Trainersuche und Zukunft des ASV gehen Hand in Hand

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Margarete Herter (Mitte) wurde für 25 Jahre Mitgliedschaft und ihr Engagement als Schriftführerin von Geschäftsführer Dieter Sprengel und der ersten Vorsitzenden Katrin Heucke geehrt.

Lüdenscheid - Den Vorstand und die Mitglieder des Lüdenscheider Athletiksportvereins 1890 plagen Zukunftssorgen: Während der Jahreshauptversammlung am Dienstag kam es zu heftigen Diskussionen über die zukünftige Ausrichtung.

Von Emanuel Holz

Grund für den großen Redebedarf ist der Weggang des ehemaligen Box-Trainers Zbigniew („Siggi“) Korzen, der den Verein bis heute vor Probleme stellt. Korzen verließ den ASV 90 im Jahr 2013, um sich beruflich neu zu orientieren. Viele seiner Athleten folgten dem Trainer zu dessen neuer Wirkungsstätte, dem Lüdenscheider Boxring. Dennoch zählt der ASV aktuell noch 20 Faustkämpfer, die freilich ohne Wettkampfpraxis sind.

Auf Korzen folgte der bisherige Co-Trainer Ralf Straubel, der aber an Wochenenden verhindert ist und seine Schützlinge nicht zu Wettkämpfen begleiten kann. „Dieser Zustand ist suboptimal, weil die jungen Leute das Gelernte nicht im Ring umsetzen können“, bedauert Geschäftsführer Dieter Sprengel. Einen Ersatz bzw. Co-Trainer hat der Verein nicht. Manfred Eigenbrod mahnte: „Wir können hier nicht sitzen und auf Kundschaft hoffen, wir müssen uns bewegen. Kein Trainer wäre der Untergang des ASV.“

Dass den Vorstand die Trainerfrage umtreibt, stellte die erste Vorsitzende, Katrin Heucke, klar: „Uns tut das doch allen in der Seele weh. Wir brauchen einen Mann oder eine Frau an der Seite von Ralf Straubel. Es ist schwierig, jemanden zu finden, der den zeitlichen Aufwand betreiben will.“ Zudem sei der ASV an die Statuten des Deutschen Amateur Boxsport-Verbands (DABV) gebunden, die für eine Trainerlizenz unabdingbar vorangegangene Wettkampfpraxis erfordert, was die Suche nicht gerade erleichtert.

Klar wurde, dass Mitglieder und Vorstand unzufrieden mit dem status quo sind. Bereitschaft für mehr Engagement von Seiten der Mitglieder ist aber kaum erkennbar. Kassenwart Rene Steinhauer bemerkte: „Das Horrorszenario wäre die Abmeldung. Es wäre sinnig, wenn jeder in sich geht, ob er dem Verein helfen kann.“ Finanziell steht der ASV auf gesunden Füßen, Ausgaben und Einnahmen hielten sich die Waage.

Bei den Wahlen wurde Geschäftsführer Dieter Sprengel einstimmig wiedergewählt. Und das, obwohl Sprengel betont hatte: „Mir fehlt die Kraft und die Zeit, den Verein nach vorne zu bringen.“

Ebenfalls im Amt bestätigt: Schriftführerin Margarete Herter, die neben Werner Jüngling für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurde. Katrin Heucke fand „warme“ Worte für Margarete Herter: „Du bist das Gedächtnis des Vereins und ein Vorbild an geistiger und körperlicher Fitness. Du bist die Grande Dame des ASV.“

Neuer Kassenwart ist Harald Knoch, neue Kassenprüfer sind Rene Steinhauer und Oskar Meth. Sabine Sauer und Dieter Zander bleiben Trainer der Gymnastik-Gruppe, die seit 25 Jahren besteht.

Zumindest an dieser Stelle gab es Grund zu lachen: „Da könntest du ruhig mal zwei Flaschen Sekt springen lassen“, meinte Sauer schmunzelnd zum scheidenden Kassenwart. Der konterte: „Solange ich mein Amt nicht übergeben habe, lasse ich auch drei springen.“

Bis zur Feier anlässlich des 125-jährigen Bestehens sind die Mitglieder angehalten, Ideen zu suchen, wie der ASV künftig ausgerichtet werden soll. Es bleibt spannend, wohin der Weg des Traditionsvereins führt.

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