Suche nach Neuzugängen ist für Roosters schwieriger

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Schwierige Aufgaben hat Roosters-Manager Christian Hommel vor der Brust.

Iserlohn – Christian Hommel ist im Stress. Zwei Wochen nach Saisonende feilt der Manager der Iserlohn Roosters an seiner Mannschaft für die kommende Saison, sind die zentralen Entscheidungen getroffen. Entspannt wirkt Hommel nicht.

Das mag daran liegen, dass die Suche nach den ,Neuen‘ noch nicht nach Plan läuft. Der Markt ist hart umkämpft, insbesondere die großen Teams schaffen Fakten – und das zu einem Zeitpunkt, der oft den Playoff-Ausscheidern gehörte. „Unser Plan ist es zunächst, die zwei, drei offenen deutschen Positionen im neuen Team zu besetzen, dann werden wir aufgrund der aktuellen Situation ganz entspannt die Situation auf dem ausländischen Markt beobachten“, so Hommel.

Dieses Abwarten hat natürlich auch damit zu tun, dass der Sportliche Leiter dieser Tage nicht mehr scouten kann. Will er Entscheidungen treffen, muss er das auf Basis von Videos und Telefonaten tun. Hommel: „Das macht es natürlich deutlich schwieriger. Wir können uns nicht auf uns selbst verlassen, leider!“

Die letzte Saison ist für Hommel Geschichte, auch, wenn er noch zwei Angebote draußen hat. „Ich habe Michael Clarke schon im vergangenen Dezember den ersten Vertragsentwurf vorgelegt, in der Hoffnung, dass wir ihn überzeugen können, zu bleiben. Aber er und sein Agent haben angefangen, zu pokern – aus seiner Sicht keine schlechte Entscheidung“, so Hommel. Etwas anders ist die Situation bei Mike Halmo. Der letztjährige Neuzugang wird von mehreren Ligateams umworben. Auch deshalb dürfte es nicht ganz einfach werden, ihn am Seilersee zu halten. „Mike war der Spieler, den ich mir erhofft habe. Zugegeben, er hätte etwas mehr scoren können und er hätte weniger Strafen nehmen müssen, aber er hat auch 30 Strafen gegnerischer Spieler erzwungen. Ich persönlich glaube, nach einem weiteren Jahr am Seilersee würde er endgültig zu den Topspielern der Liga gehören und wahrscheinlich auch anderswo als solcher betrachtet werden.“

Auch Julian Lautenschlager hatte nach Informationen unserer Zeitung mindestens ein weiteres Angebot aus der Liga, hat es aber abgelehnt. Christian Hommel wollte ihn unbedingt halten. Nicht nur wegen seiner Einstellung, sondern auch aufgrund seiner Entwicklung. Längst kein U23-Spieler mehr, hat Lautenschlager gezeigt, dass er bereit für Drecksarbeit ist, sich allerdings gleichzeitig auch an der Seite guter Spieler als Leistungsträger präsentieren kann.

Wenig überraschend sind die angekündigten Abschiede, wenn auch einer Hommel besonders weh tut: „Alexei Dmitriev hat an Geschwindigkeit auf dem Eis verloren, aber nicht an seiner Einsatzbereitschaft und seinem unbedingten Willen. Er hat in der Kabine weiter seinen Job gemacht, deshalb war es schwer, ihm zu sagen, dass unsere Zusammenarbeit endet. Er hat sich immer mit uns in hohem Maße identifiziert!“

Wenig überraschend haben die Sauerländer auch mit ihrem Chefcoach verlängert, für den diese Entscheidung im Verlauf der Saison alles andere als selbstverständlich war. Nicht, dass sie aktuell in ihm einen völlig perfekten Coach sehen. Hinter den Kulissen hat es in den letzten Monaten auch mal kräftig gerumpelt. Viel wichtiger als das aber war für die gesamte Organisation die kompromisslose Identifikation O´Learys mit den Roosters selbst. Er lebte den Verein, musste erkennen, dass nicht alles nur nach seinen Wünschen geht, aber er entwickelte den Club und vor allem die jungen Spieler. „Er hat unglaublich viel gearbeitet, hat in der Saison eine Entwicklung geschafft und hat selbst bereitwillig viel gelernt“, sagt Hommel.

Im Zusammenspiel mit Jim Midgley wird er auch in der kommenden Saison am Seilersee arbeiten. „Jim hat es geschafft, aus seiner Rolle heraus ein durchaus kritischer Mensch zu sein. Er war kein normaler Co-Trainer und das hat sich ausgezahlt“, meint der Manager. Kein Comeback wird es bekanntlich für Anders Palm geben. Den Schweden zieht es zurück in seine Heimat – aus persönlichen Gründen. Zum einen, weil die Familie zurück nach Skandinavien will, zum anderen, weil seine Frau dort angeblich ein hervorragendes Jobangebot hat. „Sicher ist, Anders hat einen hervorragenden Job gemacht. Und das hat uns gezeigt, dass wir auch im kommenden Jahr einen Goaliecoach am Seilersee brauchen, deshalb wird es einen Nachfolger geben“, so Christian Hommel.

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