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Nülle: „Es wird noch weiter schwierig bleiben“

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Von: Björn Othlinghaus

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Vorstand des Stadtsportverbandes Lüdenscheid
Der Vorstand des Stadtsportverbandes: Hinten von links Holger Schumacher, Michael Thielicke, Mario Märtins, Peter Riemekasten und Michael Meyer sowie vorne von links Ulrike Lechelt und Herbert Koschek. © Othlinghaus, Björn

Im Zeichen aktueller Ereignisse und deren Auswirkung auf den lokalen Sport stand die Jahreshauptversammlung des Stadtsportverbandes am Samstag im Ratssaal, zu der Vorsitzender Michael Meyer Delegierte und Gäste begrüßte.

Lüdenscheid - Der stellvertretende Bürgermeister Björn Weiß, der Grußworte der Stadt überbrachte, betonte Stellenwert und Wichtigkeit des Sports für Lüdenscheider Kinder, Jugendliche und Erwachsene und forderte dazu auf, auch weiterhin Fördermittel einzufordern. „Erinnern Sie uns, die Politiker, auch weiterhin an unsere Verantwortung“, appellierte Weiß, der zugleich aber auch darauf hinwies, dass die freiwilligen Fördermittel für den Sport natürlich „nicht einfach so vom Sparbuch“ zu nehmen seien.

Günther Nülle, Vorsitzender des Kreissportbundes MK, dankte für die geleistete Arbeit. „Die Herausforderungen an einen Stadtsportverband und die Sportvereine in den Jahren der Krise waren enorm“, stellte er fest und prophezeite zugleich: „Es wird noch weiter schwierig bleiben.“ Deshalb gelte es weiterhin, in Zusammenarbeit mit der Politik die sportliche Infrastruktur zu erhalten. Lobende Wort fand Nülle für die Kreativität der Vereine während der Pandemiezeit, richtete aber auch hier den nächsten kritischen Blick nach vorn, wo mit der Energieknappheit die nächste Herausforderung ansteht. „Insbesondere auf Vereine mit eigenen Sportstätten kommen da erhebliche Probleme zu, denn sie werden mit Erhöhungen von vielen tausend Euro rechnen müssen – und keiner weiß, woher das Geld kommen soll.“ Deshalb forderte der KSB-Chef Soforthilfemaßnahmen des Landes NRW und des Bundes für den Sport, ähnlich den Maßnahmen während der Corona-Pandemie. Auch bei der Flüchtlingswelle habe der Sport parat gestanden, Lösungsmöglichkeiten gesucht und sich bemüht, den zahlreichen aus der Ukraine geflüchteten Menschen Gemeinschaft und Ablenkung in den Vereinen zu verschaffen.

Die Sportabzeichen-Beauftragte des Stadtsportverbands, Ulrike Lechelt, bedauerte in ihrem Bericht, dass sich lediglich zwei Schulen, die Richard-Schirrmann-Realschule mit 87 sowie die Erwin-Welke-Schule mit 71 Schülerinnen und Schülern, für Sportabzeichenwettbewerb angemeldet hatten: „Vor acht Jahren waren es noch neun Schulen.“ Zudem wies Lechelt darauf hin, dass dringend jüngere Sportabzeichenprüferinnen und -prüfer für das derzeit 13 Personen umfassende Team gesucht würden. „Das Sportabzeichen muss auch weiterhin abgenommen werden können – schon allein deswegen, weil es für verschiedene Berufsfelder wie zum Beispiel bei der Polizei oder bei der Bundeswehr unverzichtbar ist“, unterstrich Lechelt.

Beisitzer Michael Dregger berichtete schließlich über die möglichen Fördermittel aus dem Förderprogramm „Moderne Sportstätte 2022“ des Landes NRW. Wichtiger Hinweis: „Grundsätzlich können Fördermittel nur für Sportstätten beantragt werden, die sich im Eigentum der jeweiligen Vereine befinden.“ In Lüdenscheid werden viele Sportstätten durch die Stadt zur Verfügung gestellt, deshalb seien für die meisten Vereine die Chancen, Fördermittel zu bekommen, begrenzt. Es gebe jedoch auch die Möglichkeit, Gelder, die nicht genutzt würden, mit einer Zweckbindung für die Renovierung von Schwimmbädern an die Stadt zu geben. „Hierzu brauchen wir jedoch von allen Vereinen des Stadtsportverbandes eine Erklärung, dass sie auf weitere Anträge für Gelder aus dem Projekt ‚Moderne Sportstätte 2022‘ verzichten.“

Ulrike Lechelt löst Petra Rosenbach ab

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurden einige Vorstandsposten neu besetzt. Während Herbert Koschek (Geschäftsführer), Michael Thielicke (Beisitzer), Kai Winter (Beisitzer) und Alexandra Esser (Beisitzerin) in ihren Ämtern bestätigt wurden, kandidierte Petra Rosenbach (Jugendangelegenheiten) nicht mehr und wurde von Peter Riemekasten abgelöst. Ulrike Lechelt ist weiterhin Beauftragte für das Sportabzeichen. Darüber hinaus wurde Michael Dregger, der auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand ausschied, von Mario Märtins als Beisitzer abgelöst. Beisitzerin Lisa Reich schied schließlich ebenfalls aus dem Vorstand aus; ihr Posten bleibt vakant. Als Kassenprüferinnen wurden Nadine Kühnel und Gudrun Merz von den Mitgliedern gewählt.

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