Deutsche Eishockey-Liga / Voting online: Richtige Entscheidung?

Roosters trennen sich von Trainer Rob Daum - dieses Interimsduo übernimmt

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[Update 22.48 Uhr] Iserlohn - Die Iserlohn Roosters haben am Mittwoch ihren Cheftrainer Rob Daum von dessen Aufgaben entbunden. Ein Nachfolger steht noch nicht fest, das Training sollen vorerst die Assistenztrainer Jamie Bartman und Christian Hommel leiten. Im Januar erst war der Vertrag mit dem "Eishockey-Professor" bis 2020 verlängert worden.

Als Grund für die Freistellung nannte der Club aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) die "unzufriedenstellende sportliche Entwicklung der Mannschaft in den zurückliegenden Wochen".

Iserlohn liegt nach 19 Spielen der DEL-Hauptrunde auf dem elften Tabellenplatz. Daum trainierte das Team seit Oktober 2017 - als Nachfolger von Jari Pasanen. Ihm sei die Entscheidung am Mittwochvormittag mitgeteilt worden, teilte der Verein mit.

Zuletzt war die Arbeit von Daum vor allem in der Fan-Szene der Roosters sehr heftig kritisiert worden, obwohl die Mannschaft das Heimspiel gegen Wolfsburg nach einem 3:6-Rückstand in der Schlussphase der regulären Spielzeit noch ausgeglichen und dann in der Verlängerung gewonnen hatte.

Der 60-jährige Daum war nach Aussage von Manager Karsten Mende nicht darauf vorbereitet, den Stuhl vor die Tür gestellt zu bekommen: "Es hat ihn emotional berührt", so Mende, dem es nicht leicht gefallen ist, Daum die Entscheidung mitzuteilen. Kein Wunder, gilt Daum am Seilersee doch auch weiterhin als anerkannter Eishockey-Fachmann.

Entscheidung unabhängig vom Tabellenstand

Allerdings ist es ihm aus Sicht der Verantwortlichen nicht gelungen, in der Pause einen Umschwung einzuleiten. Deshalb haben ihn die Roosters mit Blick auf die sportliche Perspektive und die selbstgesteckten Ziele freigestellt. 

Manager Karsten Mende, Rob Daum und Jamie Bartman bei der Vorstellung des Trainers im Oktober 2017.

Boss Wolfgang Brück sagt: "Diese Entscheidung hat mit der aktuellen Tabellensituation nichts zu tun. Wir haben noch ausreichend Zeit, um unser Ziel, Platz zehn und damit die Playoffs, zu erreichen.“

Schwung aus der Anfangsphase ging verloren

So ist die Ära Rob Daum nach nur etwas mehr als einem Jahr zu Ende gegangen. Blickt man zurück, ist das tatsächlich eine Überraschung. 

Hier geht zur DEL-Tabelle und zum Spielplan

Der "Professor", wie man ihn schon in Linz aufgrund seines Sachverstandes und seiner Erfahrung genannt hat, sorgte in den ersten Wochen nach seiner Verpflichtung für eine unglaubliche Euphorie. Die Mannschaft sprintete regelrecht von Erfolg zu Erfolg. Dieser Schwung allerdings ging verloren, gipfelte im überraschend frühen Aus in den Pre-Playoffs.

Trotz einer inhaltlich guten Vorbereitung und vieler herausragender Heimspiele, in denen die Mannschaft ihre Qualität nicht nur andeutete, sondern auch aufs Eis brachte, sprang der Funke scheinbar nicht über.

Brück: Internes Gelaber muss aufhören

Zuletzt war die Unterstützung aus dem Team gering, der unbedingte Wille, um jeden Preis für ihren Trainer zu kämpfen, ebenfalls. Auch deshalb haben Brück und Mende die Entscheidung getroffen, sie wollten dem Team jede Möglichkeit der Entschuldigung nehmen, die immer vorhanden ist, wenn es Themen gibt, die eine Kabine bewegen. 

Wie zum Beispiel die Torhüterdiskussion, zu der Wolfgang Brück sagt: "Bei uns haben drei Torhüter einen Vertrag, den gedenken wir zu erfüllen. Wir haben zu keinem Zeitpunkt etwas anderes gesagt – und jetzt muss das interne Gelaber aufhören!"

Übernehmen wird jetzt ein Duo. Co-Trainer Jason Bartman bekommt das Vertrauen, arbeitete am Mittwoch mit der Mannschaft auf dem Eis. Sein Assistent wird der bisherige Videocoach Christian Hommel.

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