Basketball

Viel Nachwuchs, aber auch große Baustellen 

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Der neue Vorstand mit der langjährigen 2. Vorsitzenden Susanne Kornau, die verabschiedet wurde (von links): Dr. Hartmut Gehlhar, Goran Vasilev, Susanne Kornau, Thilo Hafenrichter, Frank Zacharias, Michael Tschöke und Amir Hujic.

Lüdenscheid – Dass sich die Basketballer der Baskets Lüdenscheid vor Nachwuchsspielern kaum retten können, wäre wohl leicht übertrieben, aber einen Boom gibt es zweifellos. „Als ich 2013 angefangen habe, gab es vier Teams, in die neue Saison gehen wir im Jugendbereich mit zehn, ja vielleicht sogar elf Mannschaften“, verkündete Vorsitzender Frank Zacharias im Rahmen der Jahreshauptversammlung, die am Donnerstagabend im Restaurant „Athen“ stattfand.

„Über diese Entwicklung kann man wirklich stolz sein, zumal, was in der Vergangenheit nicht immer der Fall war, schon zum jetzigen Zeitpunkt genügend Trainer für alle Vertretungen zur Verfügung stehen“, so ein zufriedener Vereinschef. Dass in der abgelaufenen Saison gerade die Leistungsmannschaften in Ober- und Regionalliga auf WBV-Ebene zum Großteil nur hintere Platzierungen erreicht hatten, spielt für Zacharias nur eine untergeordnete Rolle: „Man muss auch mal sehen, in welchem Umfeld wir uns als kleiner Verein bewegen. Hagen, Iserlohn, das Ruhrgebiet – hier gibt es noch große Ligen und starke Gegner en masse. Das ist in anderen Bundesländern längst nicht so, wie wir zuletzt bei einem Turnier in Speyer erfahren haben. Da wären sie froh, einen solch quantitativ und qualitativ hochwertigen Liga-Spielbetrieb wie bei uns zu haben.“

Als sportlicher Leiter zog Amir Hujic für den Nachwuchs ein ebenfalls positives Fazit, „auch wenn die ein oder andere Platzierung besser hätte ausfallen können“, hingegen blickte er für die Oberliga-Herren, bei denen er zugleich Trainer ist, auf eine durchwachsene Serie zurück. Glück im Unglück hatte die Reserve, die sportlich aus der Landesliga abstieg, nunmehr durch einen frei gewordenen Platz aber wieder nachrücken wird.

So erfreulich sich der Ausblick beim Nachwuchs gestaltete, Zacharias kam nicht umhin, auch auf Baustellen hinzuweisen. Da ist die altehrwürdige Anzeigetafel in der Sporthalle am Stadtpark, die zum Ende der abgelaufenen Saison den Geist aufgegeben hat. Fraglich, ob sie überhaupt noch repariert werden kann, die Kosten für eine zeitgemäße neue Anlage plus 24-Sekunden-Anlage würden sich auf rund 8200 Euro belaufen. Dazu müssen nach den neuen WBV-Regularien für den Minibasketball zwei neue absenkbare Korbanlagen angeschafft werden – Kostenpunkt ebenfalls vierstellig, wobei die Stadt diese Finanzierung übernehmen würde.

Größtes Ärgernis für die Baskets aber ist eine fehlende Küche für das Catering am Stadtpark. Die bisherige in der Garage darf aus Brandschutzgründen nicht mehr genutzt werden, eine neue sollte schon nach den Herbstferien 2018 (!) im einstigen Technikraum im Zugangsbereich zur Halle installiert werden. Dafür hatte der Schul- und Sportausschuss in einer Sitzung am 10. April 2018 auch 18500 Euro aus der Sportpauschale freigegeben. Passiert ist bis heute allerdings nur eins: Der Raum – aus welchen Gründen auch immer – ist zugemauert worden.

„Ich bin lange ruhig geblieben, jetzt aber ist meine Geduld am Ende“, wollen Zacharias und Vorstandskollegen von Stadt, ZGW und Politik zeitnah Antworten bekommen, wie es weitergeht: „Es hat überhaupt keine offiziellen Informationen mehr gegeben, damit muss jetzt Schluss sein. Schließlich fängt die neue Saison Mitte September an, und wir müssen endlich mal Klarheit haben, was passiert.“

In seiner Funktion als Geschäftsführer und „Herr der Zahlen“ freute sich Michael Tschöke darüber, dass der Mitgliederbestand mittlerweile bei fast 200 angekommen ist, finanziell wurde das Geschäftsjahr allerdings mit einem Minus im kleineren vierstelligen Bereich abgeschlossen. Tschöke relativierte das indes sogleich: „Eine größere Spende war noch nicht verbucht, und es ist schon jetzt abzusehen, dass es für 2019 gut aussieht.“ Ärgerlich bei den Ausgaben: Knapp 1400 Euro mussten an Strafen an den Verband überwiesen werden, u.a. wegen Nichtantritten von Mannschaften, „diese Summe“, so Tschöke, „ist deutlich zu hoch.“ Björn Weiß, neben Adriano Poledro zweiter Kassenprüfer, bestätigte Tschöke ein tadellose Kassenführung, einstimmig wurde der Vorstand denn auch entlastet, ehe es an die Wahlen (jeweils für zwei .Jahre) ging.

Vasilev und Hafenrichterneu im Vorstand

Angefangen bei Zacharias wurden die bisherigen Amtsträger wiedergewählt – mit zwei Ausnahmen: Susanne Kornau (2. Vorsitzende) und (in Abwesenheit) ihr Sohn Julian (Jugendsprecher) kandidierten aus persönlichen Gründen nicht mehr, mit Goran Vasilev (2. Vorsitzender) und Thilo Hafenrichter (Jugendsprecher) waren zwei Väter von Nachwuchsspielern als Nachfolger aber schnell gefunden. Wobei Vasilev, ehemals Tänzer der damaligen Bundesliga-Formation der TSG Lüdenscheid, auch als Funktionär eine Menge Erfahrung mitbringt, ist der 42-Jährige doch seit mehr als 20 Jahren im geschäftsführenden TSG-Vorstand tätig.

 In ihren abschließenden Worten wies Susanne Kornau noch einmal auf die immense Bedeutung des Sponsorings hin: „Das bedeutet aber nicht nur Geld, sondern auch Zeit, Ideen und viel Arbeit von möglichst vielen Mitgliedern. Mit dem Sport allein funktioniert ein Verein nicht.“

Apropos Geld: Neben ihren langjährigen größeren Sponsoren wollen die Baskets auf ein neues Programm „Mikro-Sponsoring“ setzen. Sehr flexibel, monatlich oder jährlich, auch zeitlich begrenzt, können Freunde und Förderer den Baskets kleinere Beträge zur Verfügung stellen, „denn“, so Zacharias, „auch geringe Beträge helfen uns, nicht nur den Spielbetrieb mit allen Nebenkosten aufrechtzuerhalten, sondern außerdem die mittlerweile 13 Teams entsprechend auszustatten.“

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