Eishockey

Ein Rookie mit Gefühl für den Sport

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Roosters-Neuzugang Taro Jentzsch im Trikot der Deutschen U20-Nationalmannschaft.

Iserlohn - Der Rookie des DEL-Jahres, Tim Stützle aus Mannheim, Münchens J.J. Peterka oder „Eisbär“ Lukas Reichel – sie gelten als die ganz großen deutschen Eishockeystars der Zukunft.

Etwas abseits dieser bekannten Namen gibt es deutsche Talente, die ebenfalls im Fokus sein sollten, für die medial aber einfach kein Platz mehr war. Dazu zählt auch der neue Roosters-Mittelstürmer Taro Jentzsch. Der 19 Jahre alte gebürtige Berliner spielte zuletzt in Quebec in der kanadischen Juniorenliga und schaffte es bei der U20-Weltmeisterschaft mit der deutschen Mannschaft im Schnitt auf knapp 20 Minuten Eiszeit. Mirko Heintz unterhielt sich mit dem Neuzugang. 

Was hat die Tür an den Seilersee geöffnet? 

Die Roosters haben mit mir immer aufrichtig gesprochen. Sie haben mir immer einen klaren Plan skizziert, wie sie mich aufbauen wollen, was für den Sommer geplant ist. Ich muss wirklich noch ein wenig an Masse zulegen, weil der Profibereich eben doch etwas anderes ist als die Juniorenliga. Tim Fleischer kenne ich schon viele Jahre, wir hatten immer einen guten Kontakt und der hat eben auch aus Iserlohn berichtet. Er hat viel aus seinem ersten Jahr erzählt, und das hat geholfen, eine Entscheidung zu treffen. Manager Christian Hommel und er haben letztlich einen großen Anteil an diesem Wechsel gehabt. Christian kenne ich als Jugendtrainer und wir haben uns immer offen und ehrlich unterhalten. Als dann sein Anruf kam, war natürlich meine Freude groß. 

Welche Rolle erhoffen Sie sich in Ihrer ersten DEL-Saison? 

Am Anfang will man sich vor allem ganz viel Eiszeit erarbeiten. Das Erarbeiten ist ein wichtiges Stichwort. Man muss arbeiten und in jedem Spiel gut spielen. Zu viel Druck darf ich mir aber auch nicht machen und soll ich mir nicht machen. Mit 19 bin ich einer der jüngeren Spieler. Ich kann Tore schießen, ich kann Tore vorbereiten, aber wir werden im ersten Jahr jetzt erstmal in Ruhe sehen, wie es wird. 

Wie würden Sie sich selbst als Spieler beschreiben? 

Ich bin ohne Zweifel jemand, der ein Spiel gestalten kann – zumindest auf dem Niveau, wo ich bislang gespielt habe. Man sagt mir, ich hätte einen guten Hockey-IQ, ein gutes Gefühl für den Sport. Ich suche meist den freien Mann. Mein Manko: Ich habe wirklich nicht den allerbesten Schuss und meine Physis ist nicht auf einem Topniveau. Daran gilt es jetzt zu arbeiten, damit ich bei den Profis mithalten kann. 

Nordamerika wäre eine Option gewesen, Sie waren ja im letzten Jahr auch im Camp in Las Vegas. Warum haben Sie sich für die DEL entschieden? 

Ich habe immer noch einen guten Kontakt nach Las Vegas. Ob das gar keine Option gewesen wäre, weiß ich nicht, aber das spielt gerade auch keine Rolle. Ich hatte eigentlich im letzten Frühjahr gehofft, noch gedrafted zu werden, aber das ist nicht passiert. Ich hätte vielleicht auch bei meinem Team bleiben können in der QMJHL, aber da hätte ich gleich zwei Plätze eingenommen, einen Platz als Importspieler und einen für einen Overage-Spieler. Das wäre aber für den Verein sehr riskant geworden. In der DEL zu spielen, ist deshalb für mich sicherlich ein guter nächster Schritt und die neue U23-Regel ist natürlich super, weil man sich als junger Spieler präsentieren kann. Man sieht ja auch an Dominik Kahun, dass man auch später noch den Weg nach Nordamerika finden kann, später rüber gehen kann. Wir werden sehen, wie es wird in dieser und der nächsten Saison. 

Sie sind gerade daheim in Berlin bei den Eltern, gut in dieser Zeit daheim zu sein? 

Es war gar nicht so einfach nach Hause zu kommen. So viele Flüge gab es nicht. Jetzt genieße ich erstmal die Zeit mit meinen Eltern. Unsere Saison ist auch abgesagt worden. Das war ganz besonders traurig für unsere Mannschaft, weil wir die beste Mannschaft in ganz Kanada waren. Wir können es aber nicht ändern, müssen jetzt erst einmal alle gesund bleiben und dann hoffen, dass wir so schnell wie möglich wieder Eishockey spielen können. 

Taro Jentzsch, vielen Dank für das Gespräch.

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