Einfach, gradlinig, defensivorientiert

Ein Team voller Leidenschaft für das Sauerland

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Die Iserlohn Roosters 2014/2015.

Iserlohn - Auch wenn die Iserlohn Roosters mit Nationalmannschaftskapitän und Publikumsliebling Michael Wolf ihren Topscorer an den EHC Red Bull München verloren haben, machen sich die Verantwortlichen am Seilersee keine Sorgen um die Qualität ihrer Mannschaft. Der Glaube an das mit insgesamt elf Neuzugängen umgestaltete Team und seinen Chefcoach Jari Pasanen ist groß.

Mike York

Und auch Routinier Mike York, der die Mannschaft als Kapitän anführen wird, zeigt sich aufgrund des guten Teamgeistes zuversichtlich: „Wir haben eine wirklich gute Gruppe in der Kabine. Wir verstehen uns alle gut und haben in den vergangenen Vorbereitungswochen schnell zueinander gefunden. Spielerisch besteht sicherlich noch Entwicklungsbedarf. Aber die Grundlagen sind gelegt und diese sind positiv.“ Der US-Amerikaner feiert nach seinem Fersenbeinbruch, den er Anfang des Jahres beim Spiel gegen die Düsseldorfer EG erlitten hatte, sein Comeback. Mit seiner Erfahrung von mehr als 585 NHL-Spielen fungiert er als verlängerter Arm des Trainers.

Roosters-Cheftrainer Jari Pasanen mag es, wenn man schwer auszurechnen ist – zumindest in Sachen Taktik. Einen Sommer lang hat der Finne Zeit gehabt, sich Gedanken über das grundlegende Konzept für die neue Saison zu machen. Und dabei setzt er auf Kontinuität und Anpassungen: einfach, gradlinig, defensivorientiert.

Roosters-Cheftrainer Jari Pasanen

Mit diesen Eigenschaften, die den Spielstil seiner Mannschaft schon in der vergangenen Saison kennzeichneten, soll es auch in der Spielzeit 2014/2015 auf dem Eis klappen. „Unser 1-2-2-System hat die anderen Teams oft vor große Probleme gestellt. Wir haben es in vielen Spielen nahezu perfekt gespielt, aber natürlich wird irgendwann, irgendwer ein gutes Mittel dagegen finden“, sagt der Finne.

Interview

Roosters-Manager Karsten Mende gesteht dem neu formierten Team Zeit für eine Leistungsentwicklung zu. Das Kurzinterview mit dem IEC-Macher.

Herr Mende, wie ist ihr Fazit der Vorbereitung?

Karsten Mende:  „Wir konnten uns von Spiel zu Spiel steigern, das ist für mich das Wichtigste. Nicht alle Ergebnisse waren so wie erwartet, aber die Jungs zeigen, dass sie sich auf dem richtigen Weg befinden. Wir haben elf neue Spieler im Team und da brauchen die Kleinigkeiten, das perfekte Zusammenspiel, wieder ein bisschen länger.“

Wie lange?

Mende:  „Noch mal sollten wir nicht bis Dezember brauchen, aber das waren im Vorjahr andere Voraussetzungen. Aber man darf nicht vom ersten Moment Wunder erwarten. Wir haben eine Mannschaft, die bereit ist, sehr hart zu arbeiten, aber unsere Aufgabe ist es, jetzt alles zusammenzufügen. Aber ich bin wirklich positiv, dass wir eine gute Saison spielen.“

Kann die Torhüterposition zum Problemfall werden?

Mende: „Wichtig ist, dass wir jetzt mit Mika Tarvainen einen Goalie-Coach für eine Woche im Monat an uns binden konnten. Das wird unseren drei Keepern sicherlich helfen. Zum anderen sind wir sicher, dass Thomas Ower auch mal in der Liga ein Spiel machen kann. Sollte Mathias längerfristig etwas passieren, müssen wir reagieren. Wir schauen uns die Entwicklung im Fall Daniar Dshunussow ganz genau an.“  - MiHei

Auch deshalb hat er sich intensiv mit den taktischen Konzepten in Nordamerika beschäftigt, viel NHL geschaut und die Entwicklungen der besten Liga der Welt hinterfragt. Herausgekommen ist Pasanens Variante „1-1-3“, die weniger passiv ausgerichtet ist, seinen Jungs im Forechecking eine aggressivere Rolle ermöglicht.

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„Wir haben versucht, unsere taktischen Konzepte in der Vorbereitung teils von Drittel zu Drittel zu wechseln – mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg“, so Pasanen, der insbesondere in den letzten beiden Vorbereitungsspielen wieder zum alten System des vergangenen Jahres zurückkehrte. „Letztlich ist es kein absolutes Defensivsystem, wie viele es immer wieder beschreiben. Es ist eher ein Passiv-System, das die Räume äußerst eng macht, wenn alle wissen, was zu tun ist.“

Noch hat es seine aktuelle Mannschaft, auch aufgrund der elf Neuzugänge, nicht perfektioniert. „Es war schon im vergangenen Jahr nicht einfach, insbesondere unseren Nordamerikanern diese taktische Marschroute mitzugeben, da sie von ihrer Struktur deutlich aggressiver in der taktischen Aufstellung in einem Spiel agieren“, erklärt Pasanen. In diesem Punkt also wird die Vorbereitung auch in der Saison weitergehen. Die entscheidende Frage ist nur: Wie lange wird es diesmal dauern?

Das Roosters-Aufgebot der Saison 2014/2015

Torhüter

#24 Mathias Lange, #43 Thomas Ower, #29 Michel Weidekamp

Verteidigung

#3 Jonas Liwing, #10 Collin Danielsmeier, #18 Richard Jares, #20 Kevin Lavallée, #33 Colten Teubert, #37 Sean Sullivan, #44 Ryan Button, #62 Dieter Orendorz

Angriff

#8 Nicholas Petersen, #9 Brent Raedeke, #11 Brodie Dupont, #16 Jeff Giuliano, #17 Brooks Macek, #19 Marcel Kahle, #22 Dylan Wruck, #23 Alexander Foster, #42 Boris Blank, #61 Chad Bassen, #67 Marko Friedrich, #71 Derrick Whitmore, #78 Mike York

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