Eishockey

Brück dankt Gesellschaftern

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Zahlreiche treue Vereinsmitglieder wurden während der Versammlung geehrt.

Iserlohn – Am Ende standen Wolfgang Brück doch die Schweißperlen auf der Stirn. Das hatte nicht mit einer inhaltlich schwer durchzuführenden 25. Jahreshauptversammlung des Iserlohner EC zu tun, sondern mit der kurzen Hitzewelle, die auch in der Iserlohner Matthias-Grothe-Halle ihre Spuren hinterlassen hatte.  

Ohne Wahlen hatten die 145 erschienenen Mitglieder dann auch nur eine Entscheidung zu treffen: Entlastung des Vorstandes – ja oder nein. Die Entscheidung fiel einstimmig, was in Anbetracht eines erwirtschafteten Überschusses von über 45 000 Euro nicht verwunderlich war. Im Vorjahr hatte der IEC e.V. gerade mal ein Plus von rund 1000 Euro verbucht.

„Das ist deshalb umso bemerkenswerter, weil die Einnahmen gerade im Gastrobereich deutlich hinter den Erwartungen zurück geblieben sind“, unterstrich der zweite Vorsitzende Josef Jost. Was im Verein gelang, ist allerdings in der Iserlohn Roosters GmbH & Co. KG nicht möglich geworden. Obwohl bekanntlich seit Jahren keine Wirtschaftsdaten im Rahmen der JHV mehr bekanntgegeben werden, machte Brück keinen Hehl daraus, dass die wirtschaftliche Situation nach der Saison schwer gewesen sei. „Der Verein als alleiniger Gesellschafter hätte die Situation gar nicht in den Griff bekommen. Deshalb danke ich allen Gesellschaftern für ihr Engagement.“

Brück redet Klartext

Schon vor der obligatorischen wirtschaftlichen Analyse ging Brück in einer fast 45 Minuten dauernden Rede auf die vergangene Saison und die sportliche Zukunft am Seilersee ein. Anders als in der Vergangenheit sprach der Rechtsanwalt Klartext, erklärte allerdings auch, warum das nicht immer möglich ist: „Es galt kühlen Kopf zu behalten, weil die Halle sonst leer wäre, wenn wir oben auch noch drauf hauen, auch, wenn wir es gern tun würden – aber das Gegenteil ist unser Job.“ Für Brück war die letzte Spielzeit eine enttäuschende. Das machte er weniger an Platz 13, sondern vielmehr an der Art und Weise fest, wie die Mannschaft Eishockey gespielt habe. „Wir hatten manche Egoisten in der Mannschaft, die zwar an sich, aber nicht ans Team gedacht haben. Deshalb mussten wir einen Umbruch einleiten. Es geht bei einem kleinen Verein um den Charakter, um das Kollektiv und beides hatten wir in der vergangenen Saison nicht in der Kabine.“

"Mythos Eishölle muss leben"

An die eigenen Fans gerichtet, war ihm wichtig zu betonen, dass er und das gesamte Team sich konstruktiver Kritik stellen würden. Allerdings nahm er auch die eigene Anhängerschaft in die Verantwortung: „Der Mythos Eissporthalle oder Eishölle am Seilersee muss am Leben bleiben und stetig mit mehr Leben gefüllt werden. Es gilt, alles daran zu setzen, auch unseren nächsten Generationen die Möglichkeit zu geben, sich über den Sport und den Verein zu streiten und sich zu freuen, so wir es heute tun können.“ Für die Zukunft gelte von nun an insbesondere ein Motto: „Charakter schlägt Talent!“ Für den neuen Sportlichen Leiter bat er stellvertretend um die Geduld der Fans, ihm Gelegenheit zu geben, sich in seine neuen Aufgaben zu vertiefen. „Christian Hommel wird Fehler machen, man wird ihn manchmal zügeln müssen, aber ich möchte alle bitten, ihm Vertrauen entgegen zu bringen.“

Anschließend ging Brück auch auf das Thema Öffentlichkeitsarbeit ein. „Ich habe mich immer gefragt, warum die Menschen unsere Kommunikation kritisiert haben. Es ist mir bewusst geworden, als ich über die Anzahl meiner Fernsehinterviews in der vergangenen Saison nachgedacht habe. Fakt ist, wir haben aus dem sportlichen Bereich heraus zu wenig kommuniziert. Zukünftig, das kann ich versprechen, werden auch unsere sportlich Verantwortlichen ihre Entscheidungen intensiver erklären.“

Langjährige Mitglieder geehrt

Sichtlich Spaß hatte der Clubchef bei der Ehrung langjähriger Vereinsmitglieder, insgesamt 73 sind seit dem ersten Jahr dabei: „Sie auszuzeichnen für ihre Treue, ist ein besonderes Vergnügen.“ Das dürfte auch für den Punkt „Verschiedenes“ gegolten haben, der schnell erledigt war und vor allem ein Thema hatte – die Frage nach der zweiten Eisfläche. „Wenn wir Politik, Verwaltung und die Wirtschaft mitnehmen, könnten wir in überschaubarer Zeit vielleicht doch noch eine zweite Eisfläche bekommen“, zeigte sich Brück zuversichtlich.

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