Eishockey

„Wir werden das überleben!“

Wolfgang Brück, Josef Jost
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Die Jahreshauptversammlung des Iserlohner EC fand am Montagabend erstmals digital statt.

Die DEL plant die kommende Saison mit Zuschauern. Doch sollte erneut vor leeren Rängen gespielt werden müssen, muss sich laut Roosters-Chef Wolfgang Brück „keiner um den Klub sorgen machen“.

Iserlohn - Die vielleicht wichtigste Frage beantwortete Wolfgang Brück, Klubchef der Iserlohn Roosters und des Iserlohner Eishockeyclubs, als die Kameras, die die allererste Jahreshauptversammlung des IEC e.V. im Netz übertragen hatten, schon abgebaut wurden. Es war die Frage nach dem Saisonstart 2021/22. Der ist eigentlich für den 9. September terminiert, wurde aber bislang von der Liga oder den Klubs nicht final bestätigt. Brück sagt: „Die Frage, die ich mir gestellt habe, war, warum schieben wir das nicht noch einmal um sechs Wochen, dann sind definitiv mehr Menschen geimpft. Also wird das Risiko geringer, und mehr Leute könnten in die Hallen.“

Die Antwort seitens der DEL kam prompt. Brück berichtet: „Wir haben Olympia-Jahr mit langer Pause im Januar bzw. Februar, dann, wegen der möglichen Aufnahme der Bietigheim Steelers, 56 Saisonspiele, das ist ohnehin schon viel. Das ist die Herausforderung, warum wir definitiv zum regulären Termin starten müssen. Im letzten Jahr war ich sicher, es passiert gar nichts mit Zuschauern, jetzt habe ich eine große Überzeugung, dass etwas passieren wird mit Zuschauern. Leute werden in die Hallen kommen, wie viele allerdings, das weiß ich nicht.“. So klar hat es bislang kaum einer gesagt.

Die Gesellschafter haben sich genauso wie in der vergangenen Saison committet, mögliche Defizite auszugleichen.

Wolfgang Brück (Roosters-Chef)

Doch selbst wenn Brück sich im zweiten Teil seiner Antwort getäuscht haben sollte und man aufgrund der Corona-Pandemie erneut vor leeren Rängen spielen müsste, „dann muss sich keiner um den Klub Sorgen machen. Wir werden das überleben. Es wäre zwar nicht schön für uns Gesellschafter, aber die haben sich genauso wie in der vergangenen Saison committet, mögliche Defizite auszugleichen.“

Diese Aussage traf Brück schon während der Versammlung, im Rahmen des Tagesordnungspunktes „Verschiedenes“. Diesmal gab es die beliebte Fragerunde rein digital, mit Fragen, die die anwesenden über 270 Mitglieder in einem Chat hinterlassen konnten. Überraschungen gab es nicht. Man erfuhr, dass der IEC e.V. vielleicht hier und da noch einen „Deckel“ offen habe, dass Jake Weidner der Weiterentwicklung des Gesamtteams wegen habe gehen müssen, und dass Brück infrastrukturelle Themen, die Eissporthalle betreffend, nicht mehr in der Öffentlichkeit, sondern direkt mit den Ansprechpartnern der Stadt und der Bädergesellschaft besprechen werde.

Mehr als 96 Prozent der Stimmen für Brück und Jost

Vorher waren Brück und sein langjähriger Vize Josef Jost mit über 96 Prozent der Stimmen, rund 250 Mitglieder nahmen an den Abstimmungen teil, in ihren Ämtern als IEC-Vorsitzende wiedergewählt worden. Das, genauso wie die Kandidatur, war wenig überraschend, auch wenn Brück vor zwei Jahren, im Rahmen des 25. Klubgeburtstages, schon einmal von Abschied gesprochen hatte. „In meiner aktuellen Lebenssituation habe ich großen Spaß an dem, was ich gerade tue. Der Klub macht mir sehr viel Spaß und ich habe noch große sportliche Ziele, die ich in der Öffentlichkeit gar nicht darlegen werde, die ich aber schon mit meinem Sportlichen Leiter besprochen habe“, so Brück weiter.

Der Sportliche Leiter, gemeint ist Christian Hommel, bekam übrigens viel Lob von seinem Chef. Einerseits wegen der Arbeit mit den Nachwuchsspielern, andererseits wegen seiner Vertragsgestaltung. „Manche Option hat uns geholfen, mit Topspielern zu verlängern“, erklärte Brück zum Beispiel den Verbleib der Herren Bailey und Whitney. Zukünftig will er aber mehr Tiefe im Kader, um gerade in den Playoffs konkurrenzfähiger zu sein, als die Roosters das in der vergangenen Saison waren.

Stichwort Roosters: Zahlen und Fakten über die finanzielle Situation der GmbH gab es wie immer nicht. Nur über den Verein, der in der vergangenen so schwierigen Saison knapp 86 000 Euro Überschuss erwirtschaftet hat. Im Jahr 19/20 waren es 231 Euro. Bemerkenswert waren die Zahlen des Nachwuchses. Der erwirtschaftete dank Spenden und Zuwendungen von Sponsoren einen Überschuss von 62 000 Euro und könnte, selbst wenn die Roosters nicht spielen, bis Dezember mit dieser Summe den Spielbetrieb der Young Roosters aufrecht erhalten.

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