Schwarze Schafe des Post SV Lüdenscheid

+
Der Vorstand des Post SV (von links): Tischtennis-Abteilungsleiter Klaus Schipper, Kassenwart Mike Kaczmarek, Vorsitzender Miroslav Bonevski und Geschäftsführer Matthias Waack.

LÜDENSCHEID -  Der Post SV Lüdenscheid mit seinen knapp 350 Mitgliedern steht ein Jahr vor dem 50. Geburtstag auf gesunden Füßen und schleppt doch ein Sorgenpaket wie einen tonnenschweren Rucksack mit sich herum: Eine unvorstellbare Menge an säumigen Beitragszahlern.

Von Jörg Hellwig

Wie ein roter Faden zog sich die mangelhafte Zahlungsmoral der Postler durch die Jahreshauptversammlung am Montag im Restaurant „Athen“. Auf geradezu unglaubliche rund 8000 Euro bezifferten Kassierer Mike Kaczmarek, Vorsitzender Miroslav Bonevski und vor allem auch Kassenprüfer Andreas Haller die Außenstände des Vereins bei den Mitgliedern – mehr als 100, mithin fast ein Drittel der Postler, haben ihrer Beitrag trotz mehrfachen Anschreiben und Mahnungen nicht entrichtet. „Einige haben offenbar schon beim Eintritt den Plan, nicht zu zahlen“, schließt Kassenwart Kaczmarek aus falschen Adressenangaben oder Kontonummern.

„Auf die Dauer können wir uns das nicht leisten“, machte Bonevski vor allem unter Beifall der Tischtennisabteilung klar, ist doch das Gros der Sünder unter den Kickern zu finden. Der Klubchef ließ sich von der Versammlung Maßnahmen bis hin zum Einschalten eines Inkassobüros per Abstimmung sanktionieren, „denn der Schuss kann auch nach hinten losgehen, die Maßnahmen können mehr kosten als einbringen.“

Eigentlich aber ist der Post SV sehr gesund, erwirtschaftete trotz erheblicher Verbandsabgaben und Schiedsrichterkosten letztlich ein kleines Plus, das aber nicht von Dauer sein muss. Dennoch sieht sich der Verein gut aufgestellt: „Trikotsätze, Trainingsanzüge, Bälle für die Fußballer und neue Platten für die Tischtennisabteilung – alles keine Probleme, wenn wir die Außenstände wenigstens Großteils verbuchen können“, machte Vorsitzender Bonevski den Mitgliedern Mut trotz drohender Sportstättennutzungsgebühr. „Die wird kommen trotz gegenteiliger Bekundungen der Politiker, da könnt ihr sicher sein“, widersprach Bonevski energisch den Versprechungen.

Im Jahresbericht hatten er und die Abteilungsleiter neben dem Manko fehlender Schiedsrichter viele positive Dinge herausheben können: Zwar hatte die zweite Fußballmannschaft wieder abgemeldet werden müssen („da dachten einige, sie müssten von uns zu den Spielen der D-Liga abgeholt werden – Bonevski“, aber die Jugendabteilung floriert, kann wohl auch im kommenden Jahr D-, C-, B- und A-Jugend besetzen. Ein dickes Lob war den Nachwuchscoaches ebenso gewiss wie Theo Platanos, dem Coach des B-Liga-Teams.

Während die Miniabteilung der Schachsportler diesmal nicht vertreten war, aber nach wie vor eifrig trainiert, verzeichnet die kleine Tischtennisabteilung ordentliche Mitgliederzuwächse und kämpft deshalb – wohl erfolgreich – um einen zweiten Trainingstag, erwägt, für die kommende Saison sogar eine dritte Mannschaft zu stellen.

Positive Nachrichten, die allerdings zum Ende der Versammlung getrübt wurden, als Vorsitzender Miroslav Bonevski nach dann zehn Jahren als Klubchef für die kommende Jahreshauptversammlung eine erneute Kandidatur rigoros ausschloss: „Ich bin es leid, um jede fünf Euro zu betteln und mit 1 1/2 bis 2 1/2 Mann die Arbeit für 350 Mitglieder weitgehend allein zu leisten.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare