Eishockey

Teamgeist und vereinfachtes System

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Mit neuem Teamgeist und viel Defensivdisziplin wollen Torjäger Anthony Camara und Co. zumindest noch in die Pre-Play-offs kommen.

Iserlohn - 26 Spieltage in der Deutschen Eishockey Liga sind Geschichte, damit ist die Hälfte der Hauptrunde absolviert. Überraschungen gab es viele, nicht nur aus Sicht der Iserlohn Roosters, die trotz einer herausragend talentierten Mannschaft mit fünf Punkten Rückstand auf Platz zehn mit aufsteigender Tendenz um die Play-offs kämpfen können.

Augsburg verwundert auf Rang zwei der Liga, erstaunlich viele junge Spieler schaffen es zu überzeugen, gleichzeitig bibbern die Topteams aus Wolfsburg und Nürnberg, sie drohen, die Endrunde um die Meisterschaft gänzlich zu verpassen. Aber im Sauerland richtet sich der Blick zur Habzeit-Bilanz natürlich auf die Iserlohn Roosters.

Karsten Mendes große Personal-Coups

Manager Karsten Mende ist es im Sommer einmal mehr gelungen, eine wirklich talentierte Mannschaft auf die Beine zu stellen für den Seilersee. Der größte Coup: Die nicht für möglich gehaltene Verpflichtung des letztjährigen Play-off-MVPs Jon Matsumoto. Mit aktuell 33 Punkten führt er dann auch die DEL-Scorerliste an, weil dieser Spieler über herausragende Qualität verfügt. Aber auch der kurz vor den letzten Play-offs verpflichtete Anthony Camara, der mit 14 (!) Treffern die DEL-Torjägerliste anführt, überzeugt bislang auf ganzer Linie. Bemerkenswertester Transfer aber ist der des jungen Lean Bergmann. Mende hat ihn über Jahre beobachtet, war und ist von seiner Qualität überzeugt. Und der junge Hemeraner, der viele Jahre in Schweden und in Nordamerika ausgebildet wurde, hat sich auf Anhieb als Stammspieler etabliert. Überraschend kam seine erste Nominierung für die Nationalmannschaft, er zahlte das Vertrauen aber mit hervorragenden Leistungen zurück. Er war die Entdeckung des Deutschlandcups und traf auch in der Liga insgesamt neun Mal.

Defensivprobleme in den Daum-Monaten

Dass es sportlich insgesamt nicht so lief, wie es möglich gewesen wäre, war insbesondere der Defensivleistung geschuldet. Stürmer, Verteidiger und auch die Torhüter arbeiteten nicht so zusammen, wie es nötig gewesen wäre. Der Grund mag in der Komplexität des Systems von Ex-Trainer Rob Daum (Bild links) gelegen haben. Es war klug erdacht, aber fand zu wenig Überzeugung in der eigenen Mannschaft. Hinzu kam die gravierende Auswärtsschwäche, die anfangs zufällig wirkte, sich später allerdings auch in den Köpfen manifestierte. Um all diese Probleme zu lösen, fand Daum nicht die richtigen Mittel, half wohl auch das Team zu wenig mit– schließlich musste der Headcoach seinen Platz am Seilersee räumen.

Bartman-Tage mit vereinfachtem System

Als der langjährige Co-Trainer Jamie Bartman (Foto) übernahm, vereinfachte sich auch das System. Damit sicherten sich die Roosters den ersten Auswärtssieg. Bartman findet die richtigen Worte, er arbeitet mit der Mannschaft so, wie sie es sich zu wünschen scheint. So erwächst ein neuer Geist. Bartman selbst bleibt bescheiden, die Mannschaft lobt ihren neuen Chefcoach und verbessert ihr System von Spiel zu Spiel. Rückstand ist noch aufzuholen Auch, wenn es in Augsburg nicht zum Erfolg reichte, das Heimspiel gegen Berlin war der Beweis. Solide Deckungsarbeit, gute Torhüterleistung, clevere Angriffsarbeit – das System funktionierte. Daran können alle Beteiligten weiterarbeiten und so sind auch fünf Punkte Rückstand und die Krefeld Pinguine und Rang zehn noch aufzuholen.

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