Roosters haken erste Pleite gegen München ab

Erhielt ein Sonderlob vom Trainer: Brooks Macek.

Iserlohn - Obligatorisch knapp war die Verabschiedung. Ein kurzer Blick auf die mitgereisten Fans, ein Gruß mit dem Schläger, dann waren die Spieler der Iserlohn Roosters nach der 3:5-Niederlage bei Red Bull München in den Katakomben des Olympia-Eissportzentrums verschwunden.

Auslaufen, duschen, umziehen und dann nichts wie weg. Nicht des Frustes wegen hatten es die Sauerländer eilig, nach vier Tagen in Bus und Hotel wollten alle nur schnell in die Heimat. „Ich hatte das eigentlich nicht für möglich gehalten, aber die vier Tage haben uns geschadet“, sagt Cheftrainer Jari Pasanen. Er will es nicht als Ausrede hingestellt wissen.

Fakt aber ist: Der Start ins erste Playoff-Match offenbarte deutliches Verbesserungspotential. „Wir haben einfach keine Energie in den Beinen gehabt. Uns fehlte das harte, intensive Training, dass wir normalerweise machen“, so der Finne weiter.

Nicht nur die Beine spielten den Roosters einen Streich, es waren auch andere Punkte. Dazu gehörten die beiden schnellen Gegentore im ersten Drittel, die zahlreichen Hinausstellungen, die Tatsache, dass man die Münchener nie vor eigenem Publikum wirklich unter Druck setzen konnte. Nur 3100 Zuschauer in der Halle beweisen: Der Bayer will echtes Playoff-Hockey sehen, mag deshalb erst im Viertelfinale den Weg in die Halle antreten.

Gerade deshalb wäre es für das Team vom Seilersee so wichtig gewesen, die Red Bulls mit einer Führung unter Druck zu setzen. Davon aber war man trotz eines hervorragenden Schlussdrittels mit gutem Forechecking meilenweit entfernt. „Wir sind einfach zu spät aufgewacht, müssen daraus lernen und es am Mittwoch deutlich besser machen“, unterstreicht Verteidiger Lasse Kopitz.

Wichtig war es Pasanen zu betonen, dass Brooks Macek sein Spieler des Tages war. Das hatte nicht nur mit den zwei Treffern zu tun, die dieser verbuchen konnte, sondern vor allem mit seinem gesamten Spiel. „Man sah ihm an, dass er weiß, wie Playoffs gespielt werden müssen, er hat in Calgary ausreichend Erfahrung gesammelt“, erklärt Pasanen.

Unausgesprochen bleibt hingegen die Kritik an seiner ersten Reihe. Von Sertich, Mulock und Wolf war tatsächlich wenig zu sehen. Während Sertich, der definitiv in der kommenden Saison in Straubing spielen wird, wenig Raum gelassen wurde, trägt Mulock, der bereits in Wolfsburg unterschrieben hat, seit Wochen wenig bei, um das Roostersspiel besser zu machen.

Auffällig war, wie bemüht Michael Wolf gewesen ist, sich in der Partie immer wieder in Szene zu setzen, allerdings ohne, dass es ihm wirklich gelang. Bedenkt man, dass einer der besten deutschen Stürmer in seiner gesamten so herausragenden Karriere erst in neun Playoff-Spielen auf dem Eis gestanden hat, so ist das schon bemerkenswert. Gerade auf diese drei aber wird es am Mittwochabend in Iserlohn besonders ankommen, gilt doch der alte Spruch: In wichtigen Spielen müssen auch deine besten Spieler die Besten sein.

„München ist schlagbar, wir müssen nur auf unsere Möglichkeiten vertrauen und besser aus den Startlöchern kommen“, sagte Collin Danielsmeier nach der Partie. Der Rekordspieler der Sauerländer machte in der vierten Reihe nicht nur aufgrund seines Treffers einmal mehr einen generell soliden Job. Erst mit Gödtel und Hommel, später mit Frosch statt Hommel spielte er verantwortungsvoll Defensiveishockey. Dass die Sauerländer auch am Mittwoch mit vier Reihen auflaufen können, ist in Anbetracht der harten Woche von besonderem Wert.

Unverhofft sind für das Heimspiel gegen München noch 400 Karten zu haben. Wie die Roosters gestern mitteilten, kam aus der bayerischen Landeshauptstadt ein kleines Kontingent an Tickets zurück. Die 350 Steh- und 50 Sitzplatzkarten gehen nun in den freien Verkauf. - MiHei

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