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Die Energie des ersten Bullys

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Von: Mirko Heintz

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Nuernberg Ice Tigers - Iserlohn Roosters
Saisonstart mit einem Heimspiel gegen die Augsburger Panther: Roosters-Coach Kurt Kleinendorst. © Thomas Hahn

Einmal im Jahr dürfen auch Eishockeyspieler lügen. Zum Saisonstart. Dann geht’s in Gesprächen vor ersten Spielen auch um Anspannung und Nervosität und stets ist die Antwort vergleichbar.

Iserlohn - „Das ist jetzt mein 18. Saisonstart und eigentlich ist das nichts Besonderes mehr. Natürlich ist man ein bisschen aufgeregter, aber das ist es dann schon“, sagt dann auch ganz offiziell der Mannschaftskapitän am Seilersee, Torsten Ankert. Redet man mit denen, die zum ersten Mal in eine neue Saison gehen, dann relativiert sich das, aber kein Spieler würde wirklich zugeben, dass man schon ein wenig Lampenfieber hat. „Ich freue mich unglaublich auf den Start, dass es endlich los geht“, unterstreicht Manager Christian Hommel. Der Hemeraner war immer jemand, der es genossen hat, daheim ins erste Match zu gehen, diese Emotionen zu erleben, diese Energie, die beim ersten Bully von den Rängen kommt. Das wird am Freitag ab 19.30 Uhr gegen die Augsburger Panther nicht anders sein. Christian Hommel erwartet ein emotionales Match, warnt aber auch davor, sich von der Fan-Euphorie zu sehr anstacheln zu lassen. „Man sollte sich immer daran erinnern, was in der Kabine besprochen worden ist, darf nicht zu viel riskieren, sondern muss einen sehr klaren Kopf behalten!“

Mit der Benennung der Assistenzkapitäne ist dann auch der letzte Vorbereitungsschritt gemacht. Am Donnerstag benannten die Sauerländer Casey Bailey und Ryan O´Connor zu Assistenzkapitänen bei Heimspielen, Eric Cornel und Hubert Labrie übernehmen den Job auswärts.

Man sollte sich immer daran erinnern, was in der Kabine besprochen worden ist, darf nicht zu viel riskieren, sondern muss einen sehr klaren Kopf behalten.

Christian Hommel, Manager der Iserlohn Roosters

Nachdem die Mannschaft in der gesamten Vorbereitung nicht ein einziges Match komplett bestreiten konnte, stehen Cheftrainer Kurt Kleinendorst nun alle Spieler zur Verfügung – auch Kris Foucault. „Es war eine gute Entscheidung, ihm die Möglichkeit zu geben, drei Wochen individuell zu arbeiten“, sagt Hommel. Fakt allerdings ist, dass man vom eigenen Topspieler keine Wunderdinge in den nächsten Spielen erwarten sollte. „Er hat jetzt seit Februar kein Spiel mehr gemacht bzw. nicht mehrere hintereinander. Letztlich bin ich begeistert von dem, was er in der letzten Trainingswoche gezeigt hat“, unterstreicht Kleinendorst.

Details zur Aufstellung wollte der US-Amerikaner nicht bekanntgeben, im Training aber bildeten Cornal, Foucault und Bailey eine Angriffsformation, außerdem spielten Daugavins, Brown und Bergmann zusammen. Ob Busch oder Proske an diesem Wochenende den Sprung in den Kader finden, bleibt abzuwarten. Im Tor wäre alles andere als ein Start von Andy Jenike eine riesige Überraschung, auch deshalb weil der Nationalspieler eine sehr gute Vorbereitung gespielt hat.

Insgesamt fällt das Fazit der Vorbereitung positiv aus. Die Mannschaft vom Seilersee wird aber lernen müssen, vor allem über 60 Minuten Eishockey zu spielen. Christian Hommel: „Gegen Bremerhaven sind wir wenigstens nach einem schlechten Drittel zurückgekommen. Das ist uns gegen Düsseldorf nicht gelungen. Wichtig war, dass wir in dieser Woche genug Material hatten, um uns anzuschauen, was wir falsch gemacht haben.“

Ein echtes Saisonziel haben die Blau-Weißen übrigens nicht ausgegeben. Intern hört man, dass das Ziel natürlich der Griff nach dem denkbar Höchsten definiert ist, extern gibt man sich bescheidener, redet über das Erreichen der Playoffs. Zuerst aber gilt es, gesund zu bleiben, Corona-Ausbrüche wie in der vergangenen Saison zu vermeiden und möglichst schnell ausreichend viele Punkte zu sammeln, die sie wegbringen vom Tabellenende. Fakt nämlich ist, in diesem DEL-Jahr werden zwei Teams absteigen – und zu diesem Kreis wollen die Sauerländer am Ende des Tages auf gar keinem Fall gehören.

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