Roosters: Nachdenkliches vor den Feiertagen

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Am 4. Dezember setzten sich die Iserlohn Roosters in eigener Halle gegen Krefeld mit 3:0 durch. Am Samstag wollen die Sauerländer die Pinguine erneut rupfen.

Iserlohn - Stille. Meist ein untrügliches Zeichen für Misserfolg. Zwei Tage vor Heiligabend erinnerte die Stille in Nürnberg eben nicht an die eine, so besondere Nacht. Nein, sie führte jedem vor Augen, dass die Iserlohn Roosters, das Überraschungsteam der bisherigen Saison in der Deutschen Eishockey Liga (DEL), gerade einer historischen Schmach entgangen waren.

Nur ein Gegentreffer mehr und die Sauerländer hätten ihre höchste DEL-Niederlage aller Zeiten kassiert. So wird die 3:9-Pleite in Franken genauso in weitgehende Vergessenheit geraten wie die 0:9-Klatsche an gleicher Stelle in der Saison 2007/2008, als die Sauerländer zum ersten Mal in der Klubgeschichte die Playoffs erreichten. Doch am Dienstagabend mochte keiner in der Stille der Gästekabine einen Gedanken an ein möglicherweise gutes Omen verschwenden. Dafür war das erlebte zu wenig verschmerzbar, war die Niederlage zu klar gewesen.

„Wir waren alle schlecht, die Trainer, die Feldspieler und die Torhüter“, war Chefcoach Jari Pasanen bemüht, Antworten zu finden. Es zeichnet ihn aus, dass er kein Mensch ist, der zu Extremen neigt. Erfolge werden nie zu hoch bewertet, Pleiten ebenfalls nicht. Sie sind, was sie sind - Momentaufnahmen. Nur Trends gilt es zu stoppen, das ist die wahre Ambition des Finnen. „Vielleicht war es kurz vor Weihnachten genau der richtige Moment, die Bescheidenheit zurückzuholen, die zuletzt vielleicht ein wenig gefehlt hat.“

Jari Pasanen meint die harte Arbeit, die seine Jungs in den vergangenen Wochen aufs Eis gebracht haben und die tatsächlich zuletzt ein wenig gelitten hat. „Vielleicht tut es gut, damit wir über unsere überheblichen Augenblicke ein wenig nachdenken“, unterstreicht dann auch Youngster Marco Friedrich.

Nach einer länger andauernden Abwärtsspirale zu suchen ist überflüssig. Ab dem Freitag der vergangenen Woche mal ins Detail zu schauen, scheint allerdings geboten. Bereits in Schwenningen, trotz der unangenehmen Spielweise des Gegners, machten die Blau-Weißen nicht ihr bestes Spiel. Das setzte sich gegen die „Bullen“ aus München nahtlos fort und natürlich auch gegen Nürnberg. In der Defensivbewegung offenbarten sich bei den Iserlohner immer öfter Nachlässigkeiten, die Jari Pasanen schon am vergangenen Wochenende angesprochen hat. Zudem waren die Iserlohner Torhüter eben nicht die besseren Goalies auf dem Eis. Genau das aber sind die Zutaten für das Erfolgsrezept vom Seilersee. Eine starke Verteidigung war stets, auch in den vergangenen Jahren, der Schlüssel zum Erreichen des Playoff-Viertelfinales. Vielleicht sorgt die Partie in Nürnberg für Einsicht.

Wie es bei den Roosters personell weitergeht, bleibt offen. Petersen, Sylvester und Orendorz sind zurück. Caporusso steht nur wenige Tage vor seinem Comeback. Vielleicht schon am 2. Weihnachtstag im Heimspiel gegen Krefeld (16.30 Uhr, Eissporthalle am Seilersee) oder in Straubing könnte er in den Kader zurückkehren. Auch der verletzte Chris Connolly macht Fortschritte. Dass er allerdings vor Ende Januar zurückkehren sollte, halten die Mannschaftsärzte für unwahrscheinlich. Bleibt Michel Périard, der nach einem harten Check im Nürnberg-Spiel ins Krankenhaus gebracht werden musste, noch in der Nacht aber mit seinem Team die Heimreise antrat.

Die große Chance, die Pleite von Nürnberg vergessen zu machen, gibt es für die heimischen Kufencracks also am Samstag im Westderby gegen Krefeld. Die Pinguine reisen zwar als Tabellenletzter an den Seilersee, tankten am Dienstagabend aber frisches Selbstvertrauen durch einen 5:2-Erfolg gegen die Grizzlys aus Wolfsburg.

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