohl und wurde hier sehr gut aufgenommen“, betont der Arnsberger, der nach den Spielen sonntags gerne mit der Mannschaft noch zusammen hockt und ein, zwei Bierchen oder, wenn er noch fahren muss, auch mal eine Cola schlürft.

Dreierpack im ersten Landesliga-Spiel

Beim TuS ist Uli Mayer, die komplette Mannschaft und auch das Umfeld glücklich, dass Jan Elias Clement die Herausforderung Landesliga annahm. Schon in der langen Vorbereitung hinterließ der 20-Jährige einen hervorragenden Eindruck und erkämpfte sich auf Anhieb einen Platz in der Startelf. Im Westfalenpokal-Erstrundenduell gegen den Westfalenligisten SV Wacker Obercastrop, dem ersten Pflichtspiel dieser Saison, steuerte Clement prompt einen Treffer beim 3:0-Sieg der Langenholthausener bei, eine Woche später war er im Landesliga-Auftaktspiel in Bad Berleburg der Mann des Spiels. Beim 4:2-Sieg der Mayer-Elf schnürte der Neuzugang aus der A-Liga einen Dreierpack. „Vor dem ersten Spiel hatte ich hohen Puls“, sagt der 20-Jährige, der von einem Dreierpack in seinem ersten Landesliga-Spiel noch nicht einmal zu träumen gewagt hätte.

„Ich würde sagen, dass das wohl ein Einstand nach Maß war“, lacht der 20-Jährige, den Uli Mayer vornehmlich die Außenbahnen beackern lässt. Eine neue Rolle für Clement, der beim SV Arnsberg 09 im Sturmzentrum gesetzt war, beim TuS nun aber auf dem linken oder rechten Flügel zum Einsatz kommt. „Ich spiele da, wo der Trainer es möchte“, verdeutlicht Clement, der sonntags „auch viele Wege im Tempo mit nach hinten“ machen muss und seine Defensivaufgaben seriös erledigt. „Es macht Spaß, weil du von den Jungs für jeden gewonnen Zweikampf gefeiert wirst. Nach 60, 70 Minuten wird es aber auch hart“, so der 20-Jährige, der neben seiner fußballerischen Qualität auch eine satte Portion Humor mitbringt nach Langenholthausen, wo er am Sonntag gegen Erlinghausen einen Doppelpack schnürte und das 4:2 durch „Leo“ Diehl in der Nachspielzeit einleitete. Es waren Clements Landesliga-Treffer fünf und sechs, weil er auch beim 4:1-Sieg im MK-Duell gegen Rot-Weiß Lüdenscheid genetzt hatte. Sechs „Buden“ nach sechs Spielen – es gibt sicherlich schlechtere Einstände nach einem Vereinswechsel…

In den kommenden Wochen und Monaten will Clement seine bisherigen Topleistungen bestätigen und mit dem TuS weiter erfolgreichen Fußball spielen. „Mit dieser Mannschaft ist definitiv einiges möglich“, sagt der 20-Jährige, der mit dem TuS „unter den ersten Vier“ landen möchte.

Am Mittwochabend aber steht zunächst ein anderer Wettbewerb im Fokus. Im Kreispokal will der Landesligist beim A-Kreisligisten SV Arnsberg 09 seiner Favoritenrolle gerecht werden und in die nächste Runde einziehen. Für Jan Elias Clement ist es die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte, die Rückkehr zu seinem Stammverein, bei dem er viele Freunde und Bekannte hat. Seine Familie, seine Freundin und auch die Familie der Partnerin werden am Mittwochabend die Partie auf dem Eichholzsportplatz verfolgen. Angesichts der bisherigen Torausbeute Clements ist es nicht ausgeschlossen, dass er für sein neues Team gegen sein ehemaliges treffen wird. Sollte es tatsächlich so kommen, dann „wird es keinen Torjubel geben“, betont der 20-Jährige, der viele gute Jahre bei den 09ern hatte, am Mittwoch aber natürlich mit dem TuS Langenholthausen ins Viertelfinale einziehen und seine starke Leistung vom Wochenende an alter Wirkungsstätte bestätigen möchte.

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